Es ist schon erstaunlich, wie es Herbert W. Franke gelingt, auf gerade einmal 150 Seiten eine Geschichte zu entwickeln, die den Leser dermaßen spannend und kurzweilig auf eine Ebene ethischer Überlegungen zu hieven vermag.
Die Erde gilt nach einem vernichtenden Weltkrieg als unbewohnt und unbewohnbar, sie existiert gewissermaßen bloß noch als eine halb melancholische, halb zynische Reminiszenz an die Herkunft des Menschen. Doch im Innersten der Berge, tief vergraben unter Eis und Gestein, setzt sich die einmal entfesselte Mechanik der blinden Gewalt in den Gruppierungen abgestumpfter Höhlenbewohner noch nach Jahrhunderten fort. Da ist es fast schon eine logische Konsequenz, dass ein durch technische Hilfsmittel konservierter und neu belebter Ex-Führer, die Chance wittert, seinen Krieg nun doch noch endgültig zu gewinnen ...
Am Beispiel einiger Individuen, die aufs Unrühmlichste in die Propagandamaschinerie der alten Regierung verwickelt gewesen sind, werden nun die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten durchgespielt, einen solchen Vernichtungsfeldzug zu stoppen. Und eins wird dabei deutlich: eine wie auch immer zu konkretisierende Ethik bedarf neben der Einsicht in die Zusammenhänge ebenso der entschlossenen Handlungsbereitschaft.
Diese Problematik spannungsreich zu vermitteln, ist das Verdienst eines souveränden Autors, dem es glückt, in den Figuren seiner Geschichte den Funken der Individualität zu entzünden. Das einzige Ärgernis dieses Buches besteht für mich darin, dass es bis heute nicht für den Film entdeckt wurde, denn es ist geradezu filmisch geschrieben, und das im allerbesten Sinne.