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Kundenrezensionen

40
4,6 von 5 Sternen
Die Hure Babylon: Roman (KNAUR eRIGINALS)
Format: Kindle EditionÄndern
Preis:9,99 €
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Januar 2013
Arnaut de Montalban hat alles, was er sich je erwünscht hat: Seine geliebte Ermengarda, die Vizecomtessa von Narbona - sie ist zwar verheiratet, aber nur pro forma - ein eigenes Landgut und er genießt hohes Ansehen als Anführer ihrer Leibgarde.
Doch das Glück ist nicht von Dauer.
Ermengarda verliert zum zweiten Mal ihr gemeinsames Kind und obwohl es ein uneheliches wäre, hatten sie sich beide darauf gefreut. Arnaut beginnt zu zweifeln. Leben sie nicht in Sünde? Straft Gott sie deshalb mit dem Tod ihrer Leibesfrucht?
Als der Abt Bernard de Clairvaux in die Gegend kommt und in glühenden Predigten zum Kreuzzug aufruft, jedem Ritter Christi Vergebung all seiner Sünden verspricht, hört Arnaut den Ruf. Gegen Ermengardas Willen macht er sich mit Jori als Waffenknecht und einer Handvoll Getreuer auf den langen beschwerlichen Weg.
Angeführt von zwei Königen sind die Krieger des großen Heeres siegesgewiss, Edessa werden sie schnell von den Türken befreien und mit Ruhm und Reichtümern überhäuft heimkehren.
Das erweist sich als Trugschluss.
Als die ersten Schlachten verloren sind, kommen Arnaut Zweifel, ob seine Entscheidung richtig war. Zum Umkehren ist es längst zu spät. Ihm wird klar, er muss versuchen, diesen Wahnsinn zu überleben, wenn er Ermengarda je wiedersehen will.

Mit der Hure von Babylon schließt sich der Zyklus, der mit "Der Bastard von Tolosa" begann und mit "Die Comtessa" weiterging. Arnaut, Enkel des Jaufré de Montalban, Held des ersten Romans, steht erneut im Mittelpunkt. Vor dem wahren historischen Hintergrund des zweiten Kreuzzuges von 1147 bis 1149 spinnt der Autor die Familiengeschichte derer de Montalban weiter. Vertraut sind die Figuren inzwischen dem Leser, es ist wie ein Wiedersehen mit alten Freunden; so lebensecht sind sie gezeichnet, dass man ständig mitten im Geschehen steht. Schonungslos realistisch zeigt Ulf Schiewe die Gräuel des Krieges und stellt die Frage, ob es legitim ist, für eine Religion zu töten und warum eine Religion besser sein soll als eine andere. Nach der Lektüre dieser bewegenden Geschichte versteht man den tiefen Riss zwischen Westen und Osten, dessen Nachwirkungen auch heute noch spürbar sind. Der Autor lässt nichts aus - Templer und Geistliche, die weder fromm noch züchtig leben, ebenso wenig wie Unterdrückung der Schwachen, Intrigen, Verrat, kaltblütigen Mord. Einige neue und sympathische Nebenfiguren lernt der Leser kennen und zwischen all dem Schlachtgetümmel entspinnt sich eine bezaubernde und sehr einfühlsam erzählte Liebesgeschichte. Sauber recherchierte Fakten, immer in die Handlung eingebunden und dynamische Dialoge, gespickt mit Einsprengseln der Lenga Romana sowie spannende Wendungen laden dazu ein, an langen dunklen Winterabenden bei einer Tasse Tee tief einzutauchen in den Roman und in ein hochinteressantes Kapitel der Weltgeschichte. Ulf Schiewe, der erst spät im Leben zum Schreiben kam, zeigt sich einmal mehr als begnadeter Erzähler, der Figuren und Bilder in den Kopf des Lesers zaubern kann.
Wo warst du all die Jahre davor, und was kommt als Nächstes, möchte ich ihn fragen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Oktober 2014
--- Spoiler ---

Der junge Edelmann Arnaut von Rocaforte überwirft sich nach dem Tod seines Großvaters und dem Verlust ihres gemeinsamen Kindes mit seiner Geliebten, der Gräfin Ermengarda von Narbonne, und ergreift die zufällig aufkommende Gelegenheit, nach Outremer zu reisen und am Zweiten Kreuzzug teilzunehmen. Seine ohnehin nur halbherzig gehegte Überzeugung, im Heiligen Land Reinwaschung von seinen Sünden zu erlangen, schmälert sich zusehends, als er mit den Verbrechen der Kreuzfahrer, der Inkompetenz ihrer Anführer und dem Fanatismus der Templer konfrontiert wird…

