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Produktinformation
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Sprachlich pointiert schildert Gauß die Eindrücke von den Stationen seiner Reise -- Orte, die gemeinhin von Außenstehenden gemieden werden: von einer trostlosen Kaschemme in Tornal'a über die Wohnanlage Lunik IX am Rande von Kosice, wo die Roma, aus dem Stadtbild und dem Problembewusstsein verdrängt, ihr ghettoisiertes Dasein fristen, bis nach Svinia in der Nähe von Presov. Hintergrundwissen vermitteln eingeschobene Exkurse historischer und politisch analytischer Art sowie essayistische Reflexionen, etwa über die Unsichtbarkeit als das Wesentliche eines Slums, seine Ausklammerung aus der Wahrnehmung aller, die nicht in ihm wohnen.
Moralpredigten mit leichthin erhobenem Zeigefinger liegen Gauß dabei ebenso fern wie sozialromantische Verklärungen, wenn etwa die über Zinswucher betriebene Ausbeutung unter den Bewohnern von Lunik IX oder das Kastensystem der verschiedenen Romagruppen geschildert wird, auf dessen unterster Stufe die Degesi, die "Hundeesser", stehen. Gerade bei ihnen, im infernalischen Slum von Svinia, erlebt der Erzähler, von den Ärmsten der Armen wie ein Freund empfangen, die menschlich bewegendsten Momente.
Als spannende, literarisch hochwertige Synthese von forschender Beobachtung, kritischer Reflexion und fundiertem Wissen ist Die Hundeesser von Svinia eine mit Sicherheit Gewinn bringende Lektüre für Leser, die sich wie manche vom Autor als immer wieder tröstlich erlebte Reisebekanntschaften "für die Welt und nicht für deren Inbesitznahme" interessieren. --Mathis Zojer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Degesi" -"Hundeesser",
Von Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Gebundene Ausgabe)
350 km (Luftlinie) trennen Wien von München; ebenfalls 350 km (Luftlinie) Wien von Kosice (Kaschau). Und doch sind die 350 km nach Osten eine Reise in eine andere, fast allen von uns unbekannte Welt.Karl-Markus Gauß hat diese Reise in den Osten mehrmals gemacht; in diesem Buch berichtet er von seinen Reisen. Er stellt uns eine Welt vor, die man bei uns geflissentlich verdrängt: die Welt der Roma (früher abwertend "Zigeuner"). Mit dem Eintritt der Slowakei in die EU kommen (und kamen ab 1. Mai 2004) einige hunderttausend Roma in die EU. Ein paar Eckdaten: Arbeitslosigkeit in vielen Roma-Ghettos in der Slowakei an die 100%; Alkoholmissbrauch; Schulbesuch der Kinder (wenn überhaupt): meist Sonderschule; Niedergang der traditionellen väterlichen Autorität...... Gauß beschreibt auch die Geschichtslosigkeit, in die diese Gruppe von Menschen in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten gefallen ist, nachdem die Berufe, von denen sie mehr schlecht als recht lebten, meist verschwunden sind. "Hundeesser" sind die Bewohner von Svinia, dem schlimmsten Ghetto, schon lange nicht mehr - sofern es die Älteren von ihnen je überhaupt (aus rituellen Gründen) waren; der Ruf, es zu sein, reicht, um am untersten Ende der sozialen Skala in der Slowakei zu stehen. Ein unendlich wichtiges, sehr oft trauriges, aber doch manche Hoffnung keimen lassendes, in geschliffenstem Deutsch geschriebenes Buch - gerade richtig zum 1. Mai 2004. Die EU wird sich jedenfalls zu diesem Problem mehr als bisher einfallen lassen müssen... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Apartheid vor der Haustür,
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Gebundene Ausgabe)
In einem kleinen Ort im Osten der Slowakei, hat Karl-Markus Gauß Menschen kennen gelernt, die wie aus Zeit und Raum gefallen scheinen. Wie Verstoßene leben sie in bitterer Armut. Ohne fließend Wasser und Elektrizität. Sie werden von Nachbarn missachtet, wie Luft behandelt. Der Herausgeber der Zeitschrift "Literatur und Kritik" liefert mit "Die Hundeesser von Svinia" mehr als eine packende Studie der Roma-Gemeinschaft, mehr als eine Reiselektüre. Nachdenken über Toleranz ist die mindeste Folge - auch bei denjenigen, die den aktuellen Ereignissen in der Ostslowakei sonst weniger politische Bedeutung beigemessen hätten...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Beschreibung von Reiseeindrücken, kein Sachbuch.,
Von güoef (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Hundeesser von Svinia (Taschenbuch)
Mit bürgerlicher Distanz werden Eindrücke beschrieben von Reisen in die Ostslovakei und Gesprächen mit Slovaken, Roma und Hilfsorganisatoren, das ganze mit viel Sympathie für die Roma, nicht belehrend, ohne Lösungsansätze und nur ein klein wenig moralisierend. Wahrscheinlich erfährt man mehr über den Autor als über die Roma. Trotzdem ein kleines, leicht zu lesendes, informatives Buch, das sich wohltuend von der deutschen sarrazinistischen Diskussion über Minderheiten abhebt.
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