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Die Identitätsfalle: Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt
 
 
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Die Identitätsfalle: Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt [Gebundene Ausgabe]

Amartya Sen , Friedrich Griese
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 207 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 3., Aufl. (18. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406558127
  • ISBN-13: 978-3406558122
  • Originaltitel: The Illusion of Destiny
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 355.188 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Amartya Kumar Sen
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Gibt es einen "Krieg der Kulturen" zwischen dem Westen und dem Islam? Die einen sagen, wir sind bereits mitten in diesem Krieg, die anderen hoffen, den Konflikt durch einen Dialog der Kulturen entschärfen zu können. Amartya Sen zeigt in seinem Buch, daß die falsche Illusion einer einzigen Identität diesen "Krieg der Kulturen" konstruiert und zugleich fatal vorantreibt. Während die Welt zunehmend aufgeteilt wird in Blöcke aus Religionen, Kulturen oder Zivilisationen, geraten uns andere Faktoren des menschlichen Daseins wie Klasse, Geschlecht, Bildung, Beruf, Sprache, Kunst, Wissenschaft, Moral oder Politik immer mehr aus dem Blick. Globale Bemühungen, der eskalierenden Gewalt Einhalt zu gebieten, scheitern zudem an einer Konzeptlosigkeit, die das direkte Resultat dieser undifferenzierten und eindimensionalen Konstruktion von Identität ist. Wenn die Beziehungen zwischen menschlichen Individuen auf einen "Krieg der Kulturen" reduziert werden, dann schnappt die "Identitätsfalle" zu. Menschen, die eine Fülle von Identitätsmerkmalen haben, werden auf ein einziges reduziert und verschwinden in kleinen übersichtlichen Schubladen. Das Geschäft der Fundamentalisten besteht in dieser Miniaturisierung menschlicher Existenz, mit der alle Ideologie der Gewalt ihren Anfang nimmt. Doch Amartya Sen zeigt nicht nur, wie die Spirale aus Identität und Gewalt entsteht, sondern auch, wie sie durchbrochen werden kann. Denn niemand ist zu einer einzigen Identität verdammt, jeder kann seine Persönlichkeit gestalten und mitbestimmen. Sens brillante Analyse von Multikulturalismus, Postkolonialismus, Fundamentalismus, Terrorismus und Globalisierung macht vor allem eines klar: Die Welt kann sich ebenso in Richtung Frieden bewegen, wie sie jetzt auf Gewalt und Krieg hinzusteuern scheint.

Über den Autor

Amartya Sen, geb. in Santiniketan, Indien, ist Professor in Harvard und war Master des Trinity College in Cambridge. 1998 erhielt er den Nobelpreis für Ökonomie. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen Ökonomie für den Menschen (2000) und Ökonomische Ungleichheit (1992).

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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Klier
Format:Gebundene Ausgabe
Was berechtigt Ökonomen dazu, zu Themen Stellung zu nehmen, die weit über die ökonomische Modellbildung hinausreichen? Im Falle des Nobelpreisträgers Amartya Sen sicher zweierlei: Zum einen, dass sein Modell sich immer schon um eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Realitäten bemühte, beispielsweise in Fragen des Hungers oder der 100 Millionen "missing woman" auf diesem Globus. Zum anderen, dass er über ein explizit philosophisches Grundgerüst und Menschenbild verfügt. Insofern findet auch das Buch "Die Identitätsfalle. Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt" eine Legitimation in seinem ökonomischen Gesamtwerk.

Aufbau und Inhalt des Buches

Das Menschenbild von Sen kommt gleich zu Beginn des Buches zum tragen: Nämlich in der zentralen These, dass aus der Leugnung der Pluralität menschlicher Identitäten, "die sich überschneiden und allen eindeutigen Abgrenzungen entgegenstehen" (S. 32) das gemeinsame Menschsein brutal (im wahrsten Sinne des Wortes) in Frage gestellt wird. Die schlimmste Beeinträchtigung sieht Sen im Beharren auf einer "alternativlosen Singularität" (a.a.O.) menschlicher Identität. Wenn Menschen auf die alleinige Zugehörigkeit zu einer Religion, Nation oder auch Klasse reduziert werden, führt das für ihn unweigerlich zur Leugnung von Vernunft und Wahlfreiheit. In neun Kapiteln, denen entsprechende Vorlesungen zugrunde liegen, knüpft er damit auch an klassische ökonomische Überlegungen an.