Nachdem ich die bisher erschienenen Bände der ‚Normannen‘-Reihe um den jungen Krieger Gilbert de Hauteville begierig verschlungen hatte, wollte ich unbedingt mehr von Ulf Schiewe lesen.
Dass ich nicht mit dem ersten Band der Erzählung um die Helden aus Narbonne begonnen hatte, war reiner Zufall, aber ich denke nicht, ich werde ‚Die Comtessa‘ und ‚Der Bastard von Tolosa‘ jemals lesen. Mein Unmut rührte jedoch sicherlich nicht davon her, dass ich als Quereinsteiger zu Arnauts Gefolge kam; vielmehr fehlt ‚Der Hure Babylon‘ aus meiner Sicht alles, was der ‚Normanne‘ hat.

Der Plot ist für einen Schiewe ungewohnt holprig. Große Sprünge in der Erzählung wechseln sich mit langatmigen, für den Fortgang der Erzählung oder die Personenentwicklung unbedeutenden Zwischenepisoden ab, die verwirren und entgeistern.
Der Autor greift tief in das klischeebeladene Standardrepertoire der Historienromane — zweifelhafte vom Stand der Mediävistik allemal —, und lässt himmelschreiend erwartbaren Ursachen himmelschreiend erwartbare Konsequenzen folgen --- Beispiel: Idealistische Gräfin kritisiert misogynen Templer, misogyner Templer beleidigt Gräfin, Streiter der Gräfin fühlt sich bei der Ehre gepackt, unterliegt im Wettkampf und folgt dem fiesen Templer ins heilige Land; schließlich braucht die Story einen handlichen Antagonisten, und nicht zuletzt hatte sich der Held vorher geschworen, unter keinen Umständen am Kreuzzug teilzunehmen ---, um den Plot voranzutreiben. Leider nimmt der Konflikt mit diesem Antagonisten und seinen niederträchtigen Kumpanen einen derart breiten Raum ein, dass alle anderen Elemente der Geschichte in den Hintergrund rücken.

Man könnte meinen, die Protagonisten seien nur Kreuzfahrer geworden, um sich am damaligen Ende der Welt eine Fehde mit den Templern zu liefern — dabei grenzt es an ein Wunder, dass sie sich im riesigen Kreuzfahrerheer (allein das deutschsprachige Aufgebot maß 20.000 Mann!) überhaupt wiederentdeckten. Verschwindend geringen Raum nimmt die historische Niederlage von König Konrad III. bei Doryläum ein oder die Schlacht, die zu Arnauts Gefangennahme führt; diese Dinge geschehen einfach nebenbei auf wenigen Seiten, während die allzu vorhersehbaren persönlichen Tragödien, von den Protagonisten getreu der Losung „eyes wide shut“ erlitten, weite Teile des Buches einnehmen.

Diese wie mit dem Schrotgewehr verschossenen Kunstgriffe wären nicht halb so ärgerlich, wären sie nicht als simple Schocker ausgelegt — beispielsweise die schonungslos erzählte und doch hundert Seiten zuvor schon angekündigte Gruppenvergewaltigung Constansas durch die Templer. Als Constansa dann wenig später erneut in die Fänge derselben Finstermänner gerät, habe ich erst einmal aufgehört zu lesen, das war zu ärgerlich und hatte mit Unterhaltungsliteratur nichts mehr zu tun. Nebenbei, gibt es noch Mittelalterromane, worin die gegen die männliche Dominanz aufbegehrende Heldin nicht vergewaltigt wird?! Ein unappetitliches Klischee.

Obendrein weist die Erzählweise Schiewes in diesem Buch erhebliche Schwächen auf. Für die Romanform ist die Kirchenkritik in meinen Augen absolut unpassend gehalten, es scheint stets der Autor aus den Protagonisten zu sprechen. Der Erzählperspektivenwechsel zwischen Ermengarda und der Haupthandlung (Arnaut ist anscheinend nicht wirklich als Hauptperson konzipiert) ist mir unverständlich, denn auch Ermengarda ist keine Hauptperson. Ist das in den anderen Büchern der Reihe auch so? Warum nur?
Was dem Autor in der ‚Normannen‘-Reihe meiner Ansicht nach vortrefflich gelingt, nämlich die Kulisse mit knappen, dennoch detailreichen Beschreibungen zum Leben zu erwecken, misslingt hier völlig: Die betreffenden Passagen sind austauschbar, teils sogar nahezu wortgleich: Weite, weite, weite Felder erstrecken, erstrecken, erstrecken sich vor hohen, hohen, hohen Mauern. Davon, wie „fremdartig” die durchquerten Gegenden seien, wie die Protagonisten immer wieder staunen, habe ich nichts bemerkt. Anatolien wird hier nicht anders beschrieben als Südfrankreich, und ebenso verschwommen.

