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Die Kartenmacher: Der Wettstreit um die Vermessung der Welt
 
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Die Kartenmacher: Der Wettstreit um die Vermessung der Welt [Gebundene Ausgabe]

Paul Murdin
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Heute geben GPS-Geräte jederzeit unsere exakte Position an. Aber: Keine Positionsbestimmung ohne Nullpunkt! Ein solcher wurde erst vor 350 Jahren festgelegt, als französische Wissenschaftler den Pariser Meridian bestimmten - den Grundstein für die präzise Vermessung der Welt. Paul Murdin nimmt uns mit auf die abenteuerlichen Expeditionen der Forscher und berichtet von den vielfältigen Hindernissen, die sie im Wettstreit um die Maße der Welt überwinden mussten.

Über den Autor

Paul Murdin, Astronom, war an vielen Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt tätig. Zurzeit arbeitet er am Institute of Astronomy in Cambridge. Neben wissenschaftlichen Publikationen hat Murdin zahlreiche populäre Sachbücher zur Astronomie geschrieben.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Klemens Taplan TOP 500 REZENSENT
Unsere Landvermesser vergangener Jahrhunderte waren echte Pioniere und Abenteurer. In unruhigen Zeiten wie z.B. der französischen Revolution war es lebensgefährlich, mit seltsamen Gerätschaften durchs Land zu reisen und auf einsamen Bergen weit sichtbare Leuchtfeuer zu errichten. Dass es sich dabei lediglich um harmlose Triangulationen handelte, mit dem Ziel, das Land zu vermessen, konnte von dem Volk auf der Straße nicht nachvollzogen werden. Wer nicht mit Mathematik und Astronomie vertraut war, und das waren die wenigsten, konnte einfach nicht verstehen, um was es da ging.

Es gab im 17. Jahrhundert noch keine zuverlässigen Kartenwerke, mangels präziser Uhrwerke existierten bei der Navigation der Schiffe große Probleme und auch fehlten einheitliche Normen für Maße und Gewichte.

Autor Paul Murdin, selbst Astronom, beschreibt die Geschichte der Vermessung vom 17. Jahrhundert bis hin zur Neuzeit. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung in Frankreich. Vermessungen benötigen eine Basis und so wurde ein Meridian (Großkreis) durch Paris definiert und astronomisch vermessen. Ziel war es, genaue Karten zu zeichnen und die wahre Gestaltung der Erde zu erforschen. Notwendige Vermessungsarbeiten führten die Akteure bis in die entlegensten Winkel der Erde.

Murdin beschreibt die Lebensgeschichten zahlreicher Wissenschaftlicher, die an diesem Großprojekt beteiligt waren. Dabei wird, am Beispiel von Pierre-François-Andre Méchain, eins deutlich: Messfehler sind das schlimmste, was einem Landvermesser passieren kann.

Der Autor erzählt keine unmittelbar zusammenhängende Geschichte, sondern er beschreibt die historische Entwicklung anhand zahlreicher Biographien. Die Grundlagen der Vermessungen hätten m.E. verständlicher erläutert und auch mittels Skizzen visualisiert werden können. Auch wundert es mich, dass in einem Buch, in dem viele große Namen genannt werden, der geniale Mathematiker, Geometer und Astronom Carl Friedrich Gauß nur ganz am Rande erwähnt wird.

Es gibt nur wenige Bücher über die Vermessung der Welt. Die Biographie von Hubert Mania über Gauß hat mir wegen der zusammenhängenden Darstellung und Konzentration auf eine Person besser gefallen. Dennoch bleibt positiv festzuhalten: Der Geist der damaligen Zeit kommt rüber, die Motivation der Wissenschaftler ist erkennbar und die Geschichte wird lebendig erzählt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Das vorliegende Buch ist wissenschaftliche Prosa vom Besten. Der Astronom Paul Murdin, der in vielen wissenschaftlichen Einrichtungen überall auf der Welt schon tätig war, beschreibt auf dreihundert Seiten die Geschichte der Vermessung der Welt. Unter diesem Titel hatte schon vor Jahren Daniel Kehlmann sich dem Thema belletristisch genähert.

