Wolf Serno legt mit "Die Hitzkammer" einen stilsicheren und historisch glaubwürdigen Kriminalroman vor, der sehr flüssig zu lesen und spannend dargestellt ist.
Es handelt sich hierbei um insgesamt 21 Tage im Leben des Alchemisten Lapidius im kleinen Städtchen Kirchrode des Jahres 1547. Lapidius wird als Vertretung des erkrankten Medicus in die örtliche Folterkammer gerufen, um die dort zusammengebrochene, der Hexerei beschuldigte, Freyja Säckler zu behandeln.
Hierbei merkt Lapidius, das Freyja an der Franzosenkrankheit (Syphilis) leidet und beschließt sie bei sich zu Hause zu behandeln.
Während der 20-tägigen Behandlungsdauer in der Hitzkammer versucht der Alchemist alles, um die Schuldvorwürfe gegen seine Patientin zu entkräften. Dies erweist sich jedoch sonderlich schwer, da Frauenleichen mit den Initialen der vermeintlichen Hexe auftauchen und die Bürger der Stadt ihre Verbennung fordern.
Wolf Serno lässt seinen Protagonisten innerhalb dieser 20-tägigen Behandlung hinter unverrückbaren Beweisen herjagen und erschafft einen immens spannenden Plot, der jeglichen Leser fesselt und dem Ende mit seiner Auflösung entgegenfiebern lässt.
Durch diese Aufteilung in 20 Tage hat man als Leser, wie auch Lapidius, da Gefühl, das die Zeit extrem schnell verrinnt.
Allein dadurch kann Wolf Serno schon fesseln. Er belässt es jedoch nicht dabei, sondern baut jeden einzelnen Behandlungstag neben der spannenden Beweissuche noch mit viel historischer und medizinischer Fachkenntnis der damaligen Zeit aus.
Somit entsteht ein historischer, leicht medizinisch angehauchter, Kriminalroman, der durch die rasante Entwicklung und seinem dramatischen Ende vollständig zu überzeugen weiß und bestimmt ein weiterer Meilenstein.