Je nun. Ich bin gespannt auf Ulf Schiewes neue Geschichten aus dem normannischen Italia, die sonderbarerweise so ganz anders, so viel besser und bewegender sind als als die de „Abenteuer” des provenzalischen Ritters Arnaut.

Fazit: Fade. Ich bewerte nicht gerne so niedrig, aber es stimmt leider: „Gefällt mir gar nicht.” → ▌1/5▐
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Dezember 2012
Arnaut de Montalban hegt eine Beziehung zu Ermengarda, der Vizegräfin von Narbona. Unglückliche Widrigkeiten bringen ihn dazu zu glauben, daß Gott ihn für diese Liebe bestrafen möchte. Eher unfreiwillig, aber als Zeichen der Buße, schließt er sich dem Kreuzzug ins Heilige Land an. In diesem Krieg verliert Arnaut nicht nur seine Freunde, sondern auch seinen Glauben. Was als himmlische Botschaft begann, wird bald zum politischen Eklat. Und mittendrin viele Gläubige, die ihr Leben für die Herrschsucht der Mächtigen lassen müssen.

Es war mein drittes Werk des Autors und auch dieses Mal war ich wieder gefesselt. Viele Charaktere kannte ich bereits aus den vorigen Bänden. Kurze Rückblenden haben die Erinnerungen belebt. Ich hatte auch dieses Mal wieder das Gefühl, mittendrin zu sein und alles genau mitzuerleben. Viele neue Freunde, aber auch alte, haben den Weg von Arnaut begleitet. Ich war oft niedergeschlagen, wenn ich erfuhr, was damals alles passiert ist. Auch wenn schon früh Zweifler vorhanden waren, so wurden diese doch sehr schnell mundtot gemacht. Im Namen Gottes, oder auch im Namen von Allah, wurden die Krieger zu Massenmörder für ihre Herrscher. Dieser Roman beschreibt das sehr lebendig und grausam. Ich musste viel zu oft von lieb gewonnenen Figuren Abschied nehmen.

Das Ende fand ich etwas kurz. Das Buch ist zwar abgeschlossen und im Epilog erfährt man dann auch den Rest, aber für mich war das zu knapp. Aus diesem Grund muß ich dem Buch leider einen Stern Abzug geben.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ich möchte vorab klarstellen, dass meine Bewertung von "nur" drei Sternen ein Geschmacks- und kein (!) Werturteil darstellt. Ulf Schiewe schreibt historische Romane auf seine ganz eigene Art und Weise, die nicht unbedingt mit dem übereinstimmte, was ich gewohnt war. Er weicht ab von dem, was im historischen Genre "gängig" ist - für mich weniger leicht verdaulich, aber durchaus nicht "schlecht"!

Bei den meisten Autoren von historischen Romanen stehen ganz klar die Figuren und ihre dramatischen "Irrungen" im Vordergrund - also beispielsweise die verstoßene Hure, der naive Idealist, oder das einsame Findelkind. Im Grunde sind es Geschichten, die so auch heute spielen könnten - die aber, aufgrund einer Vorliebe des jeweiligen Autors, in die Vergangenheit versetzt wurden. Ohne das negativ zu bewerten, stelle ich fest, dass in solchen Büchern die Historie eben ein "Rahmen" ist, der das Ganze ein wenig exotischer machen soll. Ganz anders bei Ulf Schiewe!

Bei Ulf Schiewe ist die Vergangenheit selbst der eigentliche "Held" des Buches; in diesem Falle ist es der zweite Kreuzzug. Er geht also genau andersherum vor: er hat sich in eine ferne Zeit "verbissen", und sucht nun nach Figuren, die dort hinein passen könnten. Sein Hauptaugenmerk liegt also auf einer realistischen Darstellungsweise, auf viel Hintergrundwissen, und dessen möglichst getreuer Übermittlung. Sicher liegen ihm auch seine Figuren am Herzen, aber sie treten doch über weite Strecken in den Hintergrund. Ich habe sie vielmehr als "Schachfiguren" empfunden, nicht als Personen, ohne die die Geschichte so nicht hätte funktionieren können. (Wie gesagt - kein (!) Werturteil!)

Was nun dieses spezielle Buch betrifft, hatte die Technik des Autors zur Folge, dass wesentlich mehr Schlachten, taktische Manöver, und blutige Einzelheiten vorkamen, als ich das erwartet hatte. Wenn man das mag - kein Problem! Ich sage ja auch nicht, dass das Buch "unspannend" gewesen wäre. Man hat sich gut in diese Zeit versetzen können. Aber es war halt viel weniger "Roman", weniger Liebesgeschichte, als man laut Klappentext hätte denken können.

