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Die Königin von Saba [Gebundene Ausgabe]

Tessa Korber
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

Juni 2005
Geboren mit einem verkrüppelten Fuß muss Südwind ohne Mutter bei ihrem Großvater am Rande der Wüste Ziegen hüten. Eines Tages bestätigt sich die hoffende Ahnung des Mädchens, dass es mit ihr etwas Besonderes auf sich habe: Nachdem Unwetter das Hirtendorf zerstören, gelangt sie in die mächtige Stadt Saba, in der ihr Vater einer der Fürsten ist. Doch die Stadt wird beherrscht von einem mädchenmordenden Tyrannen, der jedes Jahr eine blutige Hochzeit feiert. Südwind spürt, dass sie allein die Kraft hat, die Macht dieses Mannes zu brechen, dass allein sie ohne Skrupel ist, dafür auch zu töten. Doch als sie nach der vollbrachten Tat selbst den Thron Sabas besteigt, zeigt sich, dass sie als Frau von Feinden und falschen Freunden umzingelt ist. Um ihre Macht zu wahren und das Königreich Saba vor der Vernichtung zu retten, muss sie übermenschliche Prüfungen bestehen.


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1., Aufl. (Juni 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 382185748X
  • ISBN-13: 978-3821857480
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 799.018 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Tessa Korber, geb. 1966 in Grünstadt/Pfalz, hat Geschichte und Germanistik studiert. Sie arbeitete in Verlagen, im Buchhandel sowie als Werbetexterin. Tessa Korber lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Erlangen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

DIE BOTSCHAFT DES WIEDEHOPFS

Der alte Arik ließ sich seufzend auf einem Stein im Schatten der Akazie nieder.

Einsam stand der Baum am Fuße der schwarz zerklüfteten Felsen, die an dieser

Stelle in die Wüste ausliefen, sich verloren zwischen Geröllfeldern und

Sandhügeln, über denen der weiße Himmel zerfloß wie geschmolzenes Metall.

Der Weg hierher war weit gewesen, doch er hatte sich gelohnt. Drüben am Hang der

Düne weideten seine Ziegen, weiße Flecken in einem fremdartigen, leuchtend

grünen Wogen, das der Wind erzittern ließ wie die Flanke eines Tieres. Vor

einigen Nächten hatte es geregnet am Rand der Wüste und damit diese seltene,

rasch aufschießende Pracht hervorgebracht. Arik hatte es sofort gespürt, als er

an jenem Abend aus dem Zelt getreten war, am Duft der Luft, am Sirren der

Insekten. Er hatte sogar den dunklen Vorhang des niedergehenden Wassers in der

Ferne gesehen, schwarz wie der Bart des Regendämons Afrit, den andere nur für

eine seltsame Wolke in der Dämmerung gehalten hatten.

Das gleichmäßige Rupfen der Tiermäuler drang bis zu dem alten Mann herüber und

ließ ihn befriedigt nicken. Die törichten jungen Mädchen des Stammes, denen

zumeist die Obhut über die Herden oblag und die so sorglos mit ihren

Hirtenstöcken umhersprangen, sie wußten nichts vom Wüstenregen. Der letzte war

gefallen, als sie noch nicht geboren waren, und der nächste würde sie als Mütter

sehen. Doch der alte Arik kannte ihn, und er würde sein Geheimnis mit niemandem

teilen. Für wenige Tage nur würden Gras und Blumen blühen, würden die Ziegen

fressen und ihre Milch reicher und süßer fließen. Sollten sie doch lachen im

Dorf über ihn, der stur und stumm seine eigenen Wege ging.

Für einen Moment glaubte Arik, Gelächter zu hören und hellen Glockenklang, der

vom Wind herangetragen wurde, und er hob den Kopf.

Doch er hatte sich getäuscht. Ächzend legte Arik sich wieder auf dem flachen

Felsen nieder, den Arm als Kissen unter dem Kopf, die harten, von der Sonne

schwarz gebrannten Füße unter den Saum seines langen Gewandes gezogen wie unter

den Schutz eines Zeltes. Umständlich zog er ein blaues Tuch heraus und legte es

sich übers Gesicht. Ein letztes Fuchteln des Hirtenstockes vertrieb eine der

großen Echsen, die eben noch den Platz mit ihm geteilt hatte. Ihr Maul öffnete

sich lautlos, als er nach ihr stach, ihr kobaltblauer Schwanz färbte sich über

der Wurzel rot vor Zorn, dann verschwand sie raschelnd im Dornengestrüpp. Recht

so, dachte der alte Arik, meine Wut ist größer als deine.

Still lag er unter seinem Tuch, die Wärme auf seinen Gliedern wie ein Gewicht,

und lauschte in die Stille. Er horte jeden Tritt seiner Tiere. Er war nicht wie

die jungen Dinger, die sich zur Mittagszeit trafen, um in selbstgebauten kleinen
Zelten selbstvergessen zu schwatzen und zu dösen, von ihren Liebsten zu träumen

oder sie gar dort zu verschwiegenen Schäferstündchen zu empfangen, während

draußen die Luft unter der Hitze erzitterte und die Ziegen in die Irre

streunten.

