Wow! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Dies ist eines der schlechtesten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Ich zog es aus einer Bücherabverkaufs-Kiste, an welchen ich einfach nicht vorbei gehen kann. Am Cover prangte mir "Ein Roman mit Gänsehaut-Garantie" von Ira Levin, Autor von "Rosemary's Baby" entgegen. Das wäre ja schon mal nicht schlecht. Ein altmodischer Gruselroman, schön, sehr gerne, immer her damit. Und dann nahm das Grauen seinen Lauf, wenn auch ganz anders als ich es mir gedacht hätte. Anstatt einer Kritik im herkömmlichen Sinn, werde ich jetzt einfach nur diverse Wortschwurbeleien der Scheinautorin hier zum Besten geben:
Regentropfen "flüstern" um sich dann entweder "wie tränengleiche Schlieren dahinzuziehen" oder "erbarmungslos nieder zu prasseln".
Ein Gelände duckt sich unter einem Sturm wie eine Stadt in Erwartung der Belagerung. Wind dröhnt in den Ohren wie das hohle Rauschen des Ozeans. Im Spiegel sieht sie "das gläserne Gespenst ihrer selbst" und sie ist "erschrocken über das plötzliche Zusammenfließen ihrer Gedanken". Es gibt übrigens auch "unglückliche Verzweiflung". Das ist hochinteressant, da ich mit dem Phänomen glücklicher Verzweiflung bis dato nicht konfrontiert war. Jemand hat etwas "beinahe Elementares" an sich. Das hätte ich auch gerne. Oder nicht? Ich weiß nämlich nicht, was das ist. Inzwischen "stöhnt mal wieder der Wind und diesmal prasseln eisige Regentropfen erbarmungslos herunter". "Waschmaschinen standen wie schweigende Würfel vor ihr, die Trockner wie dunkle, dem Fenster zugewandte Augen". Auweia, wie gruselig. Deshalb gefriert auch ständig jemand das Blut in den Adern. Wie originell!
Dann aber spürt sie, wie ihr "die Schwere der Zeit entgegen strömt". Und sie erkennt etwas "durch den Schleier ihrer Verwirrung". Das hätte der Autorin auch gut getan.
Inzwischen "schien der Raum sie zu erwarten, schien förmlich den Atem anzuhalten". Hilfe, hoffentlich erstickt er nicht, der Raum. Aber zu ihrer Erleichterung fingen die Blätter wenigstens GEHORSAM Feuer. Na dann. Dann "wärmte sie das Bier augenblicklich". Seltsames Bier haben die Amis da. Inzwischen versucht sich der eisige Wind Zugang zum Haus zu verschaffen. So ein Schlimmer, hoffentlich stiehlt er nichts! Derweil wogen die Bäume vor ihrem dunklen Fenster und abgestorbene Ranken krochen über die zerbröckelnden Säulen. Ganz schön fleißig, obwohl abgestorben. Hier wiederum ist etwas dem Verfall zum Opfer gefallen. Das ist nicht mein Fall.
Und da liegen "bleiche und schlaffe Kondomleichen". Tja, wären sie nicht schlaff, aber daran wollen wir jetzt nicht denken... Nacheinander treffen sie dann auch einer nach dem anderen ein. Vielleicht um dem Verfall des Verfalles der zum Opfer gefallenen Verfallenen zuzusehen? Wer weiß. Jetzt aber mustert jemand "mit gerunzelter Stirn", jemand anderes "blafft mit unheilvoller Miene", da aber "runzelte sie im Schlaf die Stirn". Nun sucht sie "stirnrunzelnd den Boden ab". Jetzt betrachtet er "stirnrunzelnd ihr bleiches Gesicht". Da runzelt Robin die Stirn. Nun aber spürte sie "eine Aura der Schwere gefangener Zeit" während "unter ihnen die Haupttreppe wie eine riesige Wunde in der Dunkelheit klaffte".
Undsoweiterundsofort - WAHNSINN - so einen Schmus habe ich noch selten gelesen. Die Story selbst, über 5 Aussenseiter auf einer Uni und dem Verwenden eines alten Hexenbrettes, wäre ganz ok, daraus hätte man etwas machen können. Doch dies ist ein echtes Machwerk, langweilig, vorhersehbar, klischeebeladen bis zum Geht-nicht-mehr und unglaublich schlecht geschrieben. Dabei schreibt die Autorin laut Info im Buch erfolgreiche Drehbücher für Hollywood. Da gefriert mir doch stirnrunzelnd das Blut in den Adern.