Die Kanji haben den Ruf, für durchschnittlich begabte westliche Erwachsene nicht erlernbar zu sein. Der eigentliche Grund für das Scheitern liegt in den meisten Fällen in der falschen Lernmethode. Wer versucht, die ca. 2000 Kanji mit der traditionellen Schulmethode der 1000 Wiederholungen ins Gedächtnis zu hämmern, wird scheitern. Was bei den englischen Vokabeln mit viel Aufwand, aber auch mit viel Frust gerade so funktioniert, versagt bei den Kanji.
Bei der Schulmethode beanspruchen wir überwiegend unsere linke Gehirnhälfte, die rechte dreht sozusagen Däumchen.
Der Author des Buches verfolgt einen anderen Ansatz. In dem er die bildliche Vorstellung und die Phantasie ins Spiel bringt, wird auch die rechte Gehirnhälfte aktiviert. Die Zusammenarbeit von linker und rechter Gehirnhälfte ist die Voraussetzung dafür, sich etwas Neues, mit vergleichsweise wenig Aufwand zu merken.
Nun wurde auch in der Vergangenheit bereits versucht, diesen Ansatz auf die Kanji anzuwenden, allerdings mit wenig Erfolg. Meiner Meinung nach liegt der Grund darin, dass vor allem komplexe Kanji sehr wenig Ähnlichkeit mit etwas haben, das man sich bildlich vorstellen kann. Hier kommt die herausragende Arbeit des Authors ins Spiel.
Komplexe Kanji setzen sich aus einfacheren Elementen zusammen. Diese einfachen Elemente haben noch soviel Ähnlichkeit mit etwas, das man sich bildlich vorstellen kann, sodass ein Bild zugeordnet werden kann. Komplexen Kanji wird somit eine Kombination von Bildern zugeordnet. Der Author hat die ca. 2000 Kanji in ihre Bestandteile zerlegt, den jeweiligen Bestandteilen Bilder zugeordnet und anschließend die Bestandteile bzw. Bilder, entsprechend ihrem Vorkommen in den komplexen Kanji kombiniert. Vor allem wenn man lediglich die klassische Schulmethode kennt, mag es anfangs etwas ungewohnt sein, sich die verschiedenen Bilder vor Augen zu führen. Dies funktioniert aber mit etwas Übung immer besser.
Zusammenfassend kann man sagen: So macht Kanji lernen richtig Spaß. 5 Sterne sind eigentlich nicht genug, zumal dieses Buch eine Tür öffnet, die den meisten Leuten, mich eingeschlossen, bisher verschlossen war.