Das ereignisreiche Drama »Jungfrau von Orleans« spielt vor dem Hintergrund des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England und beschreibt die spannende Geschichte eines einfachen jungen Mädchens, daß durch göttliche Vorsehung zur heldenhaften Kriegerin wird und den eigentlichen König Frankreichs wieder an die Macht führt.
Die junge Johanna D'Arc, eine Schafshirtin, wird von Gott selbst dazu berufen die französische Armee anzuführen und die bisher unbesiegbar erscheinenden Engländer bei Orleans zurück zu schlagen, um den verzweifelten König Karl VII erneut zum König aller Franzosen zu machen. Natürlich geht dieser Plan nicht ganz so leicht auf, und Johanna verliebt sich kurzzeitig in den Führer der englischen Schlachttruppen. Letztendlich schließt das Drama genretypisch mit dem Tod der Protagonistin, allerdings anders als historisch belegt. Schiller dreht das Ende der romantisch verklärten Geschichte ins Patriotische um. Johanna wird zwar gefangen, aber sie zerbricht ihre schweren Ketten, stürzt sich noch eimmal ins Kampfgetümmel, siegt und stirbt auf dem Schlachtfeld.
Friedrich Schillers romantische Tragödie »Die Jungfrau von Orleans« erzält seine Version der Jeanne D'Arc, entspringt jedoch nicht originär seinem Schaffen, sondern ist eine Adaption eines klassischen Shakespeare-Dramas. Schiller macht jedoch aus dem Historiendrama eine romantische Tragödie. Schiller hat sich zu diesem Trauerspiel von Shakespeares »Heinrich VI.« anregen lassen und sich bis in die Einzelheiten bei dem 200 Jahre älteren Stück bedient.