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Die Illusion des Ich: On the Taboo Against Knowing Who You Are Taschenbuch – 1. Mai 2005

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (1. Mai 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442217172
  • ISBN-13: 978-3442217175
  • Originaltitel: The Book On the Taboo Against Knowing Who You Are
  • Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 1,4 x 18,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 360.195 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Geboren 1915 in England, wanderte Alan Watts 1938 in die USA aus, um an der University of Vermont Theologie zu studieren. International einen Namen machte er sich seinen Zen-Studien und den Abhandlungen über westliche und östliche Spiritualität. Watts betätigte sich u.a. als anglikanischer
Priester, Autor, Moderator und Rektor der American Academy of Asian Studies in San Francisco. Mit seinen Studenten unternahm er Reisen nach Japan, Burma, Ceylon und Indien. Watts starb im Alter von 73 Jahren in Kalifornien.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort

1 Was man als Eingeweihter wissen muss

2 Das Schwarz-Weiß-Spiel

3 Wie man zu einem echten Schwindler wird

4 Die Welt ist unser Körper

5 Was nun?

6 ES

Ausgewählte Literatur

VORWORT

Dieses Buch befasst sich mit einem unerkannten, aber sehr mächtigen Tabu – mit unserem stillschweigenden Einverständnis, zu ignorieren, wer oder was wir wirklich sind. Ich stelle kurz gesagt die Behauptung auf, dass die weit verbreitete Empfindung des eigenen Selbst als ein von den übrigen Dingen getrenntes Ich hinter einer äußeren Hülle aus Haut eine Halluzination ist, die weder mit den westlichen Wissenschaften noch den experimentellen Philosophie-Religionen des Ostens – insbesondere den Kerngedanken der Vedanta-Philosophie des Hinduismus – in Einklang gebracht werden kann. Diese Halluzination steht auch hinter dem Missbrauch der Technik, mit der der Mensch seine natürliche Umgebung gewaltsam unterjocht und sie damit schließlich zerstört.
Wir bedürfen deshalb dringend einer Empfindung unserer eigenen Existenz, die mit den physikalischen Tatsachen übereinstimmt und die unser Gefühl der Entfremdung vom Universum bewältigen hilft. Zu diesem Zweck habe ich auf die Einsichten der Vedanta-Lehre zurückgegriffen, sie aber vollkommen zeitgemäß und im westlichen Stil formuliert. Dieses Buch ist deshalb kein Versuch eines Lehrbuchs oder einer Einführung im üblichen Sinn, sondern eine künstliche Kreuzung zwischen westlicher Wissenschaft und östlicher Intuition. Besonders bedanken möchte ich mich bei meiner Frau, Mary Jane, für ihre sorgfältige redaktionelle Hilfe und für ihre Kommentare zum Manuskript. Ebenfalls danken möchte ich der Bollingen Foundation für ihre finanzielle Unterstützung eines Projekts, zu dem dieses Buch gehört.

Sausalito, Kalifornien Januar 1966
Alan Watts

1 WAS MAN ALS EINGEWEIHTER WISSEN MUSS

Was genau sollte ein junger Mann oder eine junge Frau wissen, um »eingeweiht« zu sein? Mit anderen Worten: Gibt es irgendein verborgenes Wissen, irgendein besonderes Tabu, irgendwelche Informationen über die wahren Hintergründe des Lebens und des Seins, die die meisten Eltern und Lehrer entweder nicht kennen oder die sie nicht weitergeben wollen? In Japan war es früher einmal üblich, jungen Leuten, die kurz vor ihrer Hochzeit standen, ein »Kissenbuch« zu geben, ein kleines Büchlein mit oftmals farbigen Holzschnitten, das alle Einzelheiten des Geschlechtsverkehrs zeigte. Es ging nicht einfach darum, dass – wie der Chinese sagt – »ein Bild mehr wert ist als zehntausend Worte«, es ersparte auch den Eltern die Verlegenheit, über diese intimen Dinge von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. In der westlichen Welt kann man heutzutage solche Informationen an jedem Zeitungsstand bekommen. Der Sex ist kein ernsthaftes Tabu mehr. Teenager wissen manchmal mehr darüber als Erwachsene.
Wenn aber der Sex nicht mehr das große Tabu ist, was ist es dann? Denn es gibt immer irgendetwas, was tabuisiert wird, etwas, was man verdrängt, nicht zugibt oder nur ganz kurz aus den Augenwinkeln heraus anzuschielen wagt, weil ein direkter Blick zu sehr verunsichern würde. Tabus sind innerhalb Tabus verborgen, sie sind geschichtet wie die Schalen einer Zwiebel. Wie würde also das Buch aussehen, das Väter ihren Söhnen und Mütter ihren Töchtern unauffällig in die Hand drücken würden, ohne es jemals offen zuzugeben?
In manchen Kreisen wird die Religion stark tabuisiert, sogar in Kreisen, wo die Leute in die Kirche gehen oder die Bibel lesen. Die Religion gilt dort als Privatsache. Es gehört sich nicht, darüber zu sprechen oder zu diskutieren, und es verstößt noch mehr gegen die Regel, wenn man seine Frömmigkeit offen zur Schau trägt. Wenn man sich aber in eine der Standardreligionen vertieft – dabei spielt so gut wie gar keine Rolle, in welche –, dann fragt man sich, was diese Geheimniskrämerei denn nun eigentlich soll. Das Buch, das ich im Sinn habe, wäre sicherlich nicht die Bibel, das »gute Buch«, jene faszinierende Anthologie über die Weisheit, die Geschichte und die Mythen der alten Vorfahren, die so lange wie eine heilige Kuh behandelt worden ist, dass man sie jetzt ein oder zwei Jahrhunderte lang einschließen müsste, damit die Menschen sie wieder frisch aufnehmen könnten. Es gibt in der Tat Geheimnisse in der Bibel, von denen manche sehr subversiver Natur sind. Die schwer verständliche Form der Darstellung, die archaischen Symbole und Denkweisen haben es aber unglaublich schwer gemacht, das Christentum einem modernen Menschen zu erklären, es sei denn, man begnügt sich mit den Grundsätzen »Sei ein guter Mensch« und »Versuche, Jesus nachzufolgen«. Es findet sich aber niemand, der einem erklärt, wie er das tun soll. Damit er es kann, muss er im Besitz einer besonderen Kraft sein, die von Gott stammt und die »Gnade« genannt wird, aber alles, was wir wirklich über die Gnade wissen, beschränkt sich darauf, dass manche sie besitzen und andere wiederum nicht.
Die Standardreligionen, sei es das Judentum, das Christentum, der Islam, der Hinduismus oder der Buddhismus, gleichen in der Form, wie sie heute praktiziert werden, erschöpften Minen: Es ist sehr schwer, aus ihnen noch etwas herauszuholen. Mit einigen Ausnahmen, die sich aber nicht allzu leicht finden lassen, scheinen ihre Gedanken vom Menschen und der Welt, ihre Vorstellungen, ihre Riten und ihre Auffassungen über ein rechtes Leben nicht in die Welt zu passen, wie wir sie heute kennen, oder nicht in eine Welt, die sich so schnell verändert, dass vieles von dem, was man in der Schule lernt, am Tag der Abschlussprüfung bereits wieder veraltet ist.
Das Buch, an das ich denke, wäre zwar nicht religiös im üblichen Sinn, aber es würden darin viele Dinge besprochen werden, mit denen sich die Religionen befasst haben, etwa das Universum und der Platz des Menschen in diesem Universum, das rätselhafte Zentrum unserer Erfahrung, das wir unser »Selbst« nennen, die Probleme von Leben und Liebe, Schmerz und Tod, und die Frage, ob die Existenz in irgendeiner Hinsicht überhaupt so etwas wie einen Sinn besitzt. Es macht sich nämlich immer stärker die Befürchtung breit, dass die Existenz mit dem Leben einer Ratte in einer Falle zu vergleichen ist: Die lebendigen Organismen, einschließlich des Menschen, seien lediglich Röhren, die an einem Ende Dinge hineintun und sie am anderen Ende wieder hinauslassen. Dieser Prozess wiederholt sich ständig und nutzt dadurch auf längere Sicht gesehen den Organismus ab. Um bei der Farce zu bleiben: Die Röhren finden Möglichkeiten, neue Röhren zu machen, wobei sie ebenfalls an einem Ende Dinge hineintun und andere Dinge hinauslassen. An der Eingangsöffnung der Röhren entwickeln sich sogar Nervenganglien, die man zusammenfassend das Gehirn nennt, es finden sich Augen und Ohren, mit denen sich die Röhren die Dinge geschickter holen können, die sie verschlingen wollen. Sobald und wenn sie genug zu essen bekommen haben, nützen sie ihre überschüssigen Energien, um sich auf komplizierte Art hin- und herzubewegen, wobei sie alle möglichen Geräusche von sich geben wie etwa, indem sie durch die Eingangsöffnung Luft ein- und ausblasen und sich in Gruppen zusammentun, um gegen andere Gruppen zu kämpfen. Mit der Zeit entstehen an den Röhren Zusatzgeräte in solcher Hülle und Fülle, dass die Röhren als solche kaum mehr erkannt werden können, dies gelingt ihnen in vielerlei und verwirrender Form. Es gibt zwar eine vage Regel, dass man Röhren von der Form wie der eigenen nicht essen darf, aber im Allgemeinen herrscht ein fieberhafter Wettstreit im Hinblick darauf, welche Form von Röhren die beste Qualität besitzt. All dies scheint ein so erstaunlicher Unsinn zu sein, aber wenn man darüber nachzudenken beginnt, fängt man an, mehr darüber zu staunen, denn es als Unsinn zu empfinden. Tatsächlich scheint das alles höchst seltsam zu sein.
Es ist eine besondere Form der...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

47 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von TK am 24. Mai 2008
Format: Taschenbuch
Ich hatte erst überlegt, folgenden Satz als Überschrift zu benutzen: "ein 'must-read' auf dem Weg zu wahrer Erkenntnis". Ob es so etwas wie ein 'must-read' überhaupt gibt ist allerdings sehr fraglich. Auf jeden Fall kann man aber sagen, dass "Die Illusion des Ich" ein Buch ist, das tiefe Weisheit vermitteln kann. Alan Watts bezieht sich dabei auf die indische Philosophie des Vedanta. Der Kern des Buches ist die Aussage, dass unsere Vorstellung eines isolierten Ichs eine Illusion ist und dass in Wirklichkeit alles Teil eines einzigen "universellen Prozesses" ist (egal wie man diesen auch nennen mag). Dies wahrhaft zu erkennen, ist die Aufgabe für jeden, der nach echter Erkenntnis strebt. Sehr spannend finde ich auch die vedantische Vorstellung der Welt, die Watts hier vorstellt: danach gibt es einen Gott, dem es irgendwann einmal langweilig geworden ist. Er spaltet sich in die Welt auf und spielt sozusagen "verstecken" mit sich selbst. Die Verwirrung des Menschen ist also ein Teil des Spiels und diese kann nur überwunden werden, wenn man erkennt, dass man eins mit dem Spiel ist.
"Die Illusion des Ich" ist ein wirklich faszinierendes Buch; allerdings gefällt mir persönlich sein letztes Buch ("Der Lauf der Wassers"), das er leider nicht mehr ganz vollenden konnte, noch besser. Mir ist aufgefallen, dass die Inhalte sich sehr ähneln. Hier greift Watts auf die indische Philosphie zurück, in der "Lauf der Wassers" auf die chinesische, hauptsächlich den Daoismus. Die chinesischen Ideen und Begriffe sprechen mich noch eine Spur stärker an, auch wenn beide Philosophien im Kern praktisch die selben Aussagen haben. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, beide Bücher zu lesen. Alle beide scheinen mir echte "Meilensteine" zu sein.
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64 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von taoman am 1. August 2006
Format: Taschenbuch
"Die Illusion des Ich" ist für jeden der Alan Watts mag und schätzt --- PFLICHTLEKTÜRE --- !!!

"Die Illusion des Ich" bekam man jahrelang weil ausverkauft und mangels Neuauflage nur über Antiquariate wobei es nicht einfach war diesen Titel überhaupt irgendwo zu finden.

Ich kenne alle 26 ins deutsche übersetzte Bücher von Alan Watts (über Antquariate besorgt) und betrachte "Die Illusion des Ich" als eines der wichtigsten wenn nicht gar als das wichtigste seiner Bücher.

Dieses Buch kann während des lesen das Bewusstsein bei manch einem "blitzartig" verändern.

Besonders der lockere, humorvolle Schreibstil von Watts ist wunderbar und sehr wohltuend für Menschen welche eher unkonventionelle Wege und Betrachtungsweisen bevorzugen.

Dieses Buch von Alan Watts ist wirklich genial und sehr zu empfehlen!
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29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ralf Bernhard am 5. Juli 2007
Format: Taschenbuch
Alan Watts hat es einfach raus. Ein spiritueller Rebell, der weiß wovon er spricht. Ich habe die Lektüre besonders deshalb genossen, weil Watts es versteht, die tiefgründigsten Zusammenhänge - den menschlichen Abgrund - klar und ohne Schrecken zu umreißen. Er ist ein Mann der aus eigener Erfahrung weiß - eben kein Papagei. Für alle, die keine Angst vor der Freiheit haben absolut empfehlenswert.
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