Arnaut und Ermengarda heißen die beiden Hauptfiguren des Romans - sie eine provenzalische Fürstin, er ihr Geliebter. Sie erleidet zwei Fehlgeburten, und dies reicht aus, Arnaut an der Rechtmäßigkeit ihrer Liebe zweifeln zu lassen, zumal Ermengarda ja offiziell mit einem Anderen (aus politischen Gründen) verheiratet ist. Er schließt sich dem Kreuzzug an, um "Buße zu tun". Ermengarda ist dagegen, es kommt zum Streit, und zu einem Zerwürfnis.

Doch wer nun erwartet, den beiden (sich immer noch) Liebenden durch das ganze Buch zu folgen, und ihre persönliche Geschichte mitzuerleben - der liegt nicht ganz richtig. Das Buch ist wiederum in 5 "Bücher" unterteilt. Das jeweils erste Kapitel berichtet von Ermengarda in der Ich-Perspektive, alle weiteren begleiten den Kreuzzug, und zwar "en detail". Arnaut kommt dabei nicht immer vor - immer nur gut dosiert dort, wo er eine Rolle in einer Schlacht spielt. Schade, das war schon der erste Negativpunkt für mich. Ich hätte gerne mehr von Ermengarda erfahren, das "ich" im historischen Roman fand ich sehr erfrischend.

Was ich dem Autor allerdings zugute halten muss, ist seine exemplarische Recherche. Das Buch platzt beinahe vor realistischen und treffsicher ausgesuchten Details. Da geht es allerdings auch schon mal um taktische Entscheidungen, um Angriffsmanöver, die sich mir nicht immer erschlossen haben - und eben auch um Gemetzel und Foltermethoden. Und es geht darum, was für ein Irrsinn der Kreuzzug eigentlich war - sowohl aus menschlicher, als auch aus politischer Sicht. Man lernt viel über die damalige Kriegsführung, und die Verbissenheit aller Beteiligten.

Der Autor versteht es, dramatische Konflikte zu schildern, das will ich nicht bestreiten. Mehr als einmal gibt es brenzlige Situationen, die nur haarscharf gut ausgehen. Es gibt einige Stellen, wo es "menschelt", wo Beziehungen unter den Teilnehmern des Kreuzzuges entstehen. Und wo auch Konflikte ausgetragen werden. Zart dosiert gibt es auch Liebschaften, ja sogar Hochzeiten - doch leider sehr spärlich. Das Hauptaugenmerk liegt, wie schon gesagt, auf dem Verlauf des Kreuzzuges. Das war mir oft zu trocken, zu militärisch.

Der Autor hat in der Leserunde zudem verraten, dass das halb offene und ein wenig pessimistische Ende von vornherein feststand. Im Interesse dieses so gewollten Endes hat er auch hin und wieder mal gekürzt, gerafft, und umgeschrieben. Wenn man genau "hinliest", kann man das spüren. Ein weiterer Punkt, der nicht jedem gefallen muss.

Ich möchte abschließend bemerken, dass dieses Buch für mich durchaus eine Erfahrung war. Es ist sicherlich gut geeignet für Hardcore- Historien-Fans, die die ewige "Verklärung" des Mittelalters ein wenig leid sind. Für Leser, die bereit sind, sich in eine andere Zeit versetzen zu lassen, und zwar mit allen Konsequenzen. Weniger geeignet ist es nur für Leser wie mich, die eigentlich zarter besaitet sind, und ihre "Geschichte", ihren Plot, ihre Romantik wollen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Dezember 2013
Der Abschluss des lose zusammenhängenden Romanzyklus über die Montalbans knüpft eigentlich mehr am ersten Teil Der Bastard von Tolosa: Roman an, da es wieder ins Heilige Land geht. Der Autor beschreibt - über weite Teile höchst detailliert –die Vorbereitung und den Ablauf des zweiten Kreuzzuges.

Zunächst erfährt der Leser im Rahmen der fiktiven Geschichte um die Montalbans viel, wie es überhaupt zum zweiten Kreuzzug kam. Der Autor lässt Bernhard von Clairvaux in Narbonna eine aus belegten Textpassagen zusammengesetzte Rede halten, welche den Leser gut nachvollziehen lässt, wie dieser Abt eine neue Kreuzzugsbegeisterung wecken konnte. Gleichzeitig lässt er auch die religiösen Gegenspieler zu Wort kommen, so dass man die Gesamtgemengelage in Südfrankreich hervorragend nachvollziehen kann.

