Dieses Buch ist aufgrund der Zeit, in der es spielt, die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, und den verschiedenen Schauplätzen besonders ansprechend. Die Erzählung spielt in Berlin, an der Ostsee, in Hamburg, London und schließlich Indien. Nun erwartet man vielleicht einen massigen Wälzer, tatsächlich hat das Buch aber nur etwa 500. Seiten.
Der Autor führ den Leser in der ersten Hälfte des Buches, zusammen mit seinen Hauptfiguren Edgar und Alina, durch die berühmt berüchtigten Nachtlokale Berlins in den 20er Jahren. Nach einem kurzen Zwischenstop an der Nordsee, dort versucht Edgar die Geheimnisse seiner Familie zu lüften, geht es über London nach Indien, wo sich Edgar auf die Suche nach Alina macht, die zwischenzeitlich verschwunden ist.
Die Erzählung ist wirklich an einigen Stellen haarsträubend und ich denke, dass sie vor allem in Edgars Familiengeschichte Lücken aufweist, so dass die Story zum Teil nicht gerade plausibel scheint. Dies stört jedoch die Vielfalt des Romans überhaupt nicht, es geht um die Nachwirkungen des 1. Weltkriegs in den Köpfen vieler junger Männer, die nun mit dem aufkeimenden Nationalsozialismus sympathisieren, dem alten Adel, der immer mehr an Bedeutung verliert und schließlich um eine unbekannte Sekte, Vispassana.
Da ich bisher noch kein ähnliches Buch gelesen habe, weiß ich leider nicht, wem ich es empfehlen soll, kann mir aber vorstellen, dass jeder, der sich für Literatur und ein wenig für Geschichte und fremde Kulturen interessiert, dieses Werk mögen wird.