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Die Kathedrale der Ketzerin: Historischer Roman
 
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Die Kathedrale der Ketzerin: Historischer Roman [Gebundene Ausgabe]

Martina Kempff
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Pendo (März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866122535
  • ISBN-13: 978-3866122536
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 278.016 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martina Kempff
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Dieser spannende Mix aus Frauenpsychologie und Historie zeigt uns, dass Emanzipation keineswegs eine Erfindung des 20. Jahrhunderts ist.« Für Sie – Buchextra

Kurzbeschreibung

Juni 1219. Im Auftrag des Papstes stürmen 10 000 Kreuzfahrer die französische Stadt Marmande, um die ketzerische Glaubensgemeinschaft der Katharer auszurotten. Nur durch Zufall kann Clara, die Tochter des Herrschers von Toulouse, aus dem Inferno gerettet werden. Am königlichen Hof in Paris versucht sie Blanka, die Frau des Thronfolgers, dafür zu gewinnen, dem Terror ein Ende zu bereiten. Blanka begleitet dort den Bau der Kathedrale Notre-Dame, und auch Clara zieht es immer wieder zu dem bereits imposant aufragenden sakralen Gebäude. Doch dann erschüttert eine unglückliche Liebe ihr Leben und belastet sie mit einem dunklen Geheimnis. Die Eintracht mit Blanka scheint verloren, und schließlich müssen beide Frauen im Moment größter Gefahr eine folgenschwere Entscheidung treffen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kurzweilig und interessant 18. Februar 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Frankreich, Anfang des 13. Jahrhunderts. Die katholische Kirche ruft zum Kreuzzug gegen die Katharer, einer gegenpäpstlichen Glaubensgemeinschaft auf. Vor diesem Hintergrund dreht sich ein glaubwürdiges Personenkarussel: Die Königin Blanka fühlt sich Rom in Treue verbunden und unterhält gleichzeitig persönliche Bindungen zu den Ketzern. Der Troubadour Theobald, der Graf der Champagne, liebt seine schöne Lehnsherrin abgöttisch und sorgt durch sein egozentriches Künstlertemperament, Intrigen und Eifersüchteleien immer wieder für Unfrieden. Die Hofdame Clara ist als kleines Mädchen an den Hof der Königin gelangt und verfällt durch geheime Kontakte immer mehr dem ketzerischen Glauben. Sie fühlt sich einerseits der Königin verbunden, andererseits ihren Glaubensschwestern- und brüdern, die im Süden des Landes brutal verfolgt und niedergemetzelt werden. Am Ende muss Clara eine Entscheidung treffen und folgt ihrem Glauben, ohne ihre tief empfundene Freundschaft zu verraten.

Gut gefallen hat mir der Schreibstil, der sich kurzweilig und leichtfüßig durch die Erzählung zieht. Die Personen sind glaubwürdig und konsequent gezeichnet: Die Königin, die infolge der großen Verantwortung streng und herrisch ist und sich trotzdem ihre Weiblichkeit bewahrt; der Troubadour, der ständig glühende Liebesverse produziert und im Grunde nur seine eigenen Interessen verfolgt, aber mit seinen offensichtlichen Fehlern auch menschlich wirkt; und die Ziehtochter Clara, die von der naiven Hofdame zu einer entschlossenen Perfecta (eine Bischöfin der Katharer) wird und so einen erstaunlichen Entwicklung durchmacht. Inhaltlich gibt der Roman einen interessanten Einblick in die Verfolgung der Katharer und in das französische Königshaus mit allen Schwierigkeiten (z. B. Konflikt mit den Engländern) zu jener Zeit. Gefallen hat mir auch die Zeittafel am Ende des Buches, durch die ich alle Geschehnisse noch einmal in einen historischen Rahmen einordnen konnte. Das Glossar klärte über Begriffe auf, die mir nicht geläufig waren.

Was mir ein wenig gefehlt hat, waren konkrete Beschreibungen. Wie sah die Burg in Montsegur aus? In welchen Farben blühen die Blumenwiesen in der Champagne? Welche Kleider trugen die Hofdamen? Wie roch es in den Straßen? An all diesen Dingen hält sich die Autorin nicht lange auf und vertraut vor allem auf Handlung und Dialoge. Außerdem finde ich den Titel nicht so gelungen. Eine Kathedrale spielt zwar eine (wenn auch sehr untergeordnete) Rolle; aber der Titel soll wohl vor allem Assoziationen zu Bestsellern wie "Die Kathedrale des Meeres" oder "Säulen der Erde" wecken, was hinsichtlich der unterschiedlichen Inhalte nicht so glücklich ist.

