Tobias, ein Schriftsteller mit Anfangserfolgen, kehrt nach dem Unfall seines Vaters auf den elterlichen Bauernhof zurück. Zwischen ihm und seiner jungen Stiefmutter beginnt es zu knistern.
Die Autorin variiert in diesem Buch das Thema "Der Mörder und seine Schuld", das sie bereits in "Die Katze, die nicht sterben wollte" behandelt hat. Wieder ist der Protagonist ein schwächlicher, selbstbezogener und unentschlossener Mensch, den weniger die Schuld als die Angst vor der Entdeckung quält. Hier wie da gibt es auch eine zweite Person, den Mitwisser und Vertuscher.
Insgesamt ist die Geschichte mäßig spannend, gewinnt erst im letzten Viertel an Tempo, als Ereignisse eintreten, die die eintönigen Passagen über Tobias' Alltagsleben in Bewegung bringen.
Der Schluss ist so, wie man ihn von anderen Büchern der Autorin kennt: Es ist alles gesagt, aber das allerletzte Kapitel schreibt die Phantasie des Lesers.
Ein Buch, das sich gut lesen lässt, allerdings als Doublette eines seiner Vorgänger bei weitem nicht so eindringlich und fesselnd geschrieben.