Maeve hat bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Bereits drei Mal wurde sie von ihrem Vater mit Männern verheiratet, um Bündnisse zwischen den Stämmen zu stärken. Nie durfte sie Liebe erfahren, zudem wurde ihr die Tochter weggenommen, als Maeves Vater das Bündnis zwischen ihrem damaligen Mann und Maeves Stamm brach. All das führt dazu, dass Maeve immer mehr verbittert- allerdings regt sich nun das erste Mal der Kampfgeist in ihr, als ihr dritter Mann, Conor, plant, Maeves alten Stamm zu hintergehen.
Sie kehrt zurück in ihre Heimat, doch Eochaid, Maeves Vater und König von Connacht schäumt nicht gerade über vor Freude sie zu sehen. Allerdings besitzt er auch nicht mehr die Kraft, sie zurückzuschicken, denn er liegt im Sterben.
Da sein Nachfolger und Maeves grausamer Bruder, Innel keinen Zweifel daran lässt, dass sie ihm ein Dorn im Auge ist und ihr zudem nach dem Leben trachtet, bleibt Maeve nur die Flucht nach vorn.
Die Kriegerin entwendet das Schwert des Vaters von seiner Ruhestätte und fordert ihren Bruder zum Zweikampf auf. Obwohl sie durch jahrelanges Kämpfen gestählt ist, glaubt keiner ihres Clans an einen Sieg, doch Maeve entwickelt während des Kampfes eine seltsame Leichtigkeit und Furchtlosigkeit. Kann es sein, dass Ruan, der blinde Druide, den Maeve am See traf, dafür verantwortlich ist und ihr den Segen der Sidhe ermöglicht hat?
Nachdem Innel besiegt ist, schlägt Maeve ihren Clansleuten und den Druiden vor, ihr bis zum nächsten Frühling eine Art Bewährungsfrist einzuräumen. Mögen die Götter ihr nicht gesonnen sein, will sie sich dann als Menschenopfer zur Verfügung stellen. Doch Connor hat nicht die Absicht so lange mit einem Angriff zu warten.
Derweil sucht Maeve immer wieder Ruan am See auf und bittet ihn, ihr zu helfen den Kontakt zu den Sidhe herzustellen- sie ahnt jedoch nicht, dass Ruan allein der Schlüssel zu ihrem Glück bedeutet'
Nach 'Tochter der Schwäne', in dem Deirdres Geschichte erzählt wird, widmet sich die Autorin erneut einer irischen Sage. Im Fokus des Geschehens steht nun Maeve, eine starke Frau und Kämpferin, die alles dafür tun will, um ihrem Volk Frieden und Wohlstand zu bringen. Maeve ist kein einfacher Romancharakter- zwar ist sie ihrem Volk gegenüber absolut loyal, doch wenn es ihrer Sache dient, kann sie durchaus verschlagen und manipulativ agieren. Ihre Intelligenz ist Segen und Fluch zugleich, ihr überschäumendes Temperament gepaart mit ihrer Verschlossenheit und ihrer Verletzlichkeit die sie vor allen anderen verbirgt, machen sie keinesfalls zu einer Heldin, die man schnell in sein Leserherz schließt, doch man entwickelt im Laufe des Romans Respekt ihr gegenüber und kann durchaus, nachdem man erfährt, wie viel Leid sie in ihrem kurzen Leben bislang erfahren musste, Verständnis für sie aufbringen. Die Autorin erzählt aber nicht nur über Maeves Werdegang in Bezug auf ihre Ambitionen Königin ihres Volkes zu werden, sondern webt zudem eine sich sehr zart entwickelnde Liebesgeschichte in diesen Roman mit ein. Die Liebesgeschichte jedoch ist eher schmückendes Beiwerk, obwohl gerade diese wenigen Momente in denen Maeve und Ruan zusammen sind, besonders poetisch und ergreifend beschrieben wurden.
Ruan selbst blieb mir leider auch im Laufe der Story stets ein wenig fremd.
Da einige magische Elemente in dieser Story verwoben wurden, würde ich dieses Buch eher der Fantasylektüre zuordnen, allerdings ist es durchaus auch als Lektüre für historische Romanfans zu empfehlen, die ein Faible für Märchen und Sagen besitzen.
Obwohl ich diesen Roman im Großen und Ganzen unterhaltend fand, fehlte mir hier jedoch der letzte Kick, das Tüpfelchen auf dem 'i', um mich restlos begeistern zu können. Ich wurde einfach nicht richtig warm mit den agierenden Personen in diesem Roman und da sich der Löwenanteil der Geschichte mit Maeves Vorbereitungen auf den Kampf gegen ihren Widersacher beschäftigt, hatte ich zwischenzeitlich mit einigen Längen innerhalb des Buches zu kämpfen, weil einfach ansonsten zu wenig geschieht, auf den immerhin 637 Seiten.
Ein unterhaltsamer historischer Roman ist es dennoch, trotz einiger Längen und kleiner Kritikpunkte, der die Geschichte einer interessanten und mutigen Frau erzählt.
Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)