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Die Jugend von heute
 
 
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Die Jugend von heute [Taschenbuch]

Joachim Lottmann
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 319 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Aufl. (22. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346203426X
  • ISBN-13: 978-3462034264
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 275.660 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Joachim Lottmann
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Joachim Lottmann, als Nina Ruge wiedergeboren in den Niederungen der Berliner Drogen- und Clubszene? Nichts wird gut. Der „böse Onkel der Popliteratur“ (Stern) buddelt sich, recherchierend unter dem kaum verschlüsselten Biederkürzel „Onkel Jolo“, durch die Lotternächte der Hauptstadt. Als Ethnologe, wie Lottmann verkündet. Gehört es aber zum Forschungsauftrag dieses Wissenschaftszweigs, gleich mit den Frauen des von ihm entdeckten Stammes Viagra-gestützt ins Bett zu steigen?

Onkel Jolos Bestandsaufnahme der heutigen Jugend fällt bedenklich aus. Was ihn keineswegs daran hindert, ihre Rituale, ihren Tonfall (und ihre Frauen) chamäleonhaft zu adaptieren. Unter der Führung seines Neffen Elias trifft Jolo auf eine Dotcom-verkaterte, hohle und zugedröhnte Hedonistenschar, die im „Laber-flash“ dauerrotiert. Ruppig faseln die Kids von „geilen Snails“ und vom „Bohnern“, richtiger Sex aber scheint aus Angstgründen vom Speiseplan gestrichen.

In den Berliner Szeneclubs erlebt Onkel Jolo eine pubertäre und überdrehte Alptraumwelt, bevölkert von Jungvolk im Casting-Fieber, Künstlergreisen mit weißen Pferdeschwänzen und dahinwelkenden Vernissagebesucherinnen mit Piercings an ungeahnten Stellen. Wer auch nur einen Camcorder halbwegs gerade halten kann, erklärt sich zum neuen Fassbinder. Alles ist zu Selbstinszenierung geronnen. Passend dazu, Jolos Trip zu Rainer Langhans, der einstigen Stil-Ikone der Kommune I. Wir erleben den Freigeist als mürrischen und tobenden Guru-Pascha, der in seinem Münchner „Harem“ am Weihnachtsbraten und den Haremsdamen herummäkelt wie ein stalinistischer Kommissar. Als hätte eine feministische Bewegung nie stattgefunden, konstatiert Onkel Jolo herzlich angewidert.

Nachtleben zehrt! Früher Jean-Pierre Léod (sic!) -- heute eher Gerhard Polt, so der gebeutelte Jugendforscher, der sich nach vergeblicher Liebesmüh‘ schon mal fühlt „wie Stuckrad-Barre, der Anke Engelke verloren hatte“. Liebe Kollegennamen fallen wie reife Zeitgeist-Äpfel, Popliteraten grüßen aus ihren Büchern. Matthias Matussek, der geschätzte Rezensent des Spiegel, zeigte sich angetan („...ein wundervolles Buch über das Nichts“). Na ja, Onkel Mimikry hat tapfer-krampfig mitgemischt, ob der 48-Jährige dabei ein gültiges Jugendbild erhalten hat, bleibt dem Leser überlassen. Der aber darf streckenweise amüsiert sein. --Ravi Unger

die tageszeitung, 18. Oktober 2004

»"Die Jugend von heute" entwickelt sich mehr und mehr zum Buch der Saison.«

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Uneindeutig 15. August 2005
Von C. Holst
Format:Taschenbuch
Ob das Buch tatsächlich so ein repräsentatives Bild zeichnet wie der Titel impliziert, sei mal dahingestellt. Wie viele Popliteratur-Romane hat auch dieser keine geschlossene Handlung, es handelt sich vielmehr um ein tagebuchartig niedergeschriebene Aneinanderreihung von Ereignissen. Als Onkel Jolo begleitet der Ich-Erzähler mittleren Alters seinen eben volljährigen Neffen und dessen Freunde durch ihr Leben, d.h. insbesondere auf die Parties, die sie so besuchen. Heftiger Drogenkonsum bleibt nicht aus. Ironischweise besteht der rote Faden des Buches in der Abnabelung des älteren Ich-Erzählers aus dem Dunstkreis (im wahrsten Sinne des Wortes) seiner jugendlichen Bekanntschaften. Eine Art umgekehrter Pubertätsprozess also.

Lottmann gelingt ein sehr ironisches Portrait einer Jugend, die er nicht versteht, an der er verzweifelt, der er teilweise seine Bewunderung ebenso wenig versagen kann wie seine Verachtung. Sein Stil changiert dabei stets zwischen Ironie, Spott, Übertreibung, Nüchternheit und Lakonik und lässt den Leser häufig im unklaren, auf welcher Ebene er sich gerade befindet. Auf diese Weise ist der Roman streckenweise sehr uneindeutig und unentschieden und scheint damit ein wesentliches Charaktermerkmal der Jugend von heute zu tragen, zumindest wie sie hier beschrieben wird. Zugleich ist der Roman durch diese Erzählweise provokativ und doch wieder nicht. Wenn es zum Beispiel sinngemäß heißt, dass die Söhne alleinerziehender Mütter »natürlich« latent schwul seien weil sie ohne Vaterfigur aufwachsen und deswegen zwar ständig neue Frauen »aufstellen« aber nie flachlegen, dann weiß man nicht: ist das eine ernstgemeinte konservative Attitüde, die da zum Ausdruck kommt oder ist das Witz?

