Mit erschreckender Normalität erzählt die Hauptperson aus der Ich-Perspektive vom Leben mit seiner Frau, einer Schriftstellerin, die Alkoholikerin ist. Erst später wird klar, dass auch er dem Alkohol verfallen ist. Tag für Tag leben sie aneinander vorbei und sind doch zusammen. Sie versteckt ihren Schnaps, ist aber doch jeden Abend besoffen. Er öffnet jeden Tag um 15 Uhr seine Flasche Wiskey, mehr trinkt er nicht am Tag, die nächste Flasche öffnet er erst wieder am nächsten Tag um 3.
Diese Geschichte ist außergewöhnlich. Fast schon gleichgültig erzählt der Ehemann von der Entziehungskur, von der Zeit danach und von dem Rückfall. Er ist nicht nur Alkoholiker, sondern auch Co-Alkoholiker, sie ist schließlich sein Traum, seine Grete. Traurig ist die Geschichte, mitreißend, und doch erschreckend.
Ich konnte mich kaum von den Seiten lösen, konnte das Buch nur für kurze Zeit aus der Hand legen. So kann Leben sein. So gewollt kann Leben sein.