Acht Schüler der Cutlers School, einem Gymnasium in Norden Englands haben so gute Zeugnisse erhalten, dass ein Eintritt in die Eliteuniversitäten von Oxford oder Cambridge möglich wird.
Die Jungs kommen aus der Arbeiterklasse und demnentsprechend wichtig ist diese einmalige Chance, die sich Ihnen nun realistisch bieten könnte.
Aber sehr gute Noten alleine reichen nicht unbedingt, die persönliche Vorstellung vor einer strengen Kommission ist dementsprechend hart, die Prüfer sollten auch persönlich vom Wissen und der Genialität des Aufnahmekandidaten beeindruckt sein.
So ist immenses Büffeln angesagt. Dem ehrgeizigen Direktor der Schule (Clive Merison) geht es auch um den guten Ruf seines Instituts, denn je mehr Schüler es schaffen, desto besser für das Renommee.
Zusammen mit ihrem Lehrer, dem kurz vor der Pensionierung stehenden Hector (Richard Griffiths), beginnen die acht Jungs mit ihrer Prüfungsvorbereitung. Hector ist hochintelligent, etwas schrullig und ist bekannt für erfolgserprobte, unorthodoxe Lehrmethoden mit dem Hang zum Zitieren von Literatur und Film.
Eine Art britischer Mr. Keatin, der eine ganzheitliche, aber auch chaotische Mischung aus Literatur, Kunst, Poesie und Geschichte vermittelt. Ein reicher Zitatenschatz mit wertvollen humanistischen Gedanken.
Der schwer übergewichtige Hector hat noch ein anderes Faible, er nimmt gerne mal mit seinem Motorrad einen Schüler mit, den er dann auf der Fahrt lüstern begrabscht.
Es wird noch ein zweiter Coach eingestellt. Der junge Mr. Irwin (Stephen Campbell Moore) vertritt andere Lehrmethoden. Für ihn ist das differenzierte Denken wichtig und vor allem will er den Schülern beibringen, wie man den Prüfern vor Ort gefällt.
Gemeinsam soll die ultimative Ergängung gewährleistet sein. So bereiten sich Akhtar (Sacha Dawan), der beliebte Sunnyboy Dakin (Dominic Cooper), Scrips (Jamie Parker), der bodenständige Rudge (Russell Towey), Lockwood (Andrew Knott), Timms (James Corden), Crowther (Samuel Anderson)und der jüngste Posner (Samuel Barnett) auf das wichtigste Ziel in ihrem noch jungen Leben vor...
"Die History Boys - Fürs Leben lernen" ist ein Spielfilm des Briten Nicholas Hytner (King George, Hexenjagd) aus dem Jahr 2006. Die Geschichte basiert auf dem preisgekrönten, gleichnamigen Theaterstück von Alan Bennett, der auch das Drehbuch verfasste.
Der Ursprung vom Theater ist allgegenwärtig. Viele Szenen spielen im Klassenzimmer und der Schwerpunkt liegt eindeutig im Dialog, im gesprochenen Wort. Man wird natürlich unweigerlich an Peter Weirs "Club der toten Dichter" erinnert, auch wenn "History Boys" wesentlich britischer daherkommt, um einiges vielschichtiger ausfällt und nicht nur eine Botschaft "Carpe diem" vermittelt.
So sehr ich damals den Club der toten Dichter liebte, er ist schnell in die Jahre gekommen.
"History Boys" ist vielschichtