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Die Judenbuche: Ein Sittengemälde aus dem gebirgigten Westphalen
 
 
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Die Judenbuche: Ein Sittengemälde aus dem gebirgigten Westphalen [Taschenbuch]

Annette von Droste-Hülshoff , Joseph Kiermeier-Debre
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423026073
  • ISBN-13: 978-3423026079
  • Größe und/oder Gewicht: 17,1 x 11,6 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 100.172 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Annette von Droste-Hülshoff
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Judenbuche
OA 1842 Form Novelle Epoche Biedermeier
Annette von Droste-Hülshoff schuf mit ihrem Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen eine der bekanntesten deutschen Novellen. Der klaren, fast kargen Sprache und der genau durchkomponierten Struktur kontrastiert inhaltlich ein ständiges Spiel mit Schein und Sein, das den Leser in die Unsicherheit der Figuren hineinzieht.
Entstehung: Der Stoff geht auf eine wahre Begebenheit aus dem Umkreis der Dichterin zurück. Im Gutsbezirk ihres Großvaters erschlug 1783 der Knecht Johann Georg Winkelhagen den Juden Soestmann-Behrens, floh vor der Verhaftung aus seiner Heimat und geriet in algerische Sklaverei. Erst 1805 kehrte er zurück und erhängte sich bald darauf am Ort des Verbrechens. Neben der mündlichen Überlieferung diente Droste-Hülshoff vor allem die schriftliche Fassung dieses Vorfalls als Quelle, die ihr Onkel August von Haxthausen 1818 als Geschichte eines Algierer-Sklaven veröffentlicht hatte.
Inhalt: Friedrich Mergel wächst in der Mitte des 18. Jahrhunderts als Sohn des chronischen Trinkers Hermann Mergel und dessen zweiter Frau Margaret in einem abgeschiedenen Ort in Westfalen auf, in dem Gesetzesübertretungen an der Tagesordnung sind. Nach dem ungeklärten Tod des Vaters im Brederholz verfällt der zu aggressivem Stolz veranlagte Junge seinem diabolischen Onkel Simon Semmler, dem die Rolle eines Verführers zum Bösen zukommt. Mehr und mehr unterliegt Friedrich der im Dorf und in der Familie gegenwärtigen Ursünde des Hochmuts, die als Leitmotiv die Novelle durchzieht. Mit 18 Jahren wird er mitschuldig am Tod des Försters Brandis, den er wissentlich einer gefährlichen Bande von Holzfrevlern in die Arme treibt. Vier Jahre später erschlägt er den Juden Aaron, von dem er sich öffentlich gedemütigt fühlt, im Brederholz unter einer Buche. Er flieht gemeinsam mit seinem ständigen Begleiter Johannes Niemand aus dem Dorf und kann daher nicht für seine Tat belangt werden. Als 28 Jahre später ein verkrüppelter Mann aus türkischer Gefangenschaft ins Dorf zurückkehrt, glaubt man in ihm Johannes Niemand zu erkennen. Einige Monate später findet man ihn erhängt an der so genannten Judenbuche und identifiziert ihn durch eine Narbe als Friedrich Mergel. Das Doppelgängermotiv wird damit auf die Spitze getrieben, die beiden Figuren Friedrich und Johannes entpuppen sich als zwei Facetten ein und derselben Person. In Friedrichs Selbstmord erfüllt sich der hebräische Spruch, den die Juden nach dem Mord an Aaron an der Buche anbringen ließen: »Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast.« Unaufhaltsam hat der Baum den Täter zu sich herangezogen, bis er sich schließlich wie Judas – dieses ist der deutlichste von zahlreichen biblischen Bezügen – am Baum erhängt hat.
Wirkung: Von den Zeitgenossen zunächst wenig beachtet, verdankt Die Judenbuche ihre Popularität vor allem der Aufnahme in den Deutschen Novellenschatz (1876) von Paul Heyse (1830–1914). Heute ist sie millionenfach verbreitet, in viele Sprachen übersetzt und Gegenstand zahlreicher literaturwissenschaftlicher Forschungen. E. H. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Die ›Judenbuche‹ ist nicht nur wegen des kriminalistischen Handlungsverlaufs ein lesenswertes Buch. Annette von Droste-Hülshoff gelingen realistische Milieuschilderugen, die sehr modern wirken. Umgekehrt gibt sie der Landschaft auch magisch-romantische Akzente, und letztlich verortet die christliche Autorin das Geschehen auch in einem religiösen Weltbild.«
OÖ Nachrichten 24.10.2007