Paul Murdin holt viel weiter aus. Es beginnt damit, dass vor etwa 350 Jahren mit der Festlegung des Pariser Meridians als Nullpunkt die Voraussetzung für alle weitere Vermessungstätigkeit geschaffen wurde. Murdin schildert spannend und unterhaltsam, wie die Forscher aus den verschiedenen Ländern einen regelrechten Wettstreit um die Maße der Welt veranstalteten und auch, wie viele, zum Teil schwere Hindernisse, die ihnen in den Weg gestellt wurden, sie dabei überwinden mussten. Vor allem die Politik war es, die ihnen Steine in den Weg legte. So wurde aus politischen Gründen der Pariser Meridian später durch den Londoner ersetzt (Greenwich).

Das Buch über "Die Kartenmacher" ist eine ganz hervorragende Wissenschaftsgeschichte, geschrieben mit viel Fachkenntnis und wissenschaftlicher Begeisterung, aber auch mit viel Gespür für verständliche Sprache und anschauliche Darstellungsweise.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Wie Wikipedia uns lehrt, finden wir Wandmalereien von Siedlungen bereits 6200 v. Chr. Bis zu den ersten ernsthaften Versuchen für brauchbare Karten dauerte es dann allerdings wieder etwas. Aber über Anaximander von Milet, der um 541. V. Chr. mittels Mathematik und Geometrie solches Kartenmaterial ablieferte, spricht der Autor dieses Buches kaum. Da Paul Murdin Astronom ist, setzt er dort ein, wo sein Wissensgebiet zum Tragen kommt. Und er schrieb auch kein Buch über die Geschichte der Kartografie, sondern über die Suche nach Anhaltspunkten und Instrumenten, wie sich die Welt, ihre Landschaften, Meere und Orte in Zahlen beschreiben lassen. Der Originialtitel lautet denn auch: "Full Meridian of Glory. Perilous Adventures in the Competition to Measure the Earth."

Abenteuerlich ist dieser Wettbewerb tatsächlich. Und Paul Murdin gelingt es hervorragend, die Helden, Helfer, Kämpfe und Bösen dieser Abenteuergeschichte in eine nachvollziehbare Erzählung einzubetten. Auch weil er auf die Gründe eingeht, warum man sich dem Ziel manchmal schneller näherte und weshalb es zu unerwarteten Rückschlägen kam. Wissenschaftler nehmen eben nicht nur aus purer Lust am Entdecken Wagnisse in Kauf oder arbeiten rund um die Uhr, um der Menschheit zu dienen. Auch bei der Suche nach möglichen Mitteln, die Welt zu vermessen, spielten Politik, Machtansprüche, Geld und Ruhm eine Rolle. Daher passt es auch gut zum Thema, dass Paul Murdin zum Schluss noch auf den Besteller von Dan Brown "Sakrileg" zu sprechen kommt. Aber die Intrigen, Verschwörungen und Mordgeschichten des Romans interessieren ihn weniger als die vielen wissenschaftlichen Unwahrheiten und Spekulationen.

Nach einer persönlichen Einleitung, die Murdins Werdegang zum Astronomen beschreibt, wird der Leser mit dem Begriff "Meridian" vertraut gemacht. Danach folgt der Autor den Spuren von Wissenschaftlern, die einen nennenswerten Anteil daran hatten, dass die Menschen immer besser wussten, wo sie sich befanden und wohin sie sich bewegten. Allerdings sorgte nicht jede Entdeckung für Freude. So reagierte der französische König ziemlich verärgert, als ihm die Vermesser mitteilten, sein Reich sei nun um zwanzig Prozent kleiner. Um sich bei dem Wirrwarr der vielen Spuren nicht geistig zu verirren, arbeitet der Autor auch mit den Zwischenüberschriften "Menschen, Ideen und Orte". Zudem geht er weitgehend chronologisch vor, so dass wir erst gegen den Schluss erfahren, was GPS ist und wie es funktioniert. Da die Illustrationen und Bilder meist klärend wirken, hätte ich mir noch mehr davon gewünscht. Aber als astronomischer Laie konnte ich den Ausführungen des Autors meist folgen.

Mein Fazit: Der deutsche Titel könnte die Erwartung wecken, in diesem Buch werde die Geschichte der Kartographie erzählt. Dem ist nur insofern so, als der Autor von den vielen Wissenschaftlern berichtet, die nach den Theorien und Instrumenten suchten, die genaue Karten erst möglich machen. Spannend ist Murdins Buch vor allem, weil es die Wissenschaftsgeschichte nicht schönt und auch von Menschen erzählt, die Romanschriftstellern wie Dan Brown den Stoff für wildeste Verschwörungstheorien liefern.
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