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Die Jahre der Kommune 1. Berlin 1967 - 1969
 
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Die Jahre der Kommune 1. Berlin 1967 - 1969 [Gebundene Ausgabe]

Ulrich Enzensberger
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 415 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Aufl. (22. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462034138
  • ISBN-13: 978-3462034134
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 427.295 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ulrich Enzensberger
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Geschichte der Kommune I, erzählt von einem, der dabei war

Neben Fritz Teufel, Dieter Kunzelmann, Rainer Langhans und anderen war Ulrich Enzensberger einer jener "Kommunarden", die in der Zeit, als die USA Vietnam erledigen wollten, mit dadaistisch-politischen Aktionen Westberlin verrückt machten. Die KI provozierte die von den Alliierten kontrollierte Front- und Mauerstadt und ihre Bewohner, die nicht wahrhaben wollten, dass die Deutschen den Zweiten Weltkrieg angefangen und verloren hatten. Es kam zur Revolte der Außerparlamentarischen Opposition, die davon träumte, die Westsektoren der alten Reichshauptstadt in eine Freie Räterepublik, in eine Drehscheibe der Weltrevolution zu verwandeln. - Oder war da etwa noch mehr?

"Wir sind das Schlangenei, aus dem die Rote Armee Fraktion gekrochen ist. Ein Mythos. Wir sind die Erfinder der Spaßgesellschaft. Wir waren die ersten, die auf den irren Gedanken kamen, ein Kaufhaus in Brand zu stecken. Einer war das Alphamännchen. Wir hatten alle einen Kopfschuss. Gruppensex. Antisemiten. Unser Vorbild war Mao. Alles nicht wahr. Da waren gar keine Frauen dabei. Die hatten Orgasmusprobleme. Das Problem war der Abwasch. Spaßguerilla. Wir sind dem Osten auf den Leim gegangen. Teufel hat uns ins Gesicht geschissen. Bürgersöhnchen. Wir wollten die deutsche Familie zerstören. Apo-Opas. Wir waren restlos verklemmt. Bis Uschi kam. Urdeutsch. Bei jeder Anklageschrift haben wir uns kindlich gefreut. USA-SA-SS. Wir haben die Klotüren ausgehängt. Ein Mythos. Terroristen. Ulbrichts Lakaien. Ein einziger Horrortrip. Die ersten deutschen Pop-Ikonen. Verfassungsschutzgesteuert. Verkrustete Formen aufgesprengt. Tonnenweise LSD gefressen. Wir saßen jahrelang im Knast. Kunzelmann ist wirklich tot. Noch einen Rotwein. Wir leben jetzt in der Toskana. Ideal für eine Vorabendserie. Wenn es der Wahrheitsfindung dient. Alle Professoren geworden. Alles Sozialfälle. Das ist die Wahrheit. Ein Mythos."

Der Verlag über das Buch

Die Geschichte der Kommune I, erzählt von einem, der dabei war

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ulrich Enzensberger beschreibt die Zeit der Studentenrevolten und stellt sachlich recherchiert (mit über 500 Fußnoten) die geschichtlichen Zusammenhänge her. Entgegen des Untertitels (Berlin 1967-1969) geht es um weit mehr als nur die 3 Jahre in Berlin. Enzensberger porträtiert die BRD in der Nachkriegs- und Vor-RAF-Zeit, und beschreibt die gesamte weltpolitische Lage und Umwälzungen der damaligen Zeit.

Als einer der Gründungsmitglieder der Kommune I berichtet Enzensberger aber zugleich autobiografisch von seinen persönlichen Erlebnissen. Dies macht das Lesen spannend und unterhaltsam. Dadurch unterscheidet sich das Buch von einem nüchternen Sachbuch. Es spiegelt das Denken seiner Zeit wider. Es hat nicht den Anspruch, aus heutiger Sicht die damaligen Vorgänge zu bewerten, sondern erläutert die Sicht der Dinge in der Zeit der Kommune 1. Dieser Ansatz ist sehr hilfreich, um die damalige Zeit zu verstehen und sich ein eigenes Bild zu machen.

Für mich, als jemand der zu dieser Zeit geboren wurde, also nicht dabei war, bietet das Buch einen phantastischen Überblick über die damaligen Umstände. Für mich war die Lektüre so eine Art Aha-Erlebnis. Wie haben die Leute damals gedacht? Was war damals los in Deutschland und der Welt? Wieso entstanden die RAF und andere terroristische Gruppen? Und warum ist Deutschland heute so wie es ist? Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen hat mir das Buch geliefert.

Ich möchte dieses Buch daher äußerst jedem empfehlen, der damals noch nicht geboren oder noch zu jung gewesen war, um die Geschehnisse mitzubekommen. Aber auch lege ich das Buch all denen ans Herz, die in den 60ern vielleicht in der Provinz wohnten und wenig mitbekommen haben, sowie all jenen, die auf Seiten der Konservativen" standen, um die andere Seite zu verstehen.