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von T. Hofbauer VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Annette von Droste-Hülshoff schaffte auf nur wenigen Seiten eine Szenerie der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. In einem abgeschiedenen Dorf B. entwickelt sich der Junge Friedrich zu einem schlecht integrierten "Möchtegern", der nach einer Reihe von kriminellen, nicht aufgeklärten Ereignissen (illegales Holzschlagen, Mord) mit seinem Freund Johannes flieht. Der Mord geschah an einer Buche und das Opfer war ein Mitglied der jüdischen Gemeinde (daher Judenbuche). Nach 28 jahren kehrt einer der Beiden zurück und endet schließlich erhangen an eben diesem Baum. Interessant ist besonders, ob nun der Erhangene Johannes (wie er von den Dorfbewohnern, als er wieder auftauchte, erkannt worden war) oder Friedrich ist. Genau geklärt ist dies meines Erachtens nicht.

Spannend zu lesen war die psychologische Aufarbeitung der Entwicklung des Protagonisten Friedrich. Sein Lebensweg und sein daraus entstehender Charakter wird von der Autorin durch widrige Lebensumstände, in denen er aufwuchs, erklärt. Auch das Verhalten der Dorfbewohner und die Behandlung von kriminellen Handlungen wird durch eine ausführliche Schilderung der Umstände des Dorfes und deren Gesellschaft dem Leser verständlich erklärt.

Somit ist dies nicht nur eine Geschichte über ein Individuum, das aufgrund aller Umstände gerade diesen Weg einschlagen muss, sondern auch über ein Gesellschaftsbild, das sich selbst gebildet hat.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Judenbuche, eine Novelle?! 21. November 2005
Von Carib
Format:Taschenbuch
-

Das Buch, geschrieben von A. von Droste-Hülshoff, ist eine Art der Darstellung von der verzweifelten Flucht vor dem Leben. (Zumindest meiner Meinung nach) Das Leben von Friedrich, der Hauptperson, wird sehr dramatisch aber auch glaubwürdig geschmackvoll dargestellt. Die Liebe zwischen Mutter und Sohn wird spätestens ab der Flucht von Friedrich, weil er des Mordes verdächtig wird, erkennbar und sogar fühlbar. Doch das Traurige Ende, das einfach nur aus Verzweiflung geschah(Friedrich beginnt Selbstmord, da er merkt, dass seine Flucht umsonst war) ist ein würdiges Ende des Buches.
Wir können das Buch sehr empfehlen( Wir lasen es als Klassenlektüre ), denn es regt zum Nachdenken an, denn vor allem die Rassistischen Andeutungen, den Juden gegenüber können auf die Gegenwart übertragen werden.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. M.
Format:Taschenbuch
Die Erzählung von Droste-Hülshoff, die streng genommen nicht als Novelle durchgehen kann, folgt dem Lebensweg des zwielichtigen Friedrich Mergel, dessen Vater, ein Trinker, früh im nahen Wald, dem Brederholz, zu Tode gekommen ist und später als das Gespenst vom Brederholz verspottet wird. Friedrich wird zu einem Wichtigtuer und Raubein und gerät schließlich unter Mordverdacht, als in der Nähe der Judenbuche ein Förster ermordet aufgefunden wird. Gerüchte wollen wissen, dass er mit einer Bande von illegalen Baumfällern gemeinsame Sache gemacht und den Förster beseitigt hat, als der ihm auf die Schliche kam. Als einige Jahre später der jüdische Händler Aaron ermordet wird, bei dem Friedrich verschuldet war, taucht er unter. Allerdings gesteht kurz darauf ein anderer den Mord an Aaron. Jahre später kommt er als Schatten seiner selbst aus dem Orient zurück, verstört und verwahrlost. Er gibt sich als sein Alter Ego Johannes Niemand aus, der seinerzeit mit ihm verschwand und dem die Erzählung schon zu Anfang, als beide noch Kinder sind, das Charakteristikum großer Ähnlichkeit mit der Hauptfigur mitgegeben hat. Wenig später findet man Friedrich erhängt an der Judenbuche, deren hebräische Aufschrift am Schluss der Erzählung wie folgt übersetzt wird: "Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast."

