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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
wahrer Lesegenuss . . .,
Von Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Die Jesuitin von Lissabon: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
»Meine Grundangst beim Schreiben ist, die Leute zu langweilen. Das wäre für mich das Schlimmste. Dass ich hin und wieder Fehler mache, ist klar, das lässt sich nicht vermeiden. Aber Langeweile darf nicht sein.«»Nur keine falsche Bescheidenheit«, möchte ich Titus Müller entgegenrufen. Mit seinem neuen Buch hat der 1977 in Leipzig geborene Autor es einmal mehr bewiesen: Er kann nicht nur schreiben, sondern auch auf dem inflationären Markt der historischen Romane sehr gut mithalten. Der Roman entführt den Leser in das ferne Lissabon des Jahres 1755. Ein gewaltiges Erdbeben hat die Stadt zerstört. Die Jesuiten predigen den Zorn Gottes, aber der Orden hat auch Gegner. Einer von ihnen ist Antero Moreira de Mendonca, er hasst die Jesuiten abgrundtief. Eine Deutsche bewahrt ihn vor der Hinrichtung. Diese Geschichte, gewürzt mit einem Schuss Liebe und mancherlei Intrigen, beschert dem Leser 453 spannende Seiten. Auf die Frage, warum der Christ Titus Müller die Jesuiten in seinem Roman so schlecht wegkommen lässt, antwortet er: »Im Roman wird deutlich, dass Jesuiten in den Bereichen Forschung und Lehre Großes geleistet haben. Was damals kritisiert wurde, war die Macht des Ordens und sein Anteil am Kampf um Gebiete, Kirchenmitglieder und politischen Einfluss der katholischen Kirche. Es darf beim christlichen Glauben nicht darum gehen, wer der Stärkste ist ... Von Anfang an sollte die Liebe die zentrale Kraft sein, das hat Jesus Christus deutlich gemacht. Aber wir Menschen haben Probleme damit und landen immer wieder bei Ehrgeiz, Elitedenken und Machtspielchen.« Genau das ist es, was man in den Romanen von Titus Müller spürt. Der Mann hat etwas zu sagen, er hat eine Meinung. Vor allem aber weiß er genau, wovon er schreibt. Seine Recherchen sind gründlich. Allein für diesen Roman hat er sich zwei Jahre Zeit genommen. Er war in Lissabon, hat in Deutschland Bibliotheken und Archive durchforstet und Experten befragt. Wir werden in Zukunft sicherlich noch mehr von Titus Müller zu lesen bekommen. Wer ihn im Fernsehen erleben möchte, kann dies in der Literatursendung »Auserlesen« auf rheinmaintv. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lissabon in Trümmern,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Jesuitin von Lissabon: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Lissabon im Jahr 1755:Antero Moreira de Mendonça kehrt als Schmuggler in die Stadt seiner Kindheit und Jugend zurück. Er wird bereits in Lissabon erwartet. Einst ein Schüler der Jesuiten ist der junge Wissenschaftler heute ihr erbitterter Gegner. Und sein früherer Lehrer und Mentor, der Jesuitenführer Gabriel Malagrida, möchte ihn zurück gewinnen ' oder vernichten. Antero ahnt nicht, dass auch Leonor, die Frau seiner Träume, eine Anhängerin der Jesuiten ist und Malagrida regelmäßig wichtige Informationen zuspielt. Es geschehen seltsame Dinge in der Stadt, aber die Bevölkerung achtet nicht darauf. Antero erkennt die Zeichen für eine nahende Katastrophe zu spät. Ehe er die Menschen warnen kann, erschüttert am 1. November ein verheerendes Erdbeben Lissabon. Durch die Erdstöße und eine nachfolgende, gigantische Flutwelle werden große Teile der Stadt zerstört, und tausende Menschen kommen bei dem schrecklichen Ereignis ums Leben. Während Antero, unter dem Schutz des Königs und gefördert vom neuen Premierminister Sebastian de Carvalho, nach dem schrecklichen Naturereignis alles daran setzt, eine vernünftige Erklärung für die Entstehung des Erdbebens zu finden, versetzt im Gegensatz dazu Malagrida die abergläubige Bevölkerung mit seiner Gottesstrafe-Theorie in Angst und Schrecken, um auf diese Weise mehr Autorität und Einfluss auf die Menschen ausüben zu können. Der Premierminister und Antero sind ihm bei seinen Machenschaften im Weg, und es beginnt ein zermürbender Kampf um die Macht. Titus Müller beschreibt die Situation in Lissabon und die Naturgewalten mit ungeheuerer Intensität und vermittelt dem Leser ein lebendiges, sehr authentisches Bild der damaligen Zeit. Sein Schreibstil ist flüssig, kraftvoll und zugleich sensibel, und die schöne, oft bildhafte Sprache zieht von der ersten bis zur letzten Seite des Buches in ihren Bann. Sowohl die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der Katastrophe, als auch die Anfänge der Erdbeben-Forschung werden zur Sprache gebracht. Für die ausführliche und aufwändige Recherchearbeit, die der Entstehung des Buches vorangegangen sein muss, möchte ich dem Autor ein großes Kompliment aussprechen. Eine schöne Abrundung dieses historischen Romans ist die Liebesgeschichte zwischen Antero und Leonor, die jedoch nicht im Vordergrund steht und etwas anders verläuft, als man das normalerweise aus Romanen kennt. Beide Protagonisten, deren persönliche Entwicklung und ihre Liebe haben Ecken und Kanten und sind alles andere als geradlinig, aber gerade das macht sie so glaubwürdig. Zum Abschluss, wenn man den Ausgang der Geschichte kennt, kann man sich noch gründlich in das ausführliche Zusatzmaterial im Anhang vertiefen. Dort findet man jede Menge interessantes Hintergrundwissen. 'Die Jesuitin von Lissabon' ist ein Buch, das ich mit Sicherheit noch einmal lesen werde. Bis dahin bekommt es mit seinem dekorativen Einband einen Stammplatz in meinem Bücherregal. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lebendiger Geschichtsunterricht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Jesuitin von Lissabon: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Lissabon 1755. Bei seiner Rückkehr in die Stadt am Tejo holt den ehemaligen Jesuiten-Schüler Antero die Vergangenheit wieder ein, der er glaubte, entkommen zu sein. Sein ehemaliger Mentor, der Jesuiten-Führer Gabriel Malagrida, ist zu seinem ärgsten Feind geworden, weil er sich nicht damit abfinden will, dass Antero dem Orden den Rücken gekehrt hat. Während Malagrida Antero quer durch Lissabon verfolgen lässt, mehren sich in der Stadt die Anzeichen, dass etwas nicht stimmt: Brunnen führen schwefliges Wasser, Tiere werden unruhig, das Meer zieht sich zurück. Niemand außer Antero, der eine naturwissenschaftliche Ausbildung absolviert hat und ahnt, was passieren wird, nimmt diese Zeichen war. Als er den Außenminister von Portugal warnen will, damit dieser die Stadt evakuiert, ist es bereits zu spät. Ein Erdbeben von noch nie gekannten Ausmaßen zerstört binnen 10 Minuten die Stadt am Tejo.Der Klappentext ließ vermuten, dass Titus Müllers neuster Roman vorrangig eine Liebesgeschichte vor historischen Ereignissen erzählt und so war ich beim Lesen wohltuend überrascht als ich feststellte, dass die Liebesgeschichte einen eher kleinen Raum einnimmt und so der eigentlichen Geschichte in diesem Buch Platz macht, sich zu entfalten. Es ist die Geschichte der Zerstörung der Stadt Lissabon, die Geschichte des Aufstiegs des Sebastião José de Carvalho e Mello zum ersten Ministers des Königs und zum Wiederaufbauer der Stadt Lissabon, es ist die Geschichte des Jesuiten-Führers Gabriel Malagrida und es ist die Geschichte des Kampfes zwischen Religion und Naturwissenschaften. Es ist eine Zeit im Umbruch. Auf der einen Seite wächst das Wissen um physikalische, biologische Abläufe auf und unter der Erde, auf der anderen Seite werden Naturphänomene noch immer als Strafe Gottes angesehen. Neben der präzisen Schilderung des genauen Ablaufs der damaligen Katastrophe, die dem Leser nicht vorenthalten wird und bei der auf jeder Seite die die furchtbaren Folgen spür- und erlebbar sind, fließen auch die damals vorherrschenden Theorien und Kenntnisse über Erdbeben und deren Ursache ein. Auch wenn wir heute wissen, wie ein Erdbeben entsteht, ist es spannend, Antero bei seiner Forschung zu begleiten und seinen Gedanken zu folgen. In jeder dieser Szenen spürt man die Freude, die Neugier und die Abenteuerlust des Autors, dem Leser diese Geschichte näher zu bringen, ihn mitzunehmen auf eine Reise in den Wissensstand der damaligen Zeit. Titus Müller macht Geschichte lebendig und wirkt dabei doch nie belehrend. Dies hat mir auch in der Schilderung der politischen Situation sehr zugesagt: Er vermeidet es, mit dem Jesuiten-Orden ein generelles Feindbild zu schaffen. Sie mögen sich in dieser Zeit nicht mit Ruhm bekleckert haben, aber sie haben auch positive Dinge bewirkt und das hebt Titus Müller immer wieder hervor. Bei all den historisch belegten Figuren kommen aber auch die Fiktiven, unsere Protagonisten Leonor und Antero nicht zu kurz. Sie müssen lernen, aus ihren Fehlern zu lernen, als ihre Welt in Trümmern liegt und der Weg zur Selbsterkenntnis ist oft mit Steinen gepflastert. Sie sind nicht immer einfach zu mögen und mancher braucht länger, bis er das Herz des Lesers erreicht. Für mich hätte ihre Geschichte nicht anders erzählt werden dürfen und so stahl sich denn auch ein zufriedenes Lächeln in mein Gesicht, als ich die letzte Seite umschlug. Titus Müller ist ein brillanter Geschichtenerzähler, dem es auf rund 420 Seiten mühelos gelungen ist, historische Fakten und naturwissenschaftliche Theorien mit einer spannenden Geschichte zu verweben und dem Leser auf diese Weise die damaligen Ereignisse deutlich näher zu bringen, als das irgendeiner meiner Geschichtslehrer jemals geschafft hätte. Ich habe definitiv zu lange gewartet, diesen tollen Autor für mich zu entdecken, denn ich muss zugeben, das war der erste Roman, den ich von ihm gelesen habe. Aber es wird garantiert nicht der letzte sein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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