Nach dem ich jetzt schon viele Bücher über Kreta gelesen haben, vor allem die der Invasion 1941 und daraus den Umfang der Operation und die Leiden der Menschen entnommen habe, so ist dieses Buch eine Versöhnung mit der Vergangenheit. Insbesondere weil sich die Namen der Menschen, der Ortschaften usw. gleichen, also absolut real wiedergegeben werden. Es ist berührend zu lesen, wie über Dritte die eigene Vergangenheit erzählbar gemacht wird. Menschen, die den Krieg erlebt haben und als Soldat oder Zivil-Betroffener dabei waren, können oft das Erlebte nicht mehr erzählen, weil es ihnen die Sprache verschlägt und sie ein Leben lang verfolgt. Ob Freund, ob Feind. Auch mein Vater konnte nie in seinem Leben darüber sprechen, was er in Stalingrad und Monte Cassino erlebt hatte. Allein diese 2 Namen zu überleben, ist ja schon fast unmöglich. Umso mehr fesselt mich dieses Buch, da es genau diese Situation beschreibt.
Ich habe nie erfahren, wie unmenschlich und wahnsinnig Kriege sind.
Die Menschheit lernt allerdings trotz aller Versprechen sehr wenig aus Kriegen.
Wunderbar der Prolog, mit der Liebeserklärung an die Insel Kreta. Das trifft 100% zu. Man sollte die Kriegsgeschichten erst lesen, dann hat dieses Buch einen ganz anderen Eindruck.
Nur zu empfehlen.