Insgesamt überwiegen aber eindeutig die positiven Eindrücke. Für mich war es das erste, aber nicht das letzte Buch von Martina Kempff. Ich bin neugierig geworden und dafür gibts die volle Punktzahl.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Glaube und Macht 15. Juni 2010
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Wer soll uns Gottes Willen verkünden, wenn nicht der Heilige Vater, den die Ketzer nicht anerkennen? Wo könnten wir Gott ehren, wenn wir ihm keine schönen Kirchen mehr errichteten? Womit könnten die Gotteshäuser bezahlt werden wenn kein Zehnt mehr abgeführt werden würde? Wie sähe eine Gesellschaft aus, in der keiner mehr Angst vor weltlichen Strafen hat und jeder nur das glaubt, was ihm genehm erscheint? Wer wäre Herr, wer Knecht? Wer hat das Recht, dieses zu bestimmen? Wohin geriete die Welt, wenn jeder annähme, sie sei von Satan erschaffen? Was bedeutet Freiheit, wenn keine Ordnung herrscht? Was geschieht, wenn sich Menschen nicht mehr zum Zweck der Zeugung vermehren? Ist es Gottes Wille, die Welt veröden zu lassen?"
(Die Kathedrale der Ketzerin, Seite 247)

Diesmal hat die Autorin eine fiktive Figur in den Mittelpunkt ihrer Geschichte gestellt, nämlich die junge Clara, eine illegitime Tochter des Grafen von Toulouse, die ihren Platz in der verwirrenden Welt des Hochmittelalters voller Macht- und Glaubenskämpfe finden muss. Doch die heimliche Heldin ihrer Erzählung ist eine historische Persönlichkeit, die ihre Zeit-genossen sehr beeindruckt hat: Die mutige Blanka von Kastilien, die an der Seite ihres Mannes zur Königin von Frankreich gekrönt wurde und später an der Seite ihres Sohnes eine mächtige Stellung inne hatte.

Südfrankreich, Juni 1219: Die Stadt Marmande wird von einem Kreuzzug heimgesucht. Zufällig befindet sich die verletzte Clara, die auf dem Weg nach Paris ist, bei Mitgliedern der Katharer und damit in höchster Lebensgefahr. Nur durch ein Wunder entkommt sie dem Inferno. Natürlich verliebt sie sich in ihren Retter, den Grafen von Champagne. Jedoch muss sie erkennen, dass der Troubadour am königlichen Hof nur Augen für die schöne Blanka hat, die von dessen Gefühlen jedoch zum Glück nichts ahnt. Denn Blanka ist ungewöhnlicherweise ihrem königlichen Gemahl in großer Liebe verbunden, obwohl es sich ursprünglich um eine arrangierte Heirat aus politischen Kalkül handelte. Die Stiefmutter des Königs, die weise Ingeborg, rät dem König jedoch, Theobald von Champagne vom Hofe zu verbannen, da sie eine ungute Vorahnung beschleicht. Die enttäuschte Clara dagegen, die von Blanka als Verwandte und Vertraute aufgenommen wurde, würde sich gerne freiwillig entfernen. Heimlich schleicht sie sich fort und findet an der Baustelle der neuen Kathedrale unverhofft einen neuen Lebensweg. Zunächst sind es allerdings nur die schönen Augen von Felizian, die sie bezaubern. Doch dann führt ihr neuer Freund sie in den Kreis der Katharer ein. Die fremdartige Gemeinschaft erweckt ihr Interesse, aber diese Neugier ist sehr gefährlich, denn die Klauen der Inquisition wollen sich bereits um diese Ketzer schließen. Als Blanka hinter das Geheimnis von Clara kommt ist sie entsetzt, doch auch sie steht in der Schuld der Glaubensangehörigen, die das Leben ihres kleinen Kindes retteten.
Schließlich führt Blankas geliebter Ehemann einen erfolgreichen Kreuzzug an, der zur Unterwerfung großer Teile Südfrankreichs führt. Doch unter seltsamen Umständen kommt es zum tragischen Tod des Königs. Gerüchte über einen Giftmord sind im Umlauf und auch die Person des Grafen von Champagne wird dabei erwähnt. Theobald ist noch immer heftig in Blanka verliebt und schließt sich ihr mithilfe von Clara wieder an. Aber können die beiden Frauen, die so unterschiedliche Ziele im Leben haben, diesem Mann vertrauen und eine Allianz bilden? Wird sich die Prophezeiung des heiligen Franz von Assisi erfüllen, dass Blanka zu neuer Stärke finden wird? Kann sie den Thron für ihre Familie festigen und die religiösen Unruhen im Land befrieden?

