Karin Engel schreibt bereits seit 15 Jahren für verschiedene Frauenmagazine und hat mit "Die Kaffeeprinzessin" ihren ersten, wunderbar lesbaren Roman aus der Zeit der Belle Epoque vorgelegt:
Eingebettet in die sozialen und politischen Umwälzungen von 1902 bis ca. 1928 ist die Handlung sowohl in Bremen und Berlin als auch in Brasilien, Ostpreußen und Rußland angesiedelt:
Felicitas Wessels ist die Tochter eines Schauspielerehepaares und für die damalige Zeit eher unkonventionell erzogen worden. Sie will ihre Spur im Leben hinterlassen und ihren eigenen Weg gehen. Heinrich Andreesen ist der Sohn einer der ersten Familien Bremens und seinen Weg hat er "geerbt". Beide verlieben sich ineinander und gehen die nicht standesgemäße Ehe ein. Felicitas versucht auch nach der Eheschliessung, nicht nur ein Anhängsel ihres Mannes zu sein, sondern ihre "Spur" im Leben zu hinterlassen...
"Die Kaffeeprinzessin" beschränkt sich allerdings nicht nur auf Heinrichs und Felicitas Geschichte, sondern umfasst auch in erster Linie einen Teil der Familiengeschichte von Felicitas Verwandtschaft mütterlicherseits, die auf einem Gut in Ostpreussen lebt und dort ihre eigenen Probleme hat.....
Ich war sehr angenehm überrascht, dass die "Die Kaffeeprinzessin" sich nicht auf die Beziehung zwischen Felicitas und Heinrich und deren Auswirkungen beschränkt, sondern sowohl welt- als auch zeitumspannend angelegt ist. Engel hat einen scharfen Blick für Historie und Histörchen, in die sie die Geschichte um die beiden Familien eingearbeitet hat. Sie erzählt detailgetreu und informativ, ohne dabei auszuufern, liebe - und phantasievoll. Die Saga um die beiden Familien hat einen kaum abflachenden Spannungsbogen und ich hätte mir gewünscht, dass es nach 590 Seiten noch nicht zu Ende gewesen wäre! Werde bei künftigen Besuchen Bremen mit ganz anderen Augen sehen ;-).
Fazit: Ein wunderschönes, spannendes Leseerlebnis! Am besten mit einer Kanne guten Kaffees zu geniessen ;-)!