Durch Zufall bin ich an dieses Buch geraten. "Eine schlecht gelaunte Köchin" stand auf dem Cover, "Gerichte für Zahnlose" - und schon war ich gespannt. Auch die Kakerlakenfrage (Igitt!) weckte mein Interesse. "Was Sie schon immer von der Arbeit in der Gastronomie wissen wollten, sich aber nie zu fragen trauten" könnte ein Untertitel sein. Oder: "Schonungsloser Blick hinter die Kulissen der Hotelküche". Aber halt, es handelt sich ja um Fiktion! Und doch: Sehr lebensecht! Witzig: der nörglerisch-kritische Stil! Originelle, z. T. wirklich lustige, aber auch tief schürfende Ideen! Wie kommt man bloß auf solche Dinge? Der Autorin scheint der Schalk im Nacken zu sitzen. Doch Vorsicht: Auf der einen Seite könnte man laut herauslachen, auf der nächsten Seite kommt der Schlag, der betroffen macht. Eine aberwitzige Mischung, süß und herb, die den Leser mehr als einmal nachdenklich zurücklässt. Eine paar Längen in den küchentechnischen Aufzählungen (für Insider, Hobby- und Berufsköche sicher von Interesse!) stören kaum. Sogar längst verschollene Französisch-Kenntnisse lassen sich mit dieser Köchin wieder auffrischen. Ein nettes Buch, aus dem sich jede Menge lernen lässt. Und ein hübsches Geschenk für literaturbegeisterte Hobby"sieder" und Restaurantbesucher beiderlei Geschlechts. Das nächste Essen im Lieblingslokal wird mit ganz neuen Augen betrachtet. Oder bleibt man zur Nahrungsaufnahme lieber zu Hause? Nach der Lektüre dieses Buches fällt diese Entscheidung nicht ganz leicht. Guten Appetit!