Wer eindeutigen Aufschluss über die Jugend von heute erwartet, wird sicher enttäuscht. Wer sich auf ihre Denkmuster einlassen mag und wer Freude daran hat, sich stets seinen eigenen Teil zu denken, dem könnte dieses Buch gefallen.

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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Fänger im Rock 19. November 2004
Von "bazon11"
Format:Taschenbuch
Wenn man die vorherigen Rezensionen gelesen hat, will man doch nur eines: niemals im Leben eine Sekunde lang so sein wie Wolfgang Neubacher aus Köstendorf, keinen Wolfgang mehr kennen und auch keine Frau Neubacher, und man schwört sich, Köstendorf stets weiträumig zu umfahren. Ich habe sofort die Deutsche Jugend gekauft, in einem Zug durchgelesen und schon deshalb super gefunden, damit ich vor allem Köstendorferischen auf ewig imprägniert bin. Dieses Buch soll langweilig und noch langweiliger sein? Nee. Ich habe es sehr schnell gelesen, manchmal unterbrochen von irrationalen hysterischen Lachanfällen.

Es gibt viele Vergleiche, wer Lottmann sei, und sie sind alle uneingeschränkt richtig. Ja, Lottmann ist noch vor Christian Kracht der Erfinder der Popliteratur, er ist das Pendant zu Houellebecq in Deutschland, ohne dessen gesamten Weltekel gleich mitzuschultern, er ist der Spencer Tracy des Low-Fi-Gebrabbels.

Sein Roman "deutsche Jugend" ist ein schwereloser Tanz durch die Luft, ein wundervolles Buch über das Nichts, ein warholeskes Gebrabbel um Nichts. Onkel Jolo ist der um 50 Jahre gealterte Holden Caulfield, dessen Therapie noch immer nicht angesachlagen hast, die Welt um ihn herum ist phony, er it der letzte lebende Teenager.

"Die Jugend von heute", ist ein großartiges Buch, kurzweilig, und extrem komisch.

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Ach ja, die Jugend.... 7. Juni 2010
Von Münch
Format:Taschenbuch
Der alternde Ich-Erzähler versucht, seine Position in der Jugendkultur zwischen Nicht-Sex, Drogen, Musik und politischen Statements zu diagnostizieren. Etwas Ost-West, viel Berlin und schöne Frauen geben der flotten, fast hektischen Geschichte Spannung, so dass man das Buch, manchmal herzhaft lachend und - zumindest, wenn man als Leser die 40 erreicht hat - in weiser Erkenntnis vor sich hin murmelnd, erst aus der Hand legt, wenn es zu Ende ist. Zusätzlichen Spaß hat man, wenn man die beschriebenen Örtlichkeiten und Personen kennt. Eine Empfehlung für Menschen, die sich fragen, ob die Jugend schon immer so war und für die, die sie nicht (mehr) verstehen (kann/will/mag). Sehr ergötzlich, Unterhaltung mit Tiefgang.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Zwanghaft
Ein zwanghafter Versuch, lustig zu sein. Ein zwanghafter Versuch, beim Leser anzukommen. Dieses Buch hat mit der heutigen Jugend absolut NICHTS zu tun. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Juli 2008 von M. Bellmann
Lottmann liest Lottmann
Habe das Buch nur gekauft da der Autor (mir unbekannt) den gleichen, nicht so verbreiteten Nachnahmen hat. Aber dann wurde ich überrascht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. November 2006 von Karl-Ulrich Lottmann
Post-Pop-Literatur der Spitzenklasse!
Joachim Lottmann ist mit seinem Buch ein ganz großer Wurf gelungen! Seine ironischen, teils zynischen, aber stets witzigen und überaus unterhaltsamen Beoachtungen der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Februar 2006 von frechdax72
Art Nouveau ?
Das ist ein Buch über die "Jugend" von heute, gestern und vorgestern, also ein Thema im Wandel der Zeit. Viele Dinge ändern sich, manche ändern sich nicht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Mai 2005 von Bugatti
Selten so gelacht!
Das Buch ist herrlich! Ich schließe mich voll und ganz der Rezension von bazon11 an. Mir macht es Mut zu sehen, dass es noch ein paar denk- und beobachtungsfähige... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. November 2004 von Peter Padawitz
Einsame Klasse
Fast nur mit dem solipsistischen Gebrabbel umzugehen, ist, nach normalen Masstäben der Popliteratur, ziemlich abseitig. Lesen Sie weiter...
Am 26. November 2004 veröffentlicht
Sein Geld nicht wert!
Mit diesem Buch versucht Onkel Jolo auf plumpe Weise, anhand von eindimensional gestrickten Charakteren, die heutige Jugend zu portraitieren. Lesen Sie weiter...
Am 19. November 2004 veröffentlicht
Jolo Langweiler
Richtig gespannt war ich, nachdem ich die Rezensionen der Großkritiker von TAZ bis SZ gelesen hatte. Lesen Sie weiter...
Am 7. November 2004 veröffentlicht
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