Was heißt für Sen "Identität"

Dass Menschen Mitglieder verschiedener (sozialer) Gruppen mit daraus folgenden Loyalitäten sein können bedeutet für Sen, dass sie verschiedene Identitäten annehmen können. Dabei erfolgt in unterschiedlicher Weise eine Identifikation mit Gruppen oder anderen Menschen. Die Gewichtung der einzelnen Identitäten im Sinne der Bedeutungszuschreibung ist dabei für Sen jeweils ein Willensakt. Sen unterscheidet dabei weiter zwischen der Selbstzuschreibung von Identitäten und der Fremdzuschreibung, also wie andere gesellschaftliche Gruppen die heterogenen Zugehörigkeiten definieren.

Die Bedeutung von Religionen und Kulturen für die Identität

Es gibt eine kulturell und religiös reichhaltige Tradition demokratischer Diskurse oder von Instrumentarien zur Konfliktbewältigung. Demokratie ist insofern keine Erfindung "westlicher" Kulturen. Aber auch die westliche Wissenschaft stützt sich auf einen "kulturellen" Traditionszusammenhang und ist für Sen das "Erbe der gesamten Menschheit" (S. 68). Insofern gilt der kulturelle Zusammenhang ebenso für die Leistungen im Bereich der Naturwissenschaften und Technik. Vor allem jedoch ist er für das gelingende Leben der einzelnen Menschen zentral.

Kulturelle und religiöse Einbindung bedeutet für die einzelnen Menschen, eine "Zweite Heimat" zu haben. Trotz der Gegebenheit einer kulturellen Heimat darf man für Sen nicht über-sehen, dass sie von Seiten der Individuen immer wieder als Willensakt bestätigt werden muss. Die Freiheit der Menschen darf also nicht dadurch negiert werden, "daß man der Kulturbewahrung unbesehen den Vorrang einräumt" (S. 125). "Es ist offensichtlich keine Ausübung kultureller Freiheit, in eine bestimmte Kultur hineingeboren zu sein, und etwas zu bewahren, womit ein Mensch qua Geburt gekennzeichnet ist, kann an sich kaum als Ausübung von Freiheit gelten" (S. 127).

Missachtung und Reduktion der kulturellen Identitäten von Menschen

Es gibt für Sen nun zwei Arten der Reduktion dieser Identitäten: Einerseits eine "Missachtung" der Identität im Sinne einer Ignoranz. Andererseits eine Reduktion von Menschen auf eine "singuläre Zugehörigkeit" (S. 34f), wie sie vor allem in Huntingtons Theorie zum Ausdruck kommt.

Ad 1) Die Missachtung führt für Sen zum "rationalen Narren", der in der mikroökonomischen Theoriebildung zumeist als Modell des "homo oeconomicus" angenommen wird. Hier wird der Mensch und seine Vernunft so modelliert, dass er zielstrebig und strikt eigennützig seine Ziele verfolgt. Empirisch lässt sich gegenüber diesem Modell immer wieder anführen, dass rationales Handeln weiter gefasst werden muss. Menschliche Rationalität ist vor allem da-durch, das individuelle Handeln von anderen Menschen oder Gruppen und ihren Werten beeinflusst wird, sehr viel umfangreicher.

Ad 2) Auch die "singuläre Zugehörigkeit" geht von falschen Prämissen aus. Menschen gehören real vielfältigen Gruppen und unterschiedlichen Kollektiven an, die ihre Identität prägen. Die Bedeutung, welche Menschen dabei den verschiedenen Angeboten zumessen heißt für Sen in der Praxis Entscheidungen darüber zu treffen und die Vernunft zu gebrauchen. M.a.W.: "Weil die alternativlose Singularität die Welt nicht angemessen beschreibt, beschneidet sie unser politisches und gesellschaftliches Urteilsvermögen in schwerwiegender Weise" (S. 32).

Kulturelle und ökonomische Globalisierung

Ist Globalisierung "an sich" schlecht? Für Sen ist diese kritische Frage verkehrt gestellt. Aber auch das (ökonomische) Argument in dem Sinne, dass es allen am Welthandel beteiligten Personen besser gehe, als denen, die nicht an den globalen Märkten beteiligt sind, lässt Sen nicht gelten. "Auffallend ist die merkwürdig verbreitete Annahme, es gebe so etwas wie 'das Marktergebnis', unabhängig davon, welche Regeln für private Unternehmen, staatliche Maß-nahmen und Nonmarket-Institutionen mit der Existenz von Märkten kombiniert werden". Mehr Bedeutung noch haben die global sehr unterschiedlichen Eigentumsformen, Ressourcenverfügbarkeiten und Verfahrensregeln. Erst in Abhängigkeit von diesen Bedingungen "wird Marktwirtschaft bestimmte Preise, Terms of Trade, Einkommensverteilungen und generell sehr unterschiedliche Gesamtergebnisse hervorbringen" (S. 145). Ergebnisse, die entweder die Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum und Partizipation im Rahmen der Kultur ermöglichen, oder in der dauerhaften Deprivation von Menschen enden.