Der Schwerpunkt des Buches liegt beim Ablauf des katastrophal organisierten Kreuzzuges. Dem Autor gelingt es, eine unheimliche dichte Atmosphäre entstehen zu lassen. Der Leser kann die Probleme sowohl aus Sicht der adligen Führer als auch die Probleme der einfachen Teilnehmer durch den stetigen Perspektivwechsel sehr gut nachvollziehen. Insbesondere politische und militärische Entscheidungen und Entscheidungsprozesse werden gut geschildert. Das wirklich komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen Franken, Byzantinern, Ritterorden und Fürsten aus Outremer wird sehr geschickt in die Romanhandlung integriert. Ein Fokus liegt dabei auch auf der traurigen Gestalt von Lois VII. und seiner Ehe mit Eleonore von Aquitanien.

Die emotionale Schiene bedient der Autor über seine Hauptfiguren Arnaut und Ermengarda, Severin und Jori sehr gut, dennoch liegt der Schwerpunkt des Buches im militärisch – politischen Bereich. So sind bis zur Ankunft in Outremer alle wesentlichen Schlachten recht detailliert und deutlich beschrieben. Was jedoch grausam wirkt, dürfte der Realität sehr nahe kommen und trägt letztlich auch zur hohen Authentizität des Buches bei.

Das Buch ist über weite Strecken sehr detailliert. Leider geht der Autor im letzten Viertel und nach der Ankunft in Antiochia nicht mehr ganz so tief auf die weiteren Geschehnisse ein. Ich hätte mir mehr über die Schlacht bei Damaskus und vielleicht auch über die bei Inab gewünscht und auch noch mehr über König Louis und Eleonore erfahren. Das Thema hätte noch einiges hergegeben.

Das Buch ist in einem sehr ansprechenden und spannenden Stil geschrieben. Der Stoff verlangt dem Leser einiges ab, doch dafür erhält man ein sehr detailliertes, glaubwürdiges und atmosphärisch dichtes Bild vom zweiten Kreuzzug.

Eine klare Empfehlung für die Leser, die den Fokus bei historischen Romanen auf die Geschichte legen. Diejenigen, die die Geschichte nur als Rahmen betrachten, könnten etwas enttäuscht sein. Meines Erachtens ist es nicht zwingend notwendig, die ersten beiden Teile gelesen zu haben, da der Autor immer sehr geschickt zurückblickt, aber von Vorteil, zumindest den ersten Teil zuerst zu lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Februar 2014
Der Bastard von Tolosa war sehr gut. Die Comtessa war gut, kam aber nicht an den Vorgänger heran. Mit diesem Buch, dem 3. Teil hat der Autor sogar seinen hervorragenden Erstling getoppt. Dieses Buch ist überragend. Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal beim Lesen eines Buches geweint habe. Hier jedenfalls, beim Tod einer sehr wichtigen Person aus dem ersten Teil, tat ich es.

Mich hat der Roman gepackt. Total fasziniert habe ich bei jeder Gelegenheit den iPod eingeschaltet - ich habe das Hörbuch bei audible.de gehört.

Klar, jeder weiß, dass die Kreuzzüge eine unheimliche Verschwendung von Mensch und Material waren. Dass die Kirche Abertausende in einen sinnlosen Tod getrieben hat. Hier wird dies jedoch so glaubhaft, nachvollziehbar und fesselnd geschildert wie nie zuvor. Auch die Grausamkeiten des Krieges werden anhand einiger Beispiele (zu) plastisch geschildert. So müssen gefangene Moslems das "einbeinige Pferd" reiten. Ihnen wurde ein mit Fett eingeriebener Pfahl einen Fußbreit in den After eingeführt. Danach wurde dieser Pfahl aufgerichtet und die Bemitleidenswerten wurden vom eigenen Körpergewicht nach und nach in den Pfahl hineingetrieben, was ihnen einen langsamen und grausamen Tod beschert hat.

Es gibt viele interessante Charaktere neben Arnauld de Montalban. Das Schicksal dieser mir liebgewordenen Figuren ist nicht immer erfreulich und berührt. Vor allem das Ende ist hervorragend - in all seiner Konsequenz.

Reinhard Kuhnert ist der beste Vorleser im deutschen Hörbuchmarkt. Er macht aus diesem hervorragenden Buch ein perfektes Hörbuch. Im Bereich historischer Romane gibt es nichts besseres. Geniales Hörbuch.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Mitte des 12. Jahrhunderts ruft Papst Eugen III. zum zweiten Kreuzzug auf. Auch der französische König Ludwig VII. mit seiner Frau Eleonore folgen dem Ruf des Papstes.

Der junge Edelmann Arnaut ist zunächst nicht erbaut von dem Gedanken, dem König auf dem Kreuzzug zu folgen. Weiß er doch von seinem Großvater Jaufré und seinem Freund Hamid um die Schrecken, wenn auch abgeschwächt, die ein Kreuzzug mitbringt.