Die Autorin verrät auf ihrer Website selbst, worum es in ihren Romanen geht: "Liebe, Macht, Angst. Liebe macht Angst. Macht liebt Angst. Aus Angst machen wir Liebe. Darum geht es. Gestern und heute." Auch für das vorliegende Buch hat sie gut recherchiert und ein nachvollziehbares Bild der geschichtlichen Epoche entworfen. Dabei sind auch einige interessante Details erwähnenswert. Zum Beispiel beschreibt sie ausführlich das Consolamentum, oder die Geisttaufe, der katharischen Kirche. Aus der Sicht der jungen Clara wird die Taufe des Felizian geschildert, der durch seine Entscheidung zu erkennen gibt, dass er von nun an fest zu seiner Glaubensgemeinschaft gehört und für deren Regeln ein-tritt. Das bedeutet für die Liebenden in diesem Fall natürlich, dass sie nie als Frau und Mann zusammenleben dürfen, da die Katharer die Ehe verurteilen. Trotz dieser recht grausam anmutenden Konsequenz gelingt es der Autorin auch Empathie für das Weltbild dieser Gläubigen zu erwecken. Warum die katholische Kirche einen so erbitterten Kampf gegen diese Glaubensgemeinschaft führte, die zum Inbegriff der Ketzer wurden, wird sehr nachvollziehbar dargestellt (siehe auch dazu das oben erwähnte Zitat aus dem Munde eines fiktiven Mitglieds der Inquisition).
Das große Plus dieses Romans ist die historische Sachkenntnis, welche Frau Kempff in ihrem Werk zu neuem Leben erweckt. Dabei wirkt die Geschichte aber oft etwas trocken, manchmal sogar spröde. Etwas mehr Gefühl wünscht man sich das manchmal schon. Wenn schon so eine liebreizende, junge Frau in den Mittelpunkt gerückt wurde, hätte man dies schon erwarten können. Außerdem ist der Titel des Romans nicht so recht nachvollziehbar, auch wenn die Kathedrale bzw. der Bau von Notre Dame ein paar Mal erwähnt bzw. in die Handlung eingebaut wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M. Hake
Format:Gebundene Ausgabe
Das hohe Mittelalter kennen deutsche Schüler nur als die Geschichte der Auseinandersetzungen zwischen den Deutschen Kaisern und den Päpsten. Aber, gerade auch im heutigen Europa, ist es wichtig, gelegentlich über den Tellerrand zu schauen. Wenn dies dann auch noch bei der Lektüre eines spannenden Romans geschehen kann, um so besser. In ihrem Buch "Die Kathedrale der Ketzerin" gelingt es Martina Kempff einmal mehr, die geschichtlichen Fakten so mit persönlichen Schicksalen zu verknüpfen, daß ein lebendiges Bild des hohen Mittelalters entsteht.
Zu Beginn des 13.Jahrhunderts gehörte der gesamte Süden des heutigen Frankreich nicht zur französischen Krone. Wie es dann dazu kam, daß der französische König Ludwig der VIII., vom Papst zum Kreuzzug gegen die Ketzer in Okzitanien gedrängt, den mächtigen Graf von Toulouse entmachten und zum Vasallen machen konnte, schildert Martina Kempff ebenso eindrucksvoll wie die Schicksale der Königin Blanka von Kastilien und ihrer Hofdame Clara sowie des Troubadour Theobald, Graf der Champagne. Ein Buch, mit dem Martina Kempff, wie auch in ihren anderen Romanen, aus aufschlußreicher Historie und lebensechten Charakteren fesselnde Geschichte schafft. Nicht umsonst schließt der Kölner Stadtanzeiger seine Rezension mit einem hohen Lob: 'genauso sollten historische Romane geschrieben werden'
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