Für mich ist dieses Buch das Beste, welches ich im ganzen letzten Jahr gelesen habe. 5 Sterne!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor beschreibt in einem gut verständlichen Stil die Welt-, Deutschland- und Berlinpolitik sowie die Aktionen der Kummunarden, der Studenten und weiterer Strömungen.
Dabei empfand ich den Wechsel von Biographie (Rolle des Autors bei ausgewählten Aktionen sowie seine Empfindungen und Erwartungen) und Fakten nicht störend, sondern eher belebend.
Da in meinem Geschichtsunterricht dieses Kapitel kaum besprochen wurde und ich zur genannten Zeit den Kindergarten besuchte, hat dieses Buch sehr zur Wissenserweiterung beigetragen.
Von der Kummune 1 wußte ich bisher nur aus dem Buch "Mein wildes Leben". Ich werde sicher noch andere Autoren zum Thema lesen, um weitere Sichtweisen kennenzulernen.
PS: Ich bewundere den Mut dieser Helden, die Ihre Gedanken zur Schaffung einer besseren Welt mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln auch umzusetzen versuchten.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Enzensberger erzählt chronologisch, wie sich die Idee der Kommune vom Anfang der 60er Jahre an entwickelte, wie sich das Konzept des Zusam-menlebens immer mehr politisierte und wie die Kommune 1 sich schließlich etabliert, fleißig demonstriert und am Ende in Haschischrauch, ML-Gruppen und Psychozirkeln auflöst. Parallel dazu werden die wichtigsten innen- und außenpolitischen Ereignisse der damaligen Zeit, ohne die man die Entwicklung der APO in der Tat nicht verstehen kann, aufgelistet. Für jemanden, der sich mit dem Thema zum ersten Mal beschäftigt, mag das Buch ein erster Einstieg sein, mehr aber auch nicht. Von einem, der dabei war, von einem, der zu einer Bewegung gehörte, die - mit gutem Grund - sich als kritisch gegenüber der Gesellschaft, in der sie lebte, verstand, kann der Leser mehr erwarten als eine unendliche Abfolge von Fakten (Demos, Prozesse, Happenings). Die analytische und (selbst-)kritische Tiefe des Buches ist gleich Null.

Zwei konkrete Kritikpunkte:
Man erfährt so gut wie nichts darüber, was innerhalb der K1, d.h. zwischen ihren Mitgliedern vor sich gegangen ist. Sie schienen sich ausschließlich außerhalb ihrer vier Wände auf irgendwelchen Demos rumgetrieben zu haben. Ich rede hier nicht von Diskussionen, wer den Abwasch zu machen hat, oder über irgendwelche Bettgeschichten (ein vermutlich eher tristes Kapitel...), aber die Kommune ist ja mit dem hohen Anspruch angetreten, auf politische Weise die Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern grundlegend, d.h. in Richtung mehr Freiheit, zu verändern. Da ist man schon gespannt, wie die Kommunarden und Kommunardinnen das angegangen sind und was sie erreicht oder nicht erreicht haben. Aber da ist nur gähnende Leere.

Am schlimmsten ist aber eine politische Naivität, die schon 1968 erstaunlich war (der Rezensent schließt sich ein!), die aber heute völlig unerklärlich für jemanden ist, der auch nur regelmäßig eine Tageszeitung liest. Dass man sich für 1966/67 für die Kulturrevolution begeisterte und sich in Ost-Berlin die roten Büchlein aus der chinesischen Botschaft abholte, mag noch als Provokation des "Establishments" durchgehen, obwohl es uns auch damals gut angestanden hätte, wenn wir wenigstens 10% des kritischen Verhaltens, das wir deutschen Politikern gegenüber an den Tag legten, auch kommunistischen Diktatoren gegenüber geäußert hätten. Aber wie kann man HEUTE so etwas ohne die geringste Selbstkritik beschreiben, als ob die Roten Garden ein paar antiautoritäre Streiche gespielt hätten und nicht Tausende erniedrigt, gefoltert und getötet hätten - und zwar nicht in erster Linie Konterrevolutionäre, wie wir gerne geglaubt haben, sondern "Genossen"? Wie kann man HEUTE von einem Kaufhausbrand (in Frankfurt) schreiben, dass er ja schließlich nur Sachschaden verursacht habe (zufälligerweise, muss man hinzufügen), obwohl man weiß, was aus der damals losgetretenen Gewaltlawine in den 70er Jahren geworden ist?

Enzensberger ist anscheinend über die 70er Jahre nicht herausgekommen: Der Radikalität der Kritik der westlichen Industriegesellschaft entsprach schon damals eine erschreckende Kritiklosigkeit gegenüber allen linken Autoritäten und der eigenen Bewegung. Das hat uns damals nicht gerade glaubwürdiger gemacht. Diesen Fehler sollten wir uns aber HEUTE nicht mehr leisten.
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