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Die Jagd auf den Meteor
 
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Die Jagd auf den Meteor [Gebundene Ausgabe]

Jules Verne
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Verlag Neues Leben (1995)
  • ISBN-10: 3355014451
  • ISBN-13: 978-3355014458
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.129.673 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jules Verne
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als Jules Verne vor hundert Jahren am 24. März 1905 starb, war sein Roman Die Jagd auf den Meteor unveröffentlicht geblieben. Im Auftrag des Verlags, dem das Werk zu politisch und kritisch erschien, arbeitete Vernes Sohn Michel es um, fügte Figuren hinzu und veränderte ganze Erzählstränge. Alle bisherigen deutschen Übersetzungen beruhten auf dieser bearbeiteten Version. Nun liegt erstmals die von Jules Verne erdachte Originalfassung des fesselnden Abenteuers vor: Ein Meteor nähert sich der Erde, der aus reinem Gold besteht. Staaten und skrupellose Mächtige beginnen einen fanatischen Wettstreit um das ungeheure Vermögen. Doch sie haben ihre Rechnung ohne das Gesetz des Zufalls gemacht. Und auch für zwei junge Liebende bedeutet der Meteor ihr Schicksal ... In dieser Originalfassung werden nun auch für deutsche Leser der ganze Charme, der Humor und die Faszination von Vernes berühmten Romanen erstmals lebendig. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Auszug aus Die Jagd auf den Meteor von Jules Verne, Gaby Wurster. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

1. Kapitel
In dem Friedensrichter John Proth eine seiner angenehmsten Berufspflichten erfüllt und dann in seinen Garten zurückkehrt.

Es gibt keinen Grund, dem Leser zu verheimlichen, daß die Stadt, in der sich die abenteuerlichen Ereignisse dieser Geschichte zutrugen, im amerikanischen Bundesstaat Virginia liegt. Wenn der Leser einverstanden ist, nennen wir diese Stadt Whaston und fügen noch hinzu, daß ihr östlicher Teil am rechten Ufer des Potomac liegt, doch es erscheint uns müßig, noch genauere Erläuterungen zu geben, und müßig ist es auch, diese Stadt gar auf den besten Landkarten der Vereinigten Staaten suchen zu wollen.
Wenn die Bewohner von Whaston am Morgen des 27. März jenes Jahres durch die Exter Street gingen, konnten sie über einen eleganten Reiter staunen, der sein Pferd in kleinen Schritten die Straße hinauf- und hinuntertraben ließ und schließlich auf dem Platz der Verfassung unweit des Stadtzentrums anhielt.
Der Reiter mochte noch keine dreißig Jahre alt sein. An seinem Äußeren erkannte man den typischen Yankee, dem es nicht an einer gewissen originellen Vornehmheit mangelte. Er war verhältnismäßig groß und von schöner, kräftiger Gestalt, er hatte braune Haare und ebenmäßige Gesichtszüge und trug einen braunen Bart, jedoch keinen Oberlippenbart. Ein weiter Überzieher bedeckte ihn bis zu den Beinen und
lag ausgebreitet auf der Kruppe des Pferds. Sein lebhaftes Tier führte er mit soviel Geschicklichkeit wie auch Sicherheit. Alles an seinem Auftreten verriet einen Mann der Tat, einen entschlossenen Mann, der es gewohnt war, den ersten Schritt zu tun. Er wankte wohl nie zwischen Wunsch und Angst, was das Zeichen eines Zauderers ist. Außerdem hätte ein Beobachter festgestellt, daß er seine ihm eigene Ungeduld nur schwerlich unter einer kühlen Erscheinung verbarg.
Warum war er nun in diese Stadt gekommen, wo niemand ihn kannte und sich niemand erinnern konnte, ihn jemals gesehen zu haben? Wollte er längere Zeit bleiben? Jedenfalls machte er nicht den Eindruck, als wolle er nach einem Hotel fragen. Im übrigen hätte er die Qual der Wahl gehabt, denn man kann von Whaston sagen, daß der Reisende in keiner anderen Stadt der Vereinigten Staaten besser empfangen und besser bedient worden wäre sowie besser gegessen und mehr Komfort vorgefunden hätte, und dies alles zu überwiegend günstigen Preisen.
Der Fremde schien nicht die Absicht zu haben, länger in Whaston zu verweilen. Selbst das gewinnendste Lächeln der Hoteliers hätte auf ihn keinen Eindruck gemacht.
Seit der Reiter auf dem Platz der Verfassung erschienen war, standen Wirte und Bedienungspersonal in den Türen und wechselten folgende Worte:
»Woher kam er?«
»Aus der Exter Street.«
»Und woher kam er überhaupt?«
»Soweit ich gehört habe, kam er durch den Vorort Wilcox.«
»Seit einer halben Stunde reitet er auf dem Platz umher.«
»Vielleicht wartet er auf jemanden.«
»Möglich, aber er ist ziemlich ungeduldig.«
»Immerzu sieht er zur Exter Street hinüber.«
»Von dort erwartet er wohl jemanden.«
»Und wer soll dieser Jemand sein? Eine Sie oder ein Er?«
»Wirklich eine vornehme Erscheinung, meiner Treu!«
»Dann hat er wohl ein Rendezvous.«
»Ja, aber kein Rendezvous, wie man es sich gemeinhin vorstellt.«
»Und warum nicht?«
»Weil er nun schon ein paarmal vor John Proths Haus gehalten hat.«
»Und da John Proth der Friedensrichter von Whaston ist...«
»... heißt das, dieser Mann ist in irgendeiner Sache vorgeladen...«
»... und die gegnerische Partei hat sich verspätet.«
»Nun, Richter Proth wird die beiden im Handumdrehen zu einer Einigung und Versöhnung führen.«
»Er ist ein fähiger Mann.«
»Und ein guter Mensch.«
Womöglich war dies der wahre Grund, warum der Fremde nun in Whaston weilte. Er hatte wirklich verschiedentlich vor John Proths Haus gehalten, war aber nicht abgesessen. Er sah zur Tür hin, zu den Fenstern und zum Frontispiz, wo Friedensrichter stand. Dann blieb er reglos stehen, als warte er darauf, daß jemand auf der Schwelle erschien. Und noch ein letztes Mal sahen die Hotelangestellten, wie der Mann das Pferd zügelte, das, wie er selbst, ungeduldig war und tänzelte.
Doch da öffnete sich die Tür weit, und ein Mann trat auf den Absatz der kleinen Treppe, die zum Gehweg führte.
Kaum sah der Fremde diesen Mann, lüftete er den Hut und sagte:
»Mister John Proth, wenn ich nicht irre.«
»Der bin ich«, antwortete der Friedensrichter und erwiderte den Gruß.
»Eine einfache Frage, auf die Sie bitte nur mit ja oder nein antworten möchten...«
»Bitte, mein Herr.«
»War vielleicht heute morgen eine Person bei Ihnen und hat nach Seth Stanfort gefragt?«
»Nicht, daß ich wüßte.«
»Danke.«
Und mit diesem Wort lüpfte der Reiter den Hut ein zweites Mal, schlug mit den Zügeln und trabte zur Exter Street.
Nach allgemeiner Ansicht bestand nun kein Zweifel mehr, daß der Fremde etwas mit John Proth zu tun hatte. An der Art, wie er seine Frage gestellt hatte, handelte es sich wohl um Seth Stanfort selbst, der sich als erster zu einer Verabredung eingefunden hatte. Und nachdem der Zeitpunkt für dieses Treffen vielleicht schon verstrichen war – würde er die Stadt nun verlassen und nicht mehr zurückkommen?
Da wir in Amerika sind, beim wettlustigsten Volk der Welt, muß man sich nicht wundern, daß zwischen dem Personal der Hotels und den Schaulustigen, die auf dem Platz stehengeblieben waren, gleich Wetten auf eine baldige Rückkehr respektive die endgültige Abreise des Fremden abgeschlossen wurden; gewettet wurde um wenige Cents bis hin zu einem halben Dollar, nicht mehr, doch die Verlierer würden die Wettschulden begleichen, und die Gewinner, allesamt ehrbare Leute, würden sie einstreichen.
Richter John Proth aber beschränkte sich darauf, dem Mann nachzublicken, der in Richtung Wilcox ritt. Proth war ein Philosoph, ein Weiser, ein Justizbeamter, der schon mindestens fünfzig Jahre Klugheit und Weisheit auf sich vereinigte, obwohl er erst ein halbes Jahrhundert alt war – er mußte also schon klug und weise auf diese Welt gekommen sein. Hinzu kam, daß er Junggeselle war und sein Leben noch nie von einer einzigen Sorge getrübt worden war. Er war aus Whaston gebürtig und hatte die Stadt selbst in jungen Jahren selten oder gar nicht verlassen. Man kannte ihn als einen Mann ohne jeden Ehrgeiz, und er wurde auch von den Rechtssuchenden verehrt. Er hatte gesunden Menschenverstand und zeigte sich immer nachsichtig gegenüber den Schwächen und manchmal auch den Fehlern der anderen. Seine Aufgabe als Friedensrichter sah er darin, die Fälle zu regeln, die ihm vorgelegt wurden, die verfeindeten Parteien, die vor seinem kleinen Gericht erschienen, miteinander zu versöhnen, die Ecken abzuschleifen, das Räderwerk zu schmieren und die Zusammenstöße zu mildern, die es unvermeidlich in einer Gesellschaftsordnung gibt, so vollkommen sie auch sein mag, und kein anderer Friedensrichter war dieses Titels so würdig, kein anderer Richter war so gut wie John Proth.
Er erfreute sich eines gewissen Wohlstands, und wenn er seine Pflichten erfüllte, so tat er dies nur aus Lust und Laune, denn er strebte nicht nach höheren Ämtern. Er liebte die Ruhe – für sich wie auch für die anderen. Die Menschen betrachtete er als Lebensnachbarn, deren Existenz nicht gestört werden durfte. Er ging früh zu Bett und stand früh auf. Er las seine Lieblingsautoren aus der Alten wie auch aus der Neuen Welt, und als Zeitung bezog er den guten, ehrlichen Stadtanzeiger Whaston Nouvellist, in dem es mehr Anzeigen gab als politische Meldungen. Jeden Tag machte er einen Spaziergang von einer oder zwei Stunden, und dabei grüßten ihn so viele Leute, daß er alle drei Monate einen neuen Hut brauchte. Neben diesen Spaziergängen und neben den Stunden, die er seinem Beruf widmete, verbrachte er die Zeit in seinem friedlichen, behaglichen Haus, er pflegte die Blumen in seinem Garten, und sie dankten ihm seine Hingabe, indem sie ihn mit ihren frischen Farben erfreuten und ihm ihre lieblichsten Düfte schenkten. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Lange Zeit war Vernes Roman "Die Jagd auf den Meteor" nur in einer von Vernes Sohn bearbeiteten - um nicht zu sagen entstellten - Version erhältlich. Nun liegt also erstmals auf Deutsch die Originalfassung vor; und es ist ein tolles Buch! "Die Jagd auf den Meteor" entpuppt sich im Original als einer der besten Vernes, voller zeittypischer Verwicklungen, Ironie und Humor, was vor allem der sehr guten Übersetzung zu verdanken ist. Dazu noch eine interessante Einleitung von Andreas Eschbach zur Geschichte des Romans...hier muss man als Verne-Fan zugreifen, und nicht nur als solcher!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von geozone
Format:Taschenbuch
Ein Meteor droht auf die Erde zu fallen und oh Schreck er soll aus purem Gold sein. Jetzt beginnt die Jagd nach dem Meteor und auf den vermeindlichen Reichtum. Zwei Wissenschaftler die in direkter Nähe zueinander wohnen, beobachten durch das Teleskop non-stop den näherkommenden Meteor und wollen sich gegenseitig den Ruhm und Reichtum streitig machen.

Dies war Jule Vernes letzter Roman und wurde nicht mehr vom Autor überarbeitet. Das stört jedoch nicht sonderlich, da etwaige Ungereimtheiten in Fussnoten nachträglich richtig gestellt werden.

Viel ungewöhnlicher ist die Tatsache, dass es sich in diesen Roman nur nebensächlich um den Meteor handelt. Wobei es doch Jule Vernes Merkmal ist sich in erster Linie mit den "Phänomen" zu befassen und nicht, wie in diesem Fall, mit den beteiligten Personen. In seinem letzten Werk scheint sich der Autor tatsächlich kritisch mit der Gesellschaft bzw. der Gier des Einzelnen zu befassen. Es ist traurig zu wissen, dass ein scheinbar so unversöhnter Verne aus dieser Welt geschieden ist.

Fazit: Für Verne Fans und auch andere interessierte Leser, die sich mehr für die sonst zu kurz kommenden zwischenmenschlichen Beziehungen der Protagonisten interessieren.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von costibabe
Format:Taschenbuch
Im grossen und ganzen ist es ein schöner Roman. Aber dies ist eins der letzten Werke von Jules Verne und geht in eine völlig andere Richtung, als das was man von ihm eigentlich kennt. Auf Grund des Titels könnte man denken, das es eine Abenteuer Geschichte ist a la Reise zum Mittelpunkt der Erde, aber in diesem Roman geht es ausschliesslich, um das gierige Verhalten der Menschen, als sie Gewahr bekommen aus welchem Material der Meteor besteht, den sie "jagen". Die wissenschaftlichen und technischen Hintergründe, spielen hier nur eine Nebenrolle. Wofür ich aber 5 Sterne geben würde, ist für die Einleitung - sie beinhaltet sehr interessante Angaben über Jules Verne und die absolut erstaunliche und beeindruckende Hintergrundgeschichte dieses Buches. Dies ist die Originalfassung und darauf sollte man immer achten, wenn man sich ein Jules Verne Buch kaufen möchte, die meisten sind gekürzt oder entsprechen nicht 100% der französichen Übersetzung ins Deutsche. Nur 3 Sterne, zum einen, weil mir in diesem Werk von Jules Verne die spannenden wissenschaftlichen Hintergründe fehlen, die genau das ausmachen, was ihn als Autor verkörpert hat. Zum anderen klingt die Erzählungsweise von ihm, nicht mehr sehr optimistisch oder hoffnungsvoll, was die Errungenschaften der Wissenschaft angeht.
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