Der alte Arik hob das Tuch und spuckte aus. Mürrisch kratzte er sich am Schenkel

und legte sich wieder zurecht. Er würde niemals ein Mädchen seine Herde hüten

lassen, mochten die anderen noch so sehr spotten.

»Alter Arik«, hänselten sie ihn, wenn er an ihnen vorbeihumpelte, den Blick zu

Boden gerichtet, »bitterer Arik. Leer ist dein Zelt wie ein ausgetrockneter

Wadi, einsam bist du, allein wie der Wanderer in der Wüste, mürrisch bist du und

stachelig wie eine Akazie.« Dann kicherten sie und zogen los mit ihren

springenden Böckchen. Ihre Haare flatterten und ihre Fußreife klirrten.

Geht nur, höhnte er dann im stillen, geht und häuft Schande über euch und eure

Eltern. Als ob er es je vergessen könnte, daß seine eigene Tochter geradeso

aufgebrochen war an jenem Morgen, hüpfend wie der Schlag eines fröhlichen

Herzens. Und der Abend brachte sie nicht wieder. Unwillkürlich stieß der Alte

ein lautes Ächzen aus, als die Erinnerung ihn übermannte.


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Kundenrezensionen

4.0 von 5 Sternen
4.0 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Geschichte: Zart, elegant, farbig 3. August 2006
Von M. Leykam
Wer hat noch nie von der sagenhaften Königin von Saba gehört? Und wer wollte behaupten, es habe sie nie gegeben, die Herrscherin, die sich mit ihren Schätzen zum bibischen König Salomo aufmachte und mit ihm vereinigte? Dennoch gibt es kaum eindeutige Spuren für die Existenz dieser Frau. So tritt sie uns auch in diesem Buch entgegen: Als "Herrin Südwind", Findelkind eines Wüstenstammes, ohne Familie, ohne Geschichte. Durch die genreübliche Mischung aus Gewalt, Sex und Intrigen gelangt sie an die Spitze eines Reiches, dem sie zu Wohlstand und Stärke verhilft. Die Verbindung mit dem von ihr aus der Ferne verehrten Salomo erweist sich vor Ort als lediglich politisch notwendig - nichts als ein weiteres Hindernis, das es zu überwinden gilt.

Die Geschichte ist gut. Zum einen, weil die Sprache die Story kraftvoll und farbig anpackt und dabei doch nie den Humor aussperrt. Zum anderen, weil es dem Buch gelingt, einer historischen Klischeegestalt auf eine ganz besondere Art Leben zu geben. Viele Geschichten um die Königin von Saba erzählen nicht nur von ihrer Schönheit und herrschaftlicher Pracht, sondern auch von einem verunstalteten Fuß. Das Bewusstsein ihres Makels, ein Zeichen unheilbarer Andersartigkeit, begleitet Südwind ihr halbes Leben hindurch bis an die Spitze der Macht und hindert sie daran, sich wahrhaftig lieben zu lassen. Diese zarte Geschichte ist verpackt in reichlich Action, die wenigen historischen Forschungsergebnisse, die zum Thema zu finden sind, werden beiläufig und elegant eingearbeitet. Einen Stern Abzug für etwas zu dick aufgetragene Dramatik (nach meinem Geschmack), ansonsten nichts als große Lesefreude.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Mythos wird lebendig 9. September 2007
Von Leserin
Tessa Korber gelingt der Spagat, eine Geschichte, die jeder bereits sehr gut zu kennen meint und die mit vielen Klischeevorstellungen besetzt ist, auf eine wunderbare Weise völlig neu und spannend zu erzählen. Der Zauber des Mythos bleibt erhalten, auch wenn Südwind sich in einen "echten" Menschen aus Fleisch und Blut, mit Ecken und Kanten verwandelt. Die vielschichtige Figurenzeichnung macht die sagenumwobene Königin von Saba sympathisch, man bekommt einen Bezug zu ihr und ihrem Schicksal. Faszinierend, wie Tessa Korber anhand des Makels am Fuß ihre Charakterdarstellung aufbaut.
Doch nicht allein die einfühlsame Zeichnung der Hauptfigur macht die Stimmigkeit des Buches aus. Auch die Gestaltung der weiteren Figuren sowie die sorgsam gewählte Sprache, die in die Welt des fernen Orients entführt, ohne jemals kitischig zu werden, ziehen in die Geschichte hinein. Ein echter Lesegenuss von der ersten bis zur letzten Seite!!!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bedingt empfehlenswert 23. März 2009
Von libri1902
Der Anfang der Geschichte - die Kindheit der Königin von Saba - ist sehr gelungen. Schöne poetische und bildhafte Sprache, die im Geiste Bilder lebendig werden lässt. Der zweite Teil der Geschichte war mir dann leider zu klischeehaft, zu vorhersehbar und war fast ein bißchen kitschig. Daher ist das Buch meiner Meinung nach nur bedingt empfehlenswert. Leider gibt es nur wenig Literatur über die Königin von Saba, so dass man sich mit den vorhandenen Büchern begnügen muss.
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