Richtet man sich nach dem Satz auf der Rückseite des Covers, denkt man, Joe Jackson, Vater von neun talentierten Kindern, würde sich rechtfertigen für das, was in den Jahren erzählt wurde, er müsse sich sozusagen verteidigen. Da steht geschrieben "Die wahre Geschichte aus der Sicht von Joe Jackson".
Diese Paperback-Ausgabe ist recht schlicht, aber doch ansprechend aufgemacht. Es liest sich sehr leicht, es verrät, dass Joe Jackson ein von Grund auf sehr einfacher Mensch ist. Er wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen auf, seine Großeltern waren sogar noch Sklaven, die einst von Afrika nach Amerika kamen. Er erzählt von schönen, aber auch traurigen Stunden in seiner Kinheit, von wenig Geld und letztlich auch von Rassenunterschieden - all das hätte ihn offensichtlich frühzeitig geprägt, und er wünschte sich ein besseres Leben. Trotz z. T. unglücklicher Umstände in seiner Kindheit wurde auch gesungen, dies hätte ihn inspiriert und zur Gründung einer kleinen Band in jungen Jahren bewegt.
Joe Jackson, der Vater, schreibt von der Entstehung der Jackson 5, von den Schwierigkeiten der Promotion, er sieht sich in der Auseinandersetzung mit den eigenen Ideen und den Vorstellungen seiner Kinder und hebt die Erfolge hervor. Er vergißt auch nicht Katherine, seine Frau und Mutter zu erwähnen, deren Art und Weise, die Familie zusammenzuhalten er stets schätzte, ohne deren Unterstützung
so mancher Auftritt der Kinder nicht so erfolgreich hätte sein können. Gefallen hat mir seine Art der Beschreibung des Verhältnisses zu seinen Kindern. Keines wurde hier vergessen oder benachteiligt, auch wenn Michael mit ein paar mehr Worten erwähnt wird, was ohnehin daran liegt, dass gerade er durch die Medien mehr streitbare Dinge erlebt hat, als seine Brüder und Schwestern.
Aufgefallen ist mir, dass Joe J. von einem starken Willen geprägt ist. So kommt er auch nicht daran vorbei, dem Leser über seine Art der Erziehung zu berichten. Er gibt zu, sehr streng gewesen zu sein. Einerseits kannte er das aus seiner eigenen Kindheit, zum anderen wollte er auch darauf achten, dass die Kinder sich nicht an ein Leben in Straßengangs und Drogen gewöhnten. Gewalt hätte er jedoch nicht ausgeübt, hier weist er strikt alles zurück, äußert sich sogar ärgerlich darüber, dass seine eigenen Kinder soetwas erzählt haben sollen. Sehr berührt haben ihn die Anschuldigungen Michael's sowohl von 1993 als auch 2003 bis 2005. Er widmet diesen Ereignissen einen längeren Abschnitt, beschreibt seine Sicht und nimmt seinen so berühmten Sohn in jedem Fall in Schutz.
Ich denke, Joe Jackson wollte wirklich das Beste für seine Kinder und seine Familie. Er war stets um einen Zusammenhalt bemüht, auch wenn er es seiner eigenen Einschätzung nach gefühlsmäßig nie zeigen konnte.
Ein jeder Leser wird unterschiedlich auf dieses Buch reagieren, doch sollten wir nach dem was über Joe Jackson weitestgehend erzählt wird, nicht zu hart zensieren. Genießen wir es und erkennen wir an, was dieser inzwischen betagte Mann in seinem Leben geleistet hat.