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Eigentlich ist die Katze des Bäckers gar nicht die Katze des Bäckers. Eigentlich ist die Katze des Bäckers der Bäcker selbst. Auch wenn der Name A. Clare des Besitzers über dem Eingang prangt, so überlässt der geizige alte Mann die Arbeit doch lieber seinem Haustier. Das muss so viel schälen und schnippeln, Teig walken, Brot backen, fegen und spülen, dass für die Mäusejagd kaum mehr Energie übrig bleibt. Nachts ist die Katze nämlich hundemüde, sehr zum Missfallen der faulen Bäckersgattin, die Katzen und Mäuse gleich wenig leiden kann. Gut, dass es die schlauen Nager gibt. Denn die schließen einen Packt mit ihrem überforderten Erzfeind, von dem beide profitieren. Bis am Ende Bäcker und Gattin die Waffen strecken und die Mäuse zusammen mit der Katze auf dem Tisch des Hauses tanzen können.
Schon mit Schokoladenhochzeit hatte die englische Zeichnerin Posy Simmonds, die unter anderem auch Hilaire Bellocs hinreißende Geschichte Mathilda, die so schrecklich log illustrierte und zwei für den Oscar vorgeschlagene Filmvorlagen schuf, ihren untrüglichen Sinn für Süßes unter Beweis gestellt. Mit Die Katze des Bäckers nun hat sie ein weiteres geschmackvolles Bilderbuch auch für ältere Fans der Gattung vorgelegt. Mit ungewöhnlich viel Text und ungewöhnlich vielen, fröhlichen Bildern (bis zu zwölf pro Doppelseite, fast wie ein Comic-Strip) erzählt sie eine faszinierende Fabel über tierische Ausbeutung und wahre Freundschaft, die alle Schranken (selbst die biologischen) überwindet. Katzenstark und mäusefrech zugleich! --Isa Gerck
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