So urteilte Thomas Mann über "Goya", und in der "Jüdin von Toledo" erreicht Feuchtwanger ein ähnlich "düster glänzendes Riesengemälde", das dramatisch das Spannungsfeld zwischen drei großen Religionen, dem Christentum, dem Islam und dem (zwischen den Stühlen sitzenden) Judentum darstellt. Im Spanien des 12. Jh. "verkauft" Don Jehuda, eine sehr komplexe Gestalt (Jude, scheinbar zum Islam übergetreten, um unter der Araberherrschaft überleben zu können, brillanter Geschäfts- und Staatsmann, begibt sich in den Dienst des christlichen Königs Alfonso, um dauerhaften Frieden in Spanien zu schaffen), seine Tochter Raquel an ebendiesen Alfonso, um zu erreichen, daß dieser den sehr instabilen Frieden nicht in Gefahr bringt. Seine charakterliche Ambivalenz ist großartig und psychologisch stringent dargestellt und übertrifft noch die Zeichnung der schönen und klugen Tochter und des kriegerisch-leichtsinnigen Königs. Ein Buch, das sich absolut zu lesen lohnt!