Droste-Hülshoffs Erzählung voller düsterer Ahnungen und Verhängnisse weist unverkennbare Parallelen zu E.T.A. Hoffmanns romantischen Gruselgeschichten auf und steht zugleich dem realistischen Erzählen eines Gottfried Keller nahe. Was den Text zu einem Klassiker der deutschen Literatur gemacht haben dürfte, ist die kompositorische Genialität, die zunächst keine Auflösung zulässt, sondern um die Figur des Friedrich Mergel ein Rätsel nach dem anderen aufbaut, und zwar nicht nur jene kriminalistischen, die dem Text das Etikett Kriminalerzählung eingebracht haben.
Auch die Einordnung dieser Geschichte aus dem 18. Jahrhundert in ein bestimmtes Genre ist eine schwer lösbare Aufgabe. Zunächst erscheint sie als romantische Doppel- oder Wiedergänger-Geschichte, dann wiederum wähnen wir uns aufgrund des nahezu naturalistischen Dekors und der Schilderung des mühsamen Landlebens in einem Sozialdrama, ehe der Fortzug des Helden in die Türkei wieder Assoziationen an die romantische Tradition des Abenteurer- und Entwicklungsromans weckt. Am Ende verblüfft Droste-Hülshoff mit einem echten Paukenschlag. Und es ist wohl dies alles zusammen, was "Die Judenbuche" den Status einer nahezu singulären Erscheinung in der deutschen Literatur eingebracht hat. Es gab selten Vergleichbares - weder vorher noch nachher. Die Lektüre lohnt sich schon allein deshalb noch heute.
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Vor 15 Monaten von Rolf Dobelli veröffentlicht
Sehr schneller Versand, alles in Ordnung
Am Mittwoch bestellt und einen Tag später schon im Briefkasten. Das nenne ich pünktlich und verlässlich. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von fran veröffentlicht
"Nichts ist gefährlicher als die Großmannssucht der...
Die "Judenbuche" habe ich nach vielen Jahren abermals gelesen und bin in meiner Interpretation noch etwas ratlos. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Helga König veröffentlicht
Wer liest sowas freiwillig?
Ich nicht. Deutschunterricht.
Das einzig gute: Es hat nur 55 Seiten und man kann es in einem Tag durchlesen... sonst nicht spannend oder interessant...
Veröffentlicht am 3. Mai 2009 von F. Stepp
Sittengemälde des 18. Jahrhunderts
Annette von Droste-Hülshoff schafft es in "Die Judenbuche" auf wenigen Seiten ein Bild der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts zu zeichnen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Februar 2009 von Schillerlocke
Wir mussten es für den Deutschunterricht lesen!
Dieses Buch ist langweilig, trocken und ohne Emotion. Ich habe mich wirklich durchgekämpft und es war echt schwer - Es gab keinen Spannungshöhepunkt, es gab generell... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Januar 2009 von S. Bruschi
Krimi für Heimatverbundene
Die Handlung von »Die Judenbuche« spielt in der westfälische Provinz bei Höxter im 18. Jahrhundert. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. November 2008 von S. Bernard
Oh, diese Deutschlehrer!
Die zahlreichen Rezensionen hier stammen fast ausschließlich von Schülern, für die diese Novelle offensichtlich Pflichtlektüre war. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. April 2008 von Lothar Müller-Güldemeister
Lektüreaufgabe: Kundenrezension
Gleich auf der ersten Seite fiel mir auf, dass das Dorf, in dem die Geschichte spielt, nur "Dorf B." genannt wird. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Mai 2007 von Larissa Sterzl
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