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Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild [Gebundene Ausgabe]

Hannah Rothschild , Hainer Kober
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

12. November 2013
Sie ließ das alte Europa, den Glamour und sogar ihre Familie zurück, um in die verruchte Welt von Harlem abzutauchen: Nica Rothschild, die rebellische Baroness und Millionenerbin, wurde zur Schutzpatronin von Jazz-Genies wie Thelonius Monk und Charlie Parker. Ein wildes, unglaubliches Leben – und zugleich ein episches Panorama des 20. Jahrhunderts. Als im März 1955 die Nachricht vom Tod Charlie Parkers New York erschütterte, hatte die Presse ihren Skandal: »Bop-König stirbt im Appartment reicher Erbin«. Wer war diese Frau, in deren Hotelsuite das Saxophon-Genie seine letzten Stunden verbrachte? Die mit Thelonius Monk oder Miles Davis in ihrem weißen Bentley Cabrio nachts von Jazzclub zu Jazzclub fuhr und als »Neger-Hure« beschimpft wurde? Pannonica Baronesse de Koenigswarter, geborene Rothschild, was schon immer die Rebellin ihrer berühmten Familie gewesen: Sie hatte unter de Gaulle gegen Deutschland gekämpft, war Bomber geflogen und Jeeps gefahren. Nun hatte sie ihr ödes Leben als Diplomatengattin hinter sich gelassen und in New York eine neue Leidenschaft entdeckt: Die Millionen-Erbin half den schwarzen Musikern mit Geld und großem Herz, sie kümmerte sich um Kranke, sorgte für Auftrittsgenehmigungen – und wurde so zur Schutzpatronin des Bebop. Jazzgenies von Monk bis Horace Silver widmeten ihr eigene Songs. Und Clint Eastwood setzte ihr in »Bird« ein filmisches Denkmal. Hannah Rothschild erzählt das stürmische Leben ihrer Großtante von der Kindheit in englischen Schlössern, der abenteuerliche Flucht vor den Nazis und den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs bis zu den Abgründen des schwarzen Amerika der sechziger Jahre. Eine faszinierende Biographie – und zugleich die unglaubliche Geschichte einer weltberühmten Dynastie.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag (12. November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827011507
  • ISBN-13: 978-3827011503
  • Originaltitel: The Baroness: The Search for Nica, the Rebellious Rothschild
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 17.978 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Hannah Rothschild ist Regisseurin zahlreicher BBC-Dokumentarfilme und Reporterin, u.a. für „Vanity Fair“, „The Times“ oder „New York Times“. Zudem arbeitet sie als Senior Editor at Large für Harpers Bazaar. Ihre Dokumentation über ihre Großtante Nica Rothschild unter dem Titel „The Jazz Baroness“ wurde von der Kritik gefeiert – für Stephen Frears ist der Film „schlicht brilliant“. Hannah Rothschild lebt in London.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

