Als bekennender Forsyth-Fan wird wohl nicht jeder meine Meinung teilen. Trotzdem halte ich dieses Buch für ein echtes Meisterwerk.
Kurz zur Story: ein britischer Großindustrieller versucht an die reich vorhandenen Bodenschätze einer kleinen afrikanischen Republik heranzukommen. Dazu bedient er sich eines Teams von Söldnern, den sogenannten Hunden des Krieges, um den herrschenden Diktator zu stürzen und durch einen Mann seiner Wahl zu ersetzen. Der Söldnerführer ersinnt dazu einen ausgeklügelten Plan, der äußerst detailreich beschrieben und ausgeführt wird. Letztlich fällt der Diktator und die Macht geht auf den Nachfolger über. Dass dies nicht im Sinne des Ausbeuters aus England geschieht ist der krönende Abschluss des Romans.
Wie immer führt Forsyth durch die umfassende Schilderung der politischen Situation den Leser an das Geschehen heran. Erst dann tritt die eigentliche Handlung in den Vordergrund: das Rekrutieren der Söldner und deren Vorbereitungen auf den Staatsstreich. Dass diese Planungen und Vorbereitungsmaßnahmen bis ins kleinste Detail beschrieben werden, versteht sich bei Forsyth von selbst. Und das ist für mich das eigentlich Faszinierende an den Werken des Großmeisters. Kaum ein anderer Autor, bis auf Tom Clancy, fühlt sich auf der weltpolitischen Bühne so zu Hause wie Forsyth. Dieses Wissen, kombiniert mit der umfassenden Kenntnis über die dunklen und geheimen Kanäle in denen wie hier Waffenschiebereien verlaufen, macht die Bücher des Briten zu hochspannenden Lektüre mit realistischstem Hintergrund. Wer nicht selbst in der Halbwelt des Verbrechens lebt, ist hundertprozentig davon überzeugt, dass es dort nur so zugehen kann wie von Forsyth beschrieben. Dass die Charaktere in "Die Hunde des Krieges" nicht sehr tiefgründig beschrieben sind, stört mich nicht weiter. Vielmehr interessieren mich deren Handlungen, die durch Zielgerichtetheit, Kaltblütigkeit und Logik bestechen. Das macht einen guten Spionagethriller in meinen Augen aus.
Was soll man noch sagen: die früheren Werke Forsyth's sind mit das Beste was es im Krimigenre gibt. Genau mein Fall, wie der Autor das technische Geschehen der zwischenmenschlichen "Gefühlsduselei" vorzieht. Klar ist das nicht Jedermanns/-fraus Meinung. Doch so ist es nun mal mit den verschiedenen Geschmäckern. Forsyth - einfach klasse!