Der Hinrichtungszeitpunkt steht fest. Ein Anwalt kommt, setzt die Maschinerie der amerikanischen Rechtsprechung in Gang und versucht den Todgeweihten zu retten. An diesem amerikanischen Erfolgsschema konnte der Anwalt und Bestseller-Autor Grisham nicht vorbeigehen. Es vereint nicht nur den Wettlauf gegen die Zeit und die beliebten Gerichtsdramen, sondern bietet auch Platz für den Kampf gegen die Todesstrafe.
Das Buch allerdings ist in diesem Fall spannender als der Film, der im Wesentlichen nur von der Darstellungskunst des Gene Hackman lebt.
Hackman spielt den Todgeweihten Cayhall, der in letzter Sekunde von seinem Anwalts-Enkel Hall gerettet werden soll. Cayhall ist ein Mörder, doch für den Mord am schwarzen Jugendfreund von Halls Vater, sitzt er nicht in der Todeszelle. Hier ist er "Soldat" des Ku Klux Klan und schützt den eigentlichen Täter eines anderen Mordes.
Mit der Familiengeschichte der Cayhalls, die wir mehr oder weniger schleppend erzählt bekommen, werden uns die auch Ansätze für die psychologische Erklärung eines uns fremden Verhaltens mitgeliefert. Aber wirklich überzeugend ist das alles nicht, denn die Charaktere der Hauptfiguren sind nicht sehr tief gezeichnet.
Was mir wirklich in Erinnerung bleiben wird, sind die Szenen in der Gaskammer.
Fazit.
Dies ist ein eher durchschnittlich inszenierter Film, der weder Krimi noch Thriller und auch nicht besonders spannend ist. Von den Darstellern überzeugt allein der grantige Hackman. Dennoch ist wenigstens bei mir ein Stück amerikanischer Wirklichkeit hängen geblieben, das nachdenklich macht. Der Film ist unterhaltend, aber eben nicht so, dass er begeistert.