Als seine Geliebte Ermengarda von Narbonne dann aber eine Fehlgeburt erleidet, verrennt sich Arnaut in den Gedanken, dass ihre Verbindung eine Sünde sei und Gott sie straft. Um wieder die Gnade Gottes zu erlangen, lässt Arnaut sich, wie viele andere, von Abt Bernhard von Clairvaux anwerben.

Aber kann er auf dem Kreuzzug wirklich die Gnade Gottes erlangen? Wird er heil zurückkehren? Und welche Schrecken muss er überstehen?

Mit diesem Buch legt Ulf Schiewe seinen dritten Roman vor. Auch wenn die Bücher aufeinander aufbauen, kann man es doch ohne Kenntnis der beiden vorangegangenen Bände lesen. Alle wichtigen Details werden geschickt in die Handlung integriert und man bekommt als Leser nicht das Gefühl, dass man die ersten beiden Bücher gelesen haben muss, um dieses verstehen zu können.

Erzählt wird die Geschichte von Ermengarda und Arnaut. Während Ermengarda selbst berichtet, begleitet der Leser Arnaut als stiller Beobachter.

Die Protagonisten Arnaut und Ermengarda sind auch in diesem Buch wieder sehr farbig. Kennt man sie schon aus dem zweiten Band, so freut an sich, alte Bekannte wieder zu treffen. Aber auch Leser, die die beiden noch nicht kennen, erhalten schnell einen bleiben Eindruck.

Neben der eigentlichen Geschichte, versucht der Autor den politischen Hintergrund dem Leser nahezubringen und das Verhalten von König Ludwig VII. und seiner Frau Eleonore zu beleuchten. Dabei beschönigt der Autor nichts, sondern geht sogar sehr kritisch mit der Thematik Kreuzzug um. Arnaut geht ihm hierbei zur Hand, immerhin erlebt dieser den Kreuzzeug mit all seinen Facetten am eigen Leib und macht sich dann dementsprechend seine Gedanken dazu.

Man merkt der Geschichte deutlich an, dass sich der Autor intensiv mit der Thematik beschäftigt hat. Dass es bereits der dritte Band ist, geht ebenfalls nicht spurlos am Autor vorüber. Wie der Leser aller Bücher, hat auch er seine Protagonisten gern gewonnen und man merkt dies nicht zuletzt an der detaillierten Beschreibung der Personen, ihrer Beziehungen zueinander und ihrer Umgebung.

Wie auch schon bei den beiden ersten Bänden, fiel mir auch hier ein Abschied nehmen sehr schwer. Zwar hat der Autor mit dem offenen Ende Platz gelassen für eine Fortsetzung, doch wird diese auch kommen? Ich hoffe zumindest auf ein Wiedersehen mit Ermengarda und Arnaut.

Arnauts Reise wird spannend, nachvollziehbar und logisch beschrieben. Für mich war manche Entscheidung Arnauts zwar nachvollziehbar, auch wenn ich anders gehandelt hätte. Anhand einer Karte vorne und hinten im Buch, lässt sich seine Reise an den wichtigsten Punkten nachverfolgen. Auch die einzelnen Schlachten wurden markiert.

Das Buch teilt sich im fünf Bücher auf. Zu jedem Buch gibt es eine Zeitangabe sowie ein kurzer Vers. Ein Zitat aus der Offenbarung des Johannes läutet das Buch in Summe ein.

Im umfangreichen Anhang findet man zunächst ein Nachwort des Autors zum geschichtlichen Hintergrund. Es folgt ein Glossar mit den Übersetzungen der fremdsprachlichen Begriffen, sei es lateinisch, französisch oder Okzitan.

Im Personenverzeichnis findet man die wichtigsten historischen Personen. Dabei wird nicht nur der Name angeben, sondern auch ihre Stellung, Lebensdaten sowie eine kleine Erläuterung zur Person.
Weitere historische Nebenfiguren werden nur benannt und mit Lebensdaten aufgeführt.
Auch die fiktiven Personen dürfen in dieser Auflistung nicht fehlen und bilden den Abschluss des Verzeichnisses.

Mit einer Danksagung des Autors endet dann schließlich auch der Anhang.

Das Cover reiht sich in die der beiden anderen Hardcover-Ausgaben ein und macht optisch einen schönen Eindruck. Pergamentfarben mit einer mittelalterlichen Malerei verrät es nicht zuviel über die Geschichte selbst, sondern nur über den Zeitraum.

Ein integriertes Lesebändchen rundet den positiven Eindruck der Ausgestaltung des Buches noch zusätzlich ab.

