... kehren Honoré und seine Gattin Camille nach über 20 Jahren zum ersten Mal wieder in das kleine bretonische Fischerdorf Kerfilec zurück. Damals, als die Zwei beinahe noch Kinder waren, sind sie unter mysteriösen Umständen nach Paris verschwunden, also was bewegt sie nun zur Rückkehr in ihre beschauliche Heimat? Kein Wunder, dass die Dorfbewohner darüber argwöhnen und tratschen.
In der nostalgischen Geschichte, deren dörfliche Idylle ein wenig an
Das Nest erinnert, ist Magie mit im Spiel, denn u.a. überschneiden sich plötzlich die Zeitebenen, aber auch alte Intrigen und Geheimnisse werden aufgedeckt. Der insgesamt zwei Bände umfassende Plot liest sich sowohl spannend als auch unterhaltend und viele Situationen laden zum Schmunzeln ein. Jedoch seines komplexen Aufbaus wegen, empfehle ich beide Teile am Stück zu lesen.
Gezeichnet ist 'Die Kapuzinerschule' in bester frankobelgischer Comictradition mit sehr feiner Linienführung und einer schönen, kräftigen Kolorierung, die noch angenehm fürs Auge ist und niemals zu grell wirkt. Besonders viel Mühe gab sich Vincent mit den alten Gebäuden, die er innen wie außen sehr detailliert und authentisch gezeichnet hat. Das Gleiche trifft für Kleidung und sonstige Ausstattung zu. Landschaften wiederum könnten in den Feinheiten besser ausgearbeitet sein, sind sie doch recht großflächig mit nur vagen Umrißlinien wiedergegeben. Genauso fehlt oftmals die Mimik in den Gesichtern der Akteure, selbst aus keiner allzu großen Entfernung betrachtet.
Aufmachung und Qualität sind natürlich top, wie man dies von Splitter gewohnt ist. Im 2. Band
Der Erbe gibt es als Bonusmaterial noch einen 3-seitigen Skizzenanhang.