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51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fesselnder historischer Roman im mittelalterlichen Barcelona - eine Hommage des Autors an Barcelona und seine Einwohner, 25. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Kathedrale des Meeres (Gebundene Ausgabe)
Bereits der Titel des historischen Romans "Die Kathedrale des Meeres" von Ildefonso Falcones weckt Erinnerungen an Ken Folletts Bestseller "Die Säulen der Erde". In der Tat haben beide Romane einiges gemeinsam: beide Romane handeln im Mittelalter, das Leben des Protagonisten ist eng mit dem Bau eines Gotteshauses verbunden und beide Romane haben Schmökerqualitäten, die den einen bereits zu einem Weltbestseller gemacht haben, den anderen zumindest zu einem Bestseller in seinem Ersterscheinungsland Spanien. Beide Romane erzählen uns aber eine völlig unterschiedliche Geschichte. Katalonien im 14. Jahrhundert: Bernat Estanyol sieht sich gezwungen mit seinem kleinen Sohn Arnau vor seinem grausamen und ungerechten Lehnsherren in das mittelalterliche Barcelona zu fliegen. Im aufstrebenden Barcelona finden Vater und Sohn Unterschlupf in der Töpferei seines Schwagers. Der Vater hofft darauf sich ein Leben als freier Bürger erarbeiten zu können, während sein Sohn Arnau durch die Straßen und Gassen Barcelonas zieht. Durch eine Intrige seines Cousins und seiner Cousine wird Arnau in der Familie ausgegrenzt, lernt dadurch aber auch Joan kennen, der für ihn wie ein eigener Bruder wird. Die beiden Außenseiter erleben den Bau von Santa Maria del Mar, einer riesigen Kirche, die vom Volk für das Volk gebaut wird. Sie bewundern die Arbeit der Bastaixos, der Lastenträger, die den Bau mit Steinen versorgen und unterstützen diese durch Wassergaben. Als Arnau und Joan zu Waisen werden, sind die Bastaixos die einzigen stützen der Kinder und der vierzehnjährige Arnau schleppt erstmals einen der riesigen Felsblöcke des Montjuic zum Hafen. Während der Bau der Kathedrale voranschreitet und Arnau bis zum Seekonsul der Stadt Barcelona, einem der angesehensten Bürger der Stadt, aufsteigt, muss das Volk von Barcelona viel erleiden: die Willkür des Adels lässt die Menschen um das tägliche Überleben kämpfen und auch die Pest hält in Barcelona Einzug. Arnau macht sich auf seinem Weg vom Steinträger zum Geldwechsler und schließlich zum Seekonsul nicht nur Freunde und so droht schließlich eine bösartige Intrige seine Zukunft zu zerstören... Mit Arnau Estanyol hat Ildefonso Falcones einen Protagonisten für seinen Roman geschaffen, der ein Sympathieträger ist, mit dem es sich lachen und leiden lässt. Zwar ist Arnau meines Erachtens in seiner Ausgestaltung zu modern geraten, dennoch versteht der Autor den Leser so zu faszinieren, dass dieser Makel schnell verschmerzt ist, weil das Interesse an Arnaus Schicksal deutlich höher ist. Auch einige der weiteren Schlüsselfiguren sind dem Autor teils zu modern teils zu klischeehaft geraten und die Figurenzeichnung hätte einer deutlich höheren Aufmerksamkeit bedurft. Dennoch merkt man dem Roman "Die Kathedrale des Meeres" an, dass dieser mit viel Herzblut und einer großen Leidenschaft für Barcelona, seine Geschichte und seine Einwohner geschrieben wurde. So wird auch Barcelona und sein Volk zum heimlichen Helden der Geschichte und zum eigentlichen Grund, warum ich diesen Roman für empfehlenswert halte. Ildefonso Falcones macht detailliert und ausführlich katalanische Geschichte lebendig und erläutert dem Leser auf angenehme Weise interessante Details katalanischer Rechtssprechung des Mittelalters. Ildefonso Falcones versteht es die Geschichte von Arnau Estanyol bis zum Ende mit vielen Wendungen spannend zu gestalten, auch wenn diese nicht immer vollständig überzeugen können. Es empfiehlt sich, Personen, die in Arnaus Leben auftauchen immer volle Aufmerksamkeit zu schenken. So mancher der zunächst als unwichtige Nebenfigur erscheint, taucht im weiteren Geschehen mit tragender Rolle wieder auf. Sprachlich ist "Die Kathedrale des Meeres" zwar flüssig, aber schlicht und unpoetisch gehalten. Der Scherz Verlag hat den gebundenen Roman mit Schutzumschlag mit einem Nachwort des Autors, in dem er zwischen Fakten und Fiktion differenziert, und einer Stadtkarte Barcelonas im 14. Jhdt. mit ausführlicher Legende herausgegeben. Mit seinem historischen Roman "Die Kathedrale des Meeres" ist Ildefonso Falcones ein Werk gelungen, das katalonische Geschichte äußerst unterhaltsam vermittelt, und seine Leser einlädt, für einige Stunden im mittelalterlichen Barcelona zu versinken. "Die Kathedrale des Meeres" wartet ebenso mit informativen Elementen wie auch mit echten Schmökerqualitäten auf und ist daher für eine breite Leserschaft empfehlenswert.