Fazit:

Eine spannende, farbenprächtige und emotionaler Einblick in die Facetten des zweiten Kreuzzuges. Hervorragend recherchiert und dem Leser problemlos nahegebracht. Meine Empfehlung für alle, die sich für die Thematik oder historische Romane allgemein interessieren.

Weitere Bücher der Reihe:

1. Der Bastard von Tolosa: Roman
2. Die Comtessa: Roman
3. Die Hure Babylon
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am 27. November 2012
Südfrankreich, im Jahre 1147.
Die junge Vizegräfin Ermengarda führt eine Scheinehe, die dem Zweck dient, allein über Narbona herrschen zu dürfen. Ihr Herz gehört jedoch dem jungen Edelmann Arnaut de Montalban. Die Liebe zwischen ihnen ist groß. Als Ermengarda dann auch noch schwanger wird, scheint das Glück perfekt.
Doch als die feine Vizegräfin nach ein paar Monaten ihr Baby auf tragische Weise verliert, und selbst dabei fast umkommt, beschließt Arnaut, zusammen mit ein paar seiner treuen Freunde, sich dem Kreuzzug anzuschließen, um Buße zu tun. Er ist davon überzeugt, dass der Verlust des Kindes, Gottes Strafe war. Schließlich hatte er ein unerlaubtes Verhältniss zu einer verheirateten Frau.

Zusammen mit seinen Freunden schließt sich Arnaut nun dem 2. Kreuzug der Geschichte in Richtung Osten an. Kälte, Hunger, Gewalt, Tod und schwere Krankheiten erscheinen ihm als seine ständigen Begleiter. Viele blutige Schlachten gilt es zu schlagen.
Doch die zu großen Verluste der Ritter, lassen ihn nach und nach an seinem Glauben zu Gott zweifeln.

____________________________________

Dies war der erste Roman, den ich von Ulf Schiewe gelesen habe und ich muss sagen, dass ich absolut begeistert bin. Obwohl ich die beiden ersten Romane ("Der Bastard von Tolosa" und "Die Comptessa") nicht gelesen habe, habe ich mich trotzdem sehr schnell in der Geschichte wohl gefühlt. Die Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet, sodass sie mir sofort vertraut erschienen.
Ulf Schiewe versteht es einfach, den Leser von Beginn an, mit seiner wirklich guten Schreibweise, an diese wahnsinnig interessante Geschichte zu fesseln. Zudem liefert er eine absolut saubere Recherche ab.
Großes Lob an den Autor!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 29. Oktober 2012
Im Jahr 1144 wird die Grafschaft Edessa von den Muslimen erobert und die verbliebene Kreuzfahrerherrschaft gerät in arge Bedrängnis. Dies nimmt Papst Eugen III. zum Anlass, den zweiten Kreuzzug auszurufen. Diesem schließen sich im Frühsommer des Jahres 1147 auch der französische König Ludwig VII., seine Frau, die aquitanische Herzogin Eleonore sowie der deutsche König Konrad III. an. Doch der Kreuzzug soll nicht von Erfolg gekrönt sein.

Anfangs noch voller Optimismus und Tatendrang brechen die Kreuzritter auf, mit dabei auch Ritter des noch relativ jungen Ordens der Tempelritter. Mit der Ankunft in Kleinasien jedoch beginnen erste Scharmützel mit den Seldschuken, welche sich schon bald massiv ausweiten und viele Todesopfer unter den Kreuzfahrern fordern. Und auch die versprochene Versorgung der Byzantiner fällt für das Kreuzfahrerheer eher mager aus und so fordern nicht nur die unmenschlichen Strapazen und die blutigen Kämpfe ihre Opfer, sondern auch nagender Hunger. Ein stark dezimiertes Kreuzfahrerheer erreicht im Jahr 1148 schließlich Antiochia.

Ulf Schiewe schildert anhand seines Protagonisten, dem jungen Edelmann Arnaut, diese strapaziöse und gefahrvolle Reise ins Heilige Land. Nachdem seine Geliebte, Vizegräfin Ermengarda von Narbonne, ihr Kind verloren hat, sieht Arnaut dies als Strafe Gottes an und nimmt das Kreuz, um Buße zu tun. Er schließt sich dem fränkischen Heer an und zieht mit diesem Richtung Osten. Doch es dauert nicht lange bis Arnaut feststellt, dass im Namen Gottes barbarische Gräueltaten begangen werden, die ihn an der Sinnhaftigkeit dieses Kreuzzuges und an seinem Glauben zu Gott zweifeln lassen.

