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5.0 von 5 Sternen
Zeitreise durch 1000-jährige Ordensgeschichte, 28. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Johanniter. Es begann in Jerusalem (Gebundene Ausgabe)
Im Jahre 1070 wird in Jerusalem, in der Nähe des Benediktinerklosters Santa Maria Latina , von einem aus der italienischen Stadt Amalfi stammenden Kaufmann ein Hospital gegründet. Hier bildete sich eine kleine Bruderschaft, die sich zur Pflege der Pilger und Kranken zusammengeschlossen hatte...
Soviel zum Einstieg in die über 900-jährige Geschichte, des aus Palästina (1294), Rhodos (1522) und Malta (1799) vertriebenen Ritterordens, der noch heute als Souveräner Malteserorden in Rom ansässig ist und zwei protestantische Ableger hervorgebracht hat. Bereits 1869 hatte sich der Kreis geschlossen, als die Brüder an ihre ursprüngliche Wirkungsstätte ins Heilige Land und ihren karikativen Aufgaben zurückgekehrten, indem sie in der Ortschaft Tandur ein neues Hospital in Betrieb nahmen. Mit dem bereits erstmalig 1986 erschienenen Buch ist Gerhard Ellert gelungen, die wechselvolle Geschichte des Ordens nicht nur spannend, sondern weitgehend authentisch darzustellen. Der in drei Haupteile (Heiliges Land/Rhodos/Malta) gegliederte, zu recht als historisch bezeichnende, Roman präsentiert das Schicksal des Ordens, seiner Großmeister und Ritter in 21 abgeschlossenen Geschichten. Neben der frühen Kritik, dass Ritter- und Mönchtum nicht miteinander vereinbar sind, erfährt der Leser einiges über die Verweltlichung der Protagonisten, ihrem Antagonismus zu den Templern und ihrer
Verbindung zur Seerepublik Venedig. Interessant ist auch die Beschreibung des sich im Orden ausbildenden Nationalismus, der zur Schaffung der acht Zungen führte und das Schisma Rom/Avignon, das auch den Orden für kurze Zeit spalten sollte. Bemerkenswert sind auch nicht realisierte Pläne, wie die Übersiedlung nach Sardinien, Etablierung einer russischen Zunge mit griechisch- orthodoxem Ritus und Unterstützung des griechischem Freiheitskampfes gegen die Türken mit der Eroberung von Inseln und Schaffung eines neuen Staatsgebietes der Malteser. Das im Roman dargestellten Gespräch zwischen dem Großmeister Fulco de Vilaret und dem letzten Templergroßmeister Jaques de Molay in Frankreich (1308), ist wohl Dichtung, da dort bereits am 13.10.1307 alle Tempelritter verhaftet worden waren. Dennoch ist die packende Zeitreise durch fast ein Jahrtausend Geschichte, vom Hochmittelalter bis unsere Gegenwart, jedem historisch interessierten Leser zu empfehlen und mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
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4.0 von 5 Sternen
Histor. Roman im stil persönl. Berichte, 29. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Johanniter. Es begann in Jerusalem (Gebundene Ausgabe)
Ellert schildert im Stil persönlicher Berichte Zeitabschnitte der Ordensgeschichte. Dabei vernachlässigt er ebensowenig die spirituelle und philantrope Motivation des Ordensgründers (sel. Gerhard) wie Zeiten des moralischen oder politischen Niederganges. Durch die teils in Ich-Form geschriebenen Berichte wird Geschichte lebendig und fesselnd vermittelt. Wie bei fast jedem histor. Roman gilt in Details die dichterische Freiheit, was jedoch dem Gesamtverständnis nicht schadet. Alles in allem ein Buch, das man Interessierten an der Geschichte des Malteser/Johanniterordens empfehlen kann; sei es zum Einstieg in die Materie, zur Illustration vorhanenen Wissens oder einfach auch für den, der einen guten Roman sucht.
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