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42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Erfolgsschmöker!, 9. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Kathedrale des Meeres (Gebundene Ausgabe)
Dem Vergleich mit Ken Folletts Buch "Die Säulen der Erde", dessen langersehnte Fortsetzung im Frühjahr erscheinen wird, der ja bereits von meinen Vor-Rezensenten angestellt wurde, kann Ildefonso Falcones Schmöker "Die Kathedrale des Meeres" spielend standhalten! Auch in diesem Buch wird ein sehr pralles Mittelalter-Szenario mit viel Liebe zum Detail für den Leser erfahrbar. Zurecht ist dieses Buch in Spanien ein absoluter Megaseller, auch hierzulande wird das Buch gewiss eine große Fangemeinde erreichen. Ildefonso Falcones beschreibt auf über 600 Seiten das Leben des Arnau Estanyol im Barcelona des 14. Jahrhunderts. Dieser Arnau kommt als Säugling mit seinem Vater als Landflüchtling in die reiche katalonische Metropole und erlebt eine entbehrungsreiche Kindheit im Haus seiner Tante und seines Onkels, bei dem er mit seinem Vater schnell in Ungnade fällt. Als sein Vater aufbegehrt und hingerichtet wird, muss sich Arnau alleine durchkämpfen. Sein Mittelpunkt wird der Bau der Kathedrale Santa Maria del Mar, eine Kirche vom Volk für das Volk, wo er als Steineschlepper anheuert. Über viele Umwege und Zufälle gelingt ihm schließlich ein märchenhafter Aufstieg zum Seekonsul, doch auf dem Weg dorthin schafft er sich viele mächtige Feinde.... Der Autor hat das Genre sicher nicht neu erfunden, aber er beherrscht die Klaviatur perfekt! Sein Buch ist so facettenreich und farbig erzählt, das es auch Leser, die eigentlich gerne ihre Vorurteile und Abneigungen gegen historische Romane pflegen, zu begeistern versteht! Man sieht, hört, riecht und schmeckt das Gewirr des barcelonesischen Hafenviertels, es ist ein sinnenreiches Lesevergnügen, das Ildefonso Falcones hier dem Leser beschert. Genau das richtige Buch, wenn man abschalten möchte und sich hineinziehen lassen mag in eine üppig ausgestaltete Erzählwelt.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gut geschrieben - gut recherchiert, 17. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Kathedrale des Meeres (Gebundene Ausgabe)
Die Kathedrale des Meeres" wurde in Spanien millionenfach verkauft und ist auch in anderen Ländern ein Erfolg. Natürlich musste sich der Autor Ildefonso Falcones häufige Vergleiche mit Ken Folletts Werk Die Säulen der Erde" gefallen lassen, schon allein weil es um den Bau einer Kathedrale geht. Dennoch geht es hier um etwas anderes. Mit vielen historischen Details beschreibt Falcones das Leben der einfachen Leute im Katalonien des 14. Jahrhunderts, den andauernden Klassenkampf - und natürlich den Bau des Gotteshauses Santa María del Mar, das nach 55 Jahren Bauzeit im Jahr 1384 vollendet wurde. Die Kathedrale gilt heute als herausragendes Beispiel katalanischer Gotik; die Lastenträger von La Ribera, von denen der Autor im Buch berichtet, sind auf dem Hauptportal verewigt. Der brutale Beginn des Romans ist aufwühlend, empörend und mitreißend, er zwingt den Leser, immer weiterzublättern. Dieser Teil des Romans, in dem von Bernats Freiheitskampf und Arnaus Kindheit erzählt wird, ist insgesamt der beste des Buches - spannend, traurig und realistisch. Die Geschichte des erwachsenen Arnau vermag nicht mehr so deutlich zu fesseln. War der junge Arnau mit seinem aufopferungsvollen Vater noch voller Farbe, lebendig und außergewöhnlich, so ist der erwachsene Arnau nicht mehr ganz so überzeugend - etwa, wenn er in den Krieg zieht, das wirkt merkwürdig leidenschaftslos. Dem Autor ist die Verquickung von Fiktion und historischen Fakten nicht an jeder Stelle unterhaltsam gelungen; oft wirkt es, als würden einzelne Abschnitte, gerade wenn Falcones in Schwung ist, ziemlich abrupt unterbrochen, um langwierige Passagen mit historischen Erklärungen einzuflechten. Auch wirken manche Handlungsteile - vor allem für Viel-Leser historischer Romane - zu altbekannt und klischeehaft. Da sind natürlich die Schicksale der rechtlosen Frauen, die meistens irgendwo als Hure enden oder denen sonst wie Unrecht angetan wird - und die einem bei allem Mitgefühl und allem Realismus irgendwann zum Halse raushängen -, da ist die Begegnung mit einem Juden, die zum Abbau von Vorurteilen führt, da ist die Pestepidemie, die die Hälfte der Bürger dahinrafft. Dennoch ist Die Kathedrale des Meeres" ein gut geschriebener und gut recherchierter Historienroman, der die meisten seines Genres deutlich übertrifft. Der allerletzte geniale Funke, der das Buch einzigartig machen würde, fehlt bei allem Lob, das der Autor erhalten hat, dennoch.
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