Wie zwei Verliebte fühlen, nacheinander langen, voneinander träumen, phantasieren, sich leidenschaftlich vereinen ... dass ist zu aller Zeiten und überall auf der Erde gleich gewesen und wird weiterhin so bleiben. Darauf einen historischen Roman zu bauen, ist fragwürdig. Die Autoren haben sich in allen drei Bändern dieser Inka-Trilogie - Die Prinzessin der Sonne, Das Gold von Cuzco und Das Licht von Machu Pichu - vordergründig mit den beiden Liebhabern, mit der Inka-Prinzessin-Pristerin Anamaya und mit dem spanischen Halb-Edelman Gabriel, beschäftigt und viel zu wenig (und das nur sporadisch, stückweise und unübersichtlich) von den kulturgeschichtlichen Daten über die alten Inkas in die Story verflochten. Das Verhältnis der Gewichtung könnte ung. 70 vs. 30% sein. So wird das Buch - alle drei Bänder zusammen - stellenweise richtig langweilig und das Geschehen unübersichtlich, die Dramaturgie ärmlich, die Story unglaubwürdig. Es stören insbesonders den Lauf des Geschehens immer wieder unterbrechende, seitenlange Beschreibungen der Träumen und Träumereien der beiden Protagonisten. Auch stört es, dass die Autoren hauptsächlich auf diese Weise, d.h. durch subjektive Verinnerlichungen, die Inka-Mystik darlegten und ihr zugleich (oder vielleicht erst dadurch) die Schicksalhaftigkeit zuschrieben: als ob davon die wichtigsten Entscheidungen und Ereingisse jener Zeit, also der Gang der Geschichte in diesem Erdteil abhängig wäre. Für einen geschichtlichen Roman viel zu wenig Geschichte und viel zu viel Romantik.