Seinen historischen Roman hat der Autor in mehrere Bücher aufgeteilt, die jeweils mit den Erlebnissen von Ermengarda von Narbonne beginnen. So erhält man einen sehr guten Überblick darüber, wie es Abt Bernhard von Clairvaux, der von Papst Eugen III. entsandt wurde, mit seinen flammenden Predigten gelingt, immer wieder Männer für den Kreuzzug anzuwerben, wie andere Glaubensmänner diesem Aufruf gegenüberstehen und vor allem aber auch, wie die Zurückgebliebenen hiermit umgehen. Dieser Erzählstrang erstreckt sich über wenige Seiten und wird aus Sicht von Ermengarda erzählt. Danach wechselt der Autor zu den Erlebnissen von Arnaut und dem Kreuzfahrerheer.

Ulf Schiewe schildert diesen Kreuzzug jedoch nicht ausschließlich aus der Perspektive des jungen Edelmanns, sondern geht zudem auf politische Geschehnisse ein, gerade auch was das Verhalten von Ludwig VII. in Antiochia angeht und welche Rolle Herzogin Eleonore von Aquitanien hier innehat.

Farbenprächtig, bildhaft, prall, voller Emotionen, fesselnd und spannend erzählt Ulf Schiewe die Erlebnisse von Arnaut und seinen Freunden und entführt einen somit problemlos in das 12. Jahrhundert, wobei der Autor äußerst geschickt historische Fakten mit fiktiven Geschehnissen verknüpft. Zudem vermittelt Ulf Schiewe sein fundiertes Wissen zu dem Thema äußerst informativ und unterhaltsam und man erhält so ganz nebenbei noch einige sehr interessante Geschichtsstunden.

Im Roman wird nichts verklärt, sondern Ulf Schiewe geht kritisch mit den Geschehnissen des zweiten Kreuzzuges um und vermittelt einem dadurch einen ungeschönten Blick auf die Sinnlosigkeit der Kreuzzüge und auf die unbegrenzte Macht der Kirche. Man leidet mit den Kreuzfahrern, kann ihre Ängste, ihre Verzweiflung, ihren Hunger, ihren Schmerz, den hilflosen Kampf gegen Dreck, Ungeziefer und Krankheiten jederzeit nachempfinden, wie auch ihre Zweifel an der Richtigkeit dieses Kreuzzuges und ob dies alles tatsächlich Gottes Wille sein soll.

Auch die Charaktere sind bis in die kleinste Nebenrolle perfekt herausgearbeitet, entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter, überraschen einen immer mal wieder und wirken in ihrem Handeln jederzeit sehr menschlich.

Fazit: Ein farbenprächtiger und hervorragend recherchierter Historienroman, dem es durch seine spannende, abenteuerliche Geschichte problemlos gelingt, einem die gefahrvolle Reise der Kreuzfahrer im 12. Jahrhundert näher zu bringen. Für mich einer der besten Historischen Romane, die ich seit langem gelesen habe.
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am 26. November 2012
"Die Hure Babylon" ist der direkte Nachfolger von "Die Comtessa". Man trifft also die bereits liebgewonnenen Hauptdarsteller Ermengarda und Arnaut erneut wieder. Während die Vizegräfin von Narbona mit ihrem Leben eigentlich ganz zufrieden wäre, drücken Arnaut Zweifel und Schuldgefühle über seine Beziehung zu einer verheirateten Frau. Als sich ihm die Möglichkeit bietet, entschließt er sich zu einer Teilnahme am nächsten Kreuzzug ins heilige Land, wo er hofft, Absolution für seine Sünden zu erlangen und ein bisschen auch seinen Seelenfrieden wieder zu finden.
In diesem Kreuzzug Richtung Edessa erlebt er nicht nur die alltäglichen Greuel des Krieges sondern erfährt auch eine innere Läuterung und letztendlich die Erkenntnis, dass er Gott auf andere Weise finden kann und muss, als in einem blutigen Krieg, der aus den Menschen Mörder, Vergewaltiger und Folterer macht.

Ulf Schiewe versteht es, den Leser sofort zu packen und mit seiner spannenden Erzählweise nicht mehr loszulassen. Die Mischung aus gut recherchiertem historischem Wissen und lebhaft präsentierter Fiktion finden sich wieder zu einem sehr lesenswerten Buch zusammen. Man lernt so einiges über diesen zweiten Heiligen Krieg, leidet mit den Helden und kommt mit ihnen ins Grübeln über den Sinn des Unterfangens. Es ist ein Buch, dass in großen Abschnitten nachdenklich macht und durch die damals geschehenen Grausamkeiten auch mal erschreckt. Aber Ermengarda und Arnaut und ihre Hoffnung auf ein Widersehen trägt den Leser weiter durch die Geschichte und erzählt auch von Liebe und dem Wunsch nach dem kleinen Glück.

Von mir eine unbedingte Leseempfehlung.
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Die Comtessa: Roman
Die Comtessa: Roman von Ulf Schiewe
EUR 9,99