Mit "Die Jagd" präsentiert der Heyne Verlag die deutsche Übersetzung des Romans "Endless Night" von 1993. Das Werk ist also nicht so richtig neu (was nicht verwundert, da Laymon ja bereits 2001 verstorben ist) und zeitlich vor bereits erschienenen Romanen wie "Die Insel", "Nacht", "Rache" oder "Die Show" einzuordnen.
Der geneigte Leser bekommt auf 527 Seiten genau das geboten, was man von Richard Laymon erwarten kann: einen Horror-Thriller der extremen Art, mit reichlich Blut, Gewalt und Sex.
In "Die Jagd" geht es um die Teenagerin Jody, die miterleben muß, wie ihre beste Freundin bestialisch getötet wird. Nur um Haaresbreite gelingt ihr die Flucht, woraufhin die Bande der Krulls die Jagd auf sie eröffnet.
Die erste Leiche gibt es bereits auf Seite 14. Laymon steigt gleich mit vollem Tempo ein und läßt den Leser nicht mehr los. Die Story rast weiter bis auf Seite 87. Hier beginnt Laymon plötzlich die Geschichte aus einer zweiten Perspektive, nämlich der des kranken Mörders Simon zu erzählen.
Hierdurch wird zwar das Tempo der Story etwas gedrosselt, doch die Spannung erhöht sich ungemein. Dazu erfährt man vieles über die Geschichte der Krulls und des Psychopathen Simon.
Laymon läßt den Leser bis zum wirklich guten, überraschenden und harten Ende nicht mehr los. Das Buch liest sich, wie bei Laymon üblich, fast von alleine.
Man kann Richard Laymon nicht so richtig einordnen. In der Regel sind seine Romane unter Horror einsortiert, wobei auch dieses Genre ja nie so ganz richtig definiert wurde.
Er kommt in der Regel ohne fantastische Elemente aus (außer in seinen Vampirstories), so daß man seine Romane auch als Thriller bezeichnen könnte. Auch von der "Splatter"-Bewegung ist er nicht weit entfernt. Und auch der Begriff "Trash" wird im Zusammenhang mit Laymon immer wieder genannt.
Unterm Strich sind sein Werke m.E. einzigartig und kaum zu vergleichen. Wenn auch literarisch anspruchslos, so doch fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite: Laymon ist einfach Kult!
Fazit: Dieses Buch ist nichts für zartbesaitete. Hier geht es überhart zur Sache. Für Freunde harter Horror-Thriller sehr empfehlenswert. Für Laymon-Fans ein ganz klarer Pflichtkauf.