Mit "Die Hure von Rom" legt Eric Walz die Fortsetzung des 2007 erschienenen Romans "Die Glasmalerin" vor. Die "Hure von Rom" erzählt die Geschichte um Antonio Bender und Sandro Carissimi weiter, die sich zwar lieben aber doch nicht zueinander finden können. Diese Liebesgeschichte zwischen einem Geistlichen und einer lebenslustigen, unabhängigen Frau ist eingebettet in einen spannenden neuen Kriminalfall, welchen Sandro Crissimi lösen soll. Die Konkubine des Papstes wurde ermordet und in ihrem Sekretär taucht eine Liste von Verdächtigen auf, auf welcher Sandro, neben weiteren illustren Persönlichkeiten, auch seinen Vater findet. Sandro ist gezwungen nach langer Zeit wieder mit seiner Familie in Kontakt zu treten, und sich seiner Mutter und seinem Vater zu stellen. Seine familiären Schwierigkeiten und die Verständigungsprobleme mit Antonia treiben ihn in die tröstenden Arme des Weins, mit welchem er die Leere, welche er in sich spürt, zu füllen versucht. Bald jedoch geschieht ein zweiter Mord, diesmal an einem Mönch und die Verdächtigen sitzen in den höchsten Ebenen des Vatikans. Sandro ermittelt nun in zwei vollkommen unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus, dem der Huren und dem der Edelleute und Geistlichen, aber sind diese Gesellschaftsschichten wirklich so unterschiedlich oder sind die Grenzen zwischen Hochadel und Elend nicht eher fließend?
Sandro gerät immer öfter in Situationen, in welchen er sich gezwungen sieht, sich einer Partei im Vatikan anzuschließen und sich so dem Ränkespiel unten den Kardinälen unterzuordnen, seine Integrität steht auf tönernen Füßen und Antonia, die ihm eine Stütze sein könnte ist dabei sie erneut zu verlieben.
Der Autor versteht es ausgezeichnet den Leser immer wieder auf falsche Fährten zu locken, und ihn danach mit einer unerwarteten Wendung zu überraschen. Keiner der Beteiligten ist was er scheint und fast jeder führt ein doppeltes Spiel.
Spannung bis zum Ende in den Kulissen des Rom der Renaissance ist bei der Lektüre dieses Buches garantiert und eine Fortsetzung um Antonia und Sandro wird bereits angedeutet.
Es ist nicht notwendig den Vorgängerband
Die Glasmalerin: Roman gelesen zu haben, um dieses Buch genießen und verstehen zu können, fehlende Informationen werden geschickt in den Text eingewoben, so dass dieser Band auch als einzelner Roman gelesen werden kann. Dennoch wird man nach Lektüre von "Die Hure von Rom" das Verlangen verspüren, zu erfahren, wie es mit Antonia und Sandro begann.