1 Die andere Mein Großvater Victor hat sie als Erster erwähnt; er versuchte, mir einen einfachen 12-Takt-Blues beizubringen, aber meine elfjährigen Hände waren zu schwerfällig und zu klein. »Du bist wie meine Schwester«, sagte er. »Du magst Jazz, hast aber keine Lust, ihn zu lernen.« »Welche Schwester? Miriam oder Liberty?«, fragte ich und versuchte die Spitze zu überhören. »Nein, die andere.« Welche andere? Noch am selben Tag schaute ich im Stammbaum der Familie Rothschild nach und fand sie: Pannonica. »Wer ist Pannonica?«, fragte ich meinen Vater Jacob, ihren Neffen. »Sie wurde immer Nica genannt, aber abgesehen davon, weiß ich eigentlich nichts«, sagte er. »Niemand spricht je über sie.« Unsere Familie ist so groß und weit verzweigt, dass er nicht überrascht schien, eine nahe Verwandte vollkommen aus den Augen verloren zu haben. Ich ließ mich nicht entmutigen und bestürmte eine andere Großtante, Nicas Schwester Miriam, die namhafte Naturwissenschaftlerin, die mir verriet: »Sie lebt in New York«, aber nicht mehr preisgeben wollte. Eine andere Verwandte berichtete mir: »Sie ist eine große Kunstmäzenin, die Peggy Guggenheim oder Medici des Jazz.« Und dann gab es die Gerüchte: Man nennt sie die »Jazz-Baroness«. Sie lebt mit einem Schwarzen, einem Pianisten. Im Krieg flog sie Lancaster-Bomber. Der rauschgiftsüchtige Saxofonist Charlie Parker starb in ihrer Wohnung. Sie hatte fünf Kinder und lebte mit 306 Katzen zusammen. Die Familie hat sich von ihr losgesagt (hat sie nicht, erwiderte jemand). Zwanzig Stücke sind für sie geschrieben worden (nein, es waren vierundzwanzig). Auf der Fifth Avenue ist sie mit Miles Davis ein Rennen gefahren. Hast du von den Drogen gehört? Sie ging für ihn ins Gefängnis. Wer ist er? Thelonius Monk. Es war eine echte Liebesgeschichte, eine der größten. »Wie ist Nica?«, fragte ich Miriam wieder. »Vulgär. Sie ist vulgär«, sagte Miriam schroff. »Was soll das heißen?«, wollte ich wissen. Dazu wollte Miriam sich nicht näher äußern, aber sie gab mir die Telefonnummer ihrer Schwester. Als ich 1984 zum ersten Mal nach New York kam, rief ich Nica wenige Stunden nach meiner Ankunft an. »Hättest du Lust, dich mit mir zu treffen?«, fragte ich nervös. »Abgefahren!«, antwortete sie entschieden ungroßtantenhaft und klang dabei so gar nicht wie eine Einundsiebzigjährige. »Komm nach Mitternacht downtown in den Club.« Diese Gegend wartete noch auf ihre Luxussanierung und war damals bekannt für ihre Crackhöhlen und Raubüberfälle. »Wie finde ich ihn?«, fragte ich. Nica lachte: »Schau dich nach dem Auto um«, und hängte auf. Das Auto war wirklich nicht zu übersehen. Der große blassblaue Bentley war vorschriftswidrig geparkt, und auf seinen Ledersitzen lümmelten zwei Betrunkene herum. »Es ist gut, wenn die da drin sind – dann wird das Auto nicht geklaut«, erklärte sie mir später. Von der Straße etwas zurückliegend, führte eine kleine Tür in ein Kellergeschoss. Ich klopfte laut. Minuten später öffnete sich oben in der Tür eine Luke, und das dunkle Gesicht eines Mannes erschien hinter einem Gitterfenster. »Was?«, fragte er. »Ich suche Pannonica«, sagte ich. »Wen?« »Pannonica!«, erwiderte ich in etwas verzweifelter englischer Tonlage. »Man nennt sie Nica.« »Du meinst die Baroness! Warum sagst du das nicht gleich?« Die Tür ging auf und gab den Blick frei auf einen winzigen Kellerraum, schäbig und verraucht, in dem dicht gedrängt einige Leute saßen und einem Pianisten zuhörten. »Sie sitzt an ihrem Tisch.« Nica, die als einzige Weiße leicht auszumachen war, saß direkt an der Bühne. Sie hatte kaum noch Ähnlichkeit mit der Frau, die ich in unseren Familienalben betrachtet hatte. Diese Nica war eine entzückende Debütantin gewesen, ihr rabenschwarzes Haar gezähmt und frisiert, die Augenbrauen zu modischen Bögen gezupft und der Mund zu einem perfekten Schmollen geschminkt. Auf einem anderen Porträt ähnelt eine weniger gepflegte Nica mit offenem Haar und ungeschminktem Gesicht eher der Hollywood-Version einer Doppelagentin aus dem Zweiten Weltkrieg. Bei der Nica vor mir erinnert nichts mehr an ihr jüngeres Ich; ihre beeindruckende Schönheit war verblasst, und die einst so zarten Züge wirken jetzt eher maskulin. Ihre Stimme werde ich nie vergessen, eine Stimme, die von Whisky, Zigaretten und durchwachten Nächten zerklüftet war wie eine Küste unter dem Ansturm der Brandung, eine Stimme, teils polternd, teils rasselnd und immer wieder von keuchendem Gelächter unterbrochen. Die Zigarette in einer langen schwarzen Spitze rauchend, den Pelzmantel über einen zerbrechlichen Stuhl geworfen, lud mich Nica mit einer Handbewegung ein, auf einem leeren Stuhl neben ihr Platz zu nehmen, nahm eine Teekanne vom Tisch und goss uns etwas in zwei angestoßene Porzellantassen. Schweigend prosteten wir uns zu. Ich hatte Tee erwartet. Der Whisky verätzte mir die Kehle und trieb mir Tränen in die Augen. Ich hustete. Nica warf den Kopf zurück und lachte. »Danke«, krächzte ich. Sie legte den Finger auf die Lippen, nickte zur Bühne hin und sagte: »Schhh, hör auf die Musik, Hannah, hör einfach zu.« Damals war ich zweiundzwanzig und versuchte vergeblich, den tatsächlichen oder eingebildeten Ansprüchen meiner berühmten Familie gerecht zu werden. Ich fühlte mich unzulänglich, unfähig, etwas aus eigener Kraft auf die Beine zu stellen, aber auch nicht in der Lage, die Privilegien und Chancen auszunutzen, die sich mir boten. Wie Nica war ich von einer Tätigkeit in der Familienbank ausgeschlossen; der Gründer N. M. Rothschild hatte verfügt, dass die Frauen der Rothschilds nur als Buchhalterinnen oder Archivarinnen eingestellt werden durften. In der Warteschleife zwischen Universität und Berufstätigkeit wollte ich unbedingt bei der BBC anfangen, sammelte aber nur Absagen. Obwohl mein Vater, der entsprechend der Familientradition im Bankwesen tätig war, mir durch verschiedene Kontakte eine Reihe von Stellungen verschafft hatte, erwies ich mich als hoffnungslose Buchhändlerin, Grundstücksverwalterin und Galeristin. Niedergeschlagen und entmutigt, suchte ich nicht gerade nach einem Rollenmodell, aber doch nach anderen Lebensentwürfen. Im Zentrum meiner Suche stand eine Frage. Können wir der eigenen Vergangenheit entkommen oder sind wir auf ewig gefangen in ererbten Einstellungen und alten Erwartungen? Über den Tisch hinweg blickte ich diese neuentdeckte Großtante an und fühlte eine plötzliche, unerklärliche Woge der Hoffnung in mir aufsteigen. Wäre ein Fremder in den Club gekommen, hätte er nur eine alte Dame gesehen, die an einer Zigarette zog und einem Pianisten zuhörte. Er hätte sich vielleicht gewundert, was diese mit Pelz und Perlen behängte Lady hier suchte, während sie sich im Takt der Musik wiegte und hin und wieder anerkennend zu einem bestimmten Solo nickte. Ich dagegen sah eine Frau, die zu Hause zu sein schien und wusste, wohin sie gehörte. Ein einziges Mal hat sie mir einen Rat gegeben: »Denk dran, es gibt nur ein Leben.« Kurz nach unserer ersten Begegnung ging ich nach England zurück, wo ich endlich eine Stelle bei der BBC bekam und anfing, Dokumentarfilme zu drehen. Immer wieder musste ich an Nica denken. Damals, vor der Zeit des Internets und der transatlantischen Billigflüge, war es schwierig, nach Amerika zu reisen und interkontinentale Freundschaften aufrechtzuerhalten. Wir trafen uns im Haus ihrer Schwester Miriam in Ashton Wold in England und bei meinem nächsten Besuch in New York. Ich schickte Nica Postkarten; sie sandte mir Schallplatten, darunter eine, die Thelonica hieß; ein Album von Tommy Flanagan, ein musikalischer Tribut an ihre Freundschaft mit dem Jazzpianisten Thelonious Monk. Ein Stück auf dem Album hieß »Pannonica Monk«. Auf die Rückseite hatte sie geschrieben: »Der lieben Hannah alles Gute, Pannonica.« Ich fragte mich, wie das mit Thelonious und Pannonica war; wie hatten zwei Menschen mit so seltsamen Namen und völlig verschiedenen Vorgeschichten überhaupt zusammenkommen können? Was für Gemeinsamkeiten mochten sie haben? Sie forderte mich auf, die Platte meinem...

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Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Die jüdische Familie Rothschild war mir aus der Geschichte ein Begriff. Jetzt war angekündigt, dass ein Familienmitglied über ihre totgeschwiegene Großtante Nica Rothschild eine Biografie schreibt. Meine Neugier war geweckt. Schließlich fand ich beim Lesen dann allerdings eine etwas andere Biografie als ich sie mir vorgestellt hatte.

Die Autorin schreibt über die Schwierigkeiten die sie innerhalb ihrer Familie bekam, als sie hörten was Hannah Rothschild plant. Sogar Drohbriefe hat sie im Vorfeld erhalten. Aber von Anfang an war die Autorin fasziniert von der Person ihrer Großtante. Sie wollte verstehen warum diese aus dem "goldenen Käfig" ausbrach und nach Amerika ging. Einige Male trafen sich beide Frauen, aber als Hannah endlich so weit war der Jazz Baroness konkrete Fragen zu stellen, starb Nica kurz vorher. Also war Hannah gezwungen auf anderem Weg Informationen für eine Biografie ihrer Großtante zu besorgen.

Was nun tatsächlich aus dieser Biografie geworden ist, ist für mich zu gleichen Teilen die Geschichte der Familie Rothschild und daraus sich ergebend, die Beschreibung einer ungewöhnlichen Frau, die als Mutter von fünf Kindern plötzlich alles hinter sich lies und in Amerika für viele schwarze Jazzmusiker Förderin und Gönnerin wurde.

Mindestens ebenso spannend sind Hannahs Ausführungen zur Geschichte der Rothschilds. In Frankfurt begann Mitte des 18. Jahrhunderts der Siegeszug der Bankerfamilie. Sie waren einst so mächtig, dass sie über Krieg und Frieden bestimmten.

Geschichts - und Jazzfreunde dürfen sich auf ein solid recherchiertes Buch freuen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnliche Lebenshaltung 21. November 2013
Format:Gebundene Ausgabe
Es geht auch um „die Rothschilds“, eine er mächtigsten und reichsten Familien Europas. Eine Familie mit vielen Zweigen und so manchem Spleen (wer sonst würde in Teilen das gesamte Leben exotischen Tieren widmen wollen und fast fanatisch tausende von Schmetterlingen weltweit sammeln?).

Eine Familie, der sowohl die Autorin Hannah Rothschild als Nicht der „Baronesse“, als natürlich auch die Hauptperson des Buches selbst, Pannonica („Nica“) Rothschild angehören.

Eine schillernde Frau, deren Lebenslauf wie zweigeteilt vorliegt, ein Buchprojekt, das aus mindestens zwei Gründen von großer Besonderheit ist. Zum einen, weil „man“ nicht über die Familie schreibt. Wogegen Hannah Rothschild klar „verstößt“ und das wiederum hat mit dem Einfluss Nicas zu tun. Jene Tante, von der Hannah Rothschild nicht nur als Person fasziniert war, sondern die auch einen gewichtigen Einfluss auf die Autorin und deren sich entfaltender Lebenshaltung selbst hatte.

„Man lebt nur einmal“.
Und das ganz.
Hier und jetzt.
Auch wenn das bedeutet, irgendwann den „Mainstream“ der Familie fast von jetzt auf gleich zu verlassen, sich vom standesgemäßen Ehemann zu trennen, die Kinder zurücklassen zu müssen und in New York ein komplett anderes, neues Leben in den Jazz-Kellern der Stadt mit den Jazz-Größen der Zeit („Schwarze“, noch schlimmer im Ansehen der Familie) zu gestalten. Eine Person, bei der Hannah Rothschild sehr treffend und differenziert herausarbeitet, dass Reflexion und Nabelschau nicht interessierten, sondern das „leben an sich“ genommen und genossen und gelebt wurde.

„Vielleicht war sie verrückt. Sie hatte einige ziemlich törichte Äußerungen von sich gegeben“.
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4.0 von 5 Sternen Professionell 7. Juli 2014
Format:Gebundene Ausgabe
Hannah Rothschild schreibt professionell flüssig, man kann das Buch kaum weglegen (ich hatte die englische TB-Ausgabe von Virago).

Das Buch schildert ein einzigartiges Leben - Kindheit in der superreichen Rothschild-Familie, Kriegseinsätze in Afrika und Europa, fünffache Mutter, dann Begleiterin der besten Jazzmusiker der Welt.

Historisch beginnt die Autorin mit Mayer Amschel Rotschild im 18. Jahrhundert und der damaligen Judendiskriminierung in Frankfurt. Die New Yorker Jazz-Zeit nimmt ungefähr zwei Fünftel des Buchs ein. Ihre eigene Rolle und Gefühlswelt beschreibt Hannah Rothschild zu ausführlich (Beispiel: sie setzt sich 2004 in ein New Yorker Café, hört 'Round Midnight per iPad und versucht sich in die 50er Jahre zu versetzen).

Die 280 Seiten erscheinen mir zu kurz - speziell über Pannonica Rotschilds Kriegseinsätze hätte ich gern mehr gelesen und über ihre Bekanntschaften mit anderen Jazzmusikern als Thelonious Monk. Gab es nach der Trennung vom Ehemann noch Liebesverhältnisse zu anderen Männern? Darüber schreibt Hannah Rothschild praktisch nichts, vielleicht auch aus Rücksicht auf die eigene Familie (die Jazzbaronin war ihre Großtante, einige Rotschilds waren strikt gegen das Buchprojekt).

Meine Ausgabe hat einen Rothschild-Stammbaum, ein ausführliches Literaturverzeichnis, ein Schlagwortverzeichnis und eine Liste der Pannonica Rothschild gewidmeten Jazzstücke. Die vielleicht eineinhalb Dutzend Fußnoten erscheinen entweder gar nicht oder auf falschen Seiten und dann teils unvollständig. In der Monk-Doku Straight, No Chaser erscheint die Baronin ganz am Rand.
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