Sommerey vereint im theoretischen Teil seines Buches traditionelle jugendsoziologische Theorien mit allgemein gültigen psychologischen Denktraditionen. Durch diese Tatsache ist das Buch nicht nur für Fußballfans oder Ultras ein echter Meilenstein in der alternativen Fanforschung sondern auch überaus geeignet für alle, die sich für die allgemeine Jugendforschung oder der Entstehung von Jugendkulturen interessieren.
Im Hauptteil, der Genese deutscher Ultras, erhält der Leser durch das Stielmittel der zahlreichen Selbstauskünfte der Untersuchungsgruppe einen lebendigen und soweit ich beurteilen kann realistischen Eindruck der deutschen und teilweise italienischen Szene.
Beim lesen fällt deutlich auf, dass sich Sommerey zu jeder Zeit vom Stigma, welches seit jeher den Fußballfans zugeschrieben wird, freimacht. Er betrachtet die Szene unvoreingenommen und ganzheitlich.
Bemerkenswertes leistet das Buch in den Kapiteln Ultragruppen in ausgesuchten Ländern" und Ultrakulturen in ausgesuchten Sportarten" da ich hierüber noch nie eine Abhandlung oder Teile einer Abhandlung in dieser Form gelesen habe.
Das Buch wird weiterhin aufgewertet durch die Homepage zum Buch mit vielen Extras"
jugendkultur-ultras.de
Insgesamt bietet die Studie eine gut durchstrukturierte Szenen-Ethnografie, welche durch Vollständigkeit, Lebhaftigkeit und alternativer Denkweise glänzt.