Eine eindeutige "Kritik" ökonomischer Verwerfungen und eine politisch gestaltete Globalisierung kann zur Verbesserung der Beziehungen und Lebensbedingungen aller Menschen beitragen kann. Umgekehrt kann für Sen ökonomische Ungleichheit in Form von Armut erheblich zur "terroristischen Gewalt" beitragen, indem absolute Armut ein Rekrutierungspotential für religiöse und sonstige Fundamentalisten schafft. Mit diesem Argument schließt sich auch ökonomisch der Kreis, keinen Krieg der Kulturen vorzufinden. Dabei bleibt für Sen der Zusammenhang von Hunger und dem Gefühl von (ökonomischer) Ungerechtigkeit mit Ausbrüchen von Gewalt weder linear-kausal, noch eindeutig. "Armut kann nicht nur mit wirtschaftlicher Schwäche einhergehen, sondern auch mit politischer Hilflosigkeit" (S. 151).

Fazit und Anmerkungen

Mit der Betonung der individuellen Willensfreiheit und die Wahlakte knüpft Sen als Ökonom unmittelbar an sein Hauptwerk "Development as Freedom" (dt. "Ökonomie für den Menschen) an. Er wendet sich dabei explizit gegen einen Multikulturalismus als Kulturrelativismus, wie ihn beispielsweise die Strömung des "Kommunitarismus" vertritt. "Die Wichtigkeit der kulturellen Freiheit bedeutet nicht, daß man jedwede Form kulturellen Erbes feiert, ungeachtet dessen, ob die Betroffenen sich aus freien Stücken für die entsprechenden Praktiken entscheiden würden, wenn sie die Möglichkeit hätten, diese kritisch zu prüfen, und über andere Optionen und die tatsächlich vorhandenen Wahlmöglichkeiten hinreichend informiert wären" (S. 124). Er wendet sich weiter, am konkreten Beispiel der Integrationspolitik von Großbritannien, seiner Wahlheimat, gegen eine "Föderation von [kulturellen] Gemeinschaften", indem er von einer Gesamtheit der Menschen in einer Nation ausgeht, die, bei mannigfaltiger Unterschiedlichkeit, auch Gemeinsamkeiten verbinden (S. 128). Und schließlich gilt seine Kritik der Umdeutung sozialer Problemlagen in religiöse oder kulturelle bzw. ethnische Schwierigkeiten.

Es stellt sich, als einer der wenigen Kritikpunkte an diesem Buch die Frage, ob der Identitätsbegriff  zumindest in der deutschen Übersetzung  glücklich gewählt ist. Personale Identität bezeichnet in der Philosophie die Übereinstimmung von Personen mit sich selbst gerade durch unterschiedlichste Rollenanforderungen hindurch. Als "soziale Identität" im Sinne der Gesamtheit an Rollenerwartungen meint dieser Begriff sicher das, was Sen damit bezeichnet. Doch bei Sen wird er im Sinne einer individuell selbst gewählten Identifikation mit bestimmten Anschauungen oder Ideen verwendet. Insofern müsste man eher von unterschiedlichen Facetten der (personalen) Identität sprechen, denn es geht im Regelfall um gewählte Gruppenzugehörigkeiten, Rollenerwartungen und -anforderungen sowie geteilte Loyalitäten. Auch die Unterscheidung von Religion und Kultur wird nirgends explizit gemacht. Religionen sind zwar immer kulturell geprägt, gehen jedoch nicht in den Kulturen auf.

Als letztes schließlich bleibt kritisch anzumerken, dass die Widerlegung der These Huntingtons eher implizit verläuft. Lesen Sie weiter... ›
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch widmet sich der Frage was den die Identität eines Menschen ausmache, und ob es unausweichlich sei, dass ethnische und religiöse Kriege und Konflikte zunehmen.
Amartya Sen lehnt es entschieden ab, die Identität eines Menschen auf eine Kategorie zu beschränken, z.B. auf die Staatsbürgerschaft oder die Religion. Er beschreibt seine eigene Identität folgendermaßen: er sei Asiat, Bengale, Inder, dem hinduistischen Glauben verbunden aber mit areligiösen Lebensstil, Bewohner Englands und der USA, Ökonom, Dilettant auf philosophischen Gebiet, Anhänger des Laizismus und der Demokratie, Heterosexueller, Feminist, Verfechter der Rechte der Schwulen und Lesben usw...

Vor allem die Einteilung der Menschheit nach Religionen, wie es Samuel Huntington in seinem Buch Kampf der Kulturen" macht, lehnt Amartya Sen ab. Dieses Konzept werde den Menschen mit ihren vielfältigen Identitäten nicht gerecht. Leider erweist sich aber das Konzept des Kampfes der Kulturen manchmal als Self-Fulfilling-Prophecy. Glaubt etwa niemand an die Zukunft eines multikulturellen Staates und eine Minderheit von gewaltbereiten Extremisten beginnt einen Bürgerkrieg, kann es passieren, dass nach und nach auf die friedliebende Mehrheit in den Konflikt gezogen wird und der Staat am Ende zerbricht.

Amartya Sen meint, Einwandererkinder würden in ihrer Entwicklung eingeengt und in ihren Wahlmöglichkeiten über ihre Identität behindert, wenn sie in eigene Schulen für ihre Minderheiten gehen. Jedes Kind solle die kulturellen Einflüsse seiner Umgebung aufnehmen dürfen. Jedes Kind solle seine eigene Identität entwickeln dürfen. Wenn das dazu führt, dass die große Mehrheit der Einwandererkinder sich für die Identität der neuen Heimat entscheidet, dann ist das eben so. Eltern sollen nicht das Recht haben, ihren Kindern eine Identität aufzuzwingen und ihnen z.B. den Umgang mit anderen Ethnien verbieten.

Seit Jahrtausenden profitiert die Menschheit vom Handel und Wissensaustausch über Landesgrenzen hinaus. Globalisierung ist also nichts Neues. Die Behauptung, der Welthandel nütze die Armen nur aus und mache sie noch ärmer, stimmt aber nicht. Wo immer es einem Staat gelang, am Welthandel erfolgreich teilzunehmen und die Exporte zu erhöhen, stieg der Wohlstand aller Bevölkerungsschichten an und die Zahl der extrem Armen ging stark zurück, wie zuletzt in China und Indien.
Amartya Sen blickt optimistisch in die Zukunft. Er verweist darauf, dass sich Indien schon seit Jahrtausenden als multikulturelle Nation behauptet, und dass auch "neue" multikulturelle Staaten wie Großbritannien als Erfolgsmodell gelten können.
Einzelne fehlgeleitete Extremisten und Terroristen könnten diesem System nichts anhaben. Keinesfalls dürfe man diese Fanatiker aufwerten, in dem man ihnen zuerkennt, sie würden für eine ganzes Volk oder eine ganze Religionsgemeinschaft sprechen. An der weltweiten Verbreitung der Demokratie führt kein Weg vorbei. Denn nur in einer freien Gesellschaft kann jeder sein eigenes Leben so führen, wie er es für richtig hält!
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7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verkürzte Reflexionen 30. August 2007
Von Demian
Format:Gebundene Ausgabe
Die Beschreibung auf der Buchrückseite und die Rezension, die bereits vorhanden ist reichen völlig aus um sich mit dem Inhalt dieses Buches zu beschäftigen. Auf der Buchrückseite lässt sich der Satz entnehmen: "Wer eine Zukunft will, in der Gerechtigkeit und Freiheit den Sieg über Fundamentalismus und Gewalt davontragen, der muß sich mit Sens Thesen auseinandersetzen". Das ist nicht ganz richtig, wer sich für eine gerechtere Welt interessiert und plädiert, muss die Thesen Amartya Sen erweitern und Lösungen anbieten. Selbst die Brillianz seiner Analyse hält sich in Grenzen und lässt sich immer wieder darauf reduzieren, dass mensche nicht auf eine Identität zu reduzieren ist, sondern zwischen vielen entscheiden muss. Die Analyse erweist sich als verkürzt und die Begriffe von Identität zu undifferenziert und undefiniert. Die Kritik an GLobalisierungskritikern wird ebenfalls sehr vereinfacht und verkürzt dargestellt. So werden Globalisierungsgegner, Globalisierungskritiker, die Antiglobalisierungsbewegung und Demonstranten gegen die Globalisierung gleichgesetzt und somit eben diesen eine gemeinsame Identiät zugeschrieben, die diese nicht so teilen.
Insgesamt ist ein Buch das eine verkürzte Kritik und aus dem Zusammenhang gerissene Beispiele enthält, die sich immer wiederholen. Es ist ein Plädoyer für Gerechtigkeit und Freiheit. Lösungsansätze basieren jedoch schon auf dem Glauben, dass mensch diese Freiheit und Gerechtigkeit sucht und wünscht. Ansprüche wie den Bildungssektor zu stärken und Exportbeschränkungen für "Entwicklungsländer" aufzuheben sind keine neuen, doch mit diesen Begriffen wird schon lange um sich geworfen ohne alternativen und Möglichkeiten anzubieten solche Ansprüche in die Realität umzusetzen.
Trotzdem ist es ein Buch das sich einfach lesen und bekannte Kriterien sich bewusst machen lässt.
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