Wer den Film "Ganz oder gar nicht" gesehen hat, wird in Könige der Nutzholzgewinnung viele Paralellen finden.
Könige der Nutzholzgewinnung ist eine herrliche deutsche Komödie, die musikalisch und optisch mit Anspielungen auf Amerika witzelt und originell punktet.
Klar, Filme sind Geschmackssache, aber der Film ist auch rein objektiv betrachtet einfach fantastisch, wunderbar besetzt, ausgedacht, tolle Regie, super gespielt. Die Komik entsteht oft auf sehr natürliche Weise, fast still.
Schon am Anfang muß man lachen, wenn man an den Ortsschildern Elend und Sorge vorbeifährt, dann kann man schon erahnen, was einen erwartet, und man wird entsprechend eingestimmt.
Viele schöne Bilder, rührend, komische Szenen wie die im Bus, als der Kleine dem abgebrannten Haupdarsteller verklickert, dass er sein Sohn sei, oder als er es nicht schafft die Brockenbahn zu erklimmen, und wie es denn am Schluß klappt, was einem zeigt, beide Personen haben sich gewandelt. Beziehung heißt das Zauberwort. Alles sehr menschlich, anrührend und zum lachen, Komödie eben.
Viele wichtige Themen finden in dieser Kömödie einen Platz, die Schwierigkeit die richtige Beziehung zu führen, Familie, Freiheit, Stärken und Schwächen, Eifersucht, Jemand sein, Vater sein, Mann sein, Frau sein, arbeitslos und perspektivlos sein.
Der Hauptdarsteller ist ein Weiberheld, nicht der beste Charakter, große Klappe, mehr sein als Schein, kann nicht mit Geld umgehen, ist aber ausgesprochen kreativ. Und trotz aller negativer Eigenschaften ist doch gerade er es, der es schafft, einer Menge Menschen, einschließlich sich selbst, Freude Hoffnung und Wandlung zu schenken.
Der Film ist aus meiner sicht hervorragend, der Rest ist Geschmackssache.