Kurzbeschreibung
Spätestens seit der Kartenkorrespondenz der Brücke-Maler ist die gezeichnete, gemalte oder collagierte Künstlerpostkarte als eigenständiges Medium entwickelt und steht den Zeichnungen oder Skizzen des Künstlers in nichts nach. Illustrierte Postkarten sind seither nicht nur reizvolle Kleinodien im Werk eines Künstlers, sondern gehören oft zum ausdrucksstärksten, was eine Gruppierung oder Stilrichtung hervorgebracht hat: spontane Miniaturen, die über den reinen Mitteilungswert hinaus die Stimmung eines Augenblicks, einer persönlichen Botschaft oder die spezifische Idee einer Schaffensphase zum Ausdruck bringen. Zu bestimmten Zeiten kommen dadaistische Provokation, kassiberhafte Chiffrierung (Drittes Reich) oder experimenteller Charakter als neue Funktion der Künstlerpost hinzu. Karten stellen zugleich wertvolle dokumentarische Quellen dar, erlauben doch die Poststempel in Verbindung mit Bilderskizzen die Datierung größerer Arbeiten, können verlorengegangene Gemälde rekonstruiert werden oder sind Nachrichten über Aufenthaltsorte oder wichtige Begegnungen zu gewinnen. Basierend auf dem wohl größten europäischen Bestand an Künstlerpostkarten im Altonaer Museum in Hamburg, der durch bedeutende Werke aus privaten und öffentlichen Sammlungen ergänzt wird, gibt diese Publikation erstmals einen Gesamtüberblick zur Geschichte der Künstlerpostkarten von 1880 bis heute: ein Museum der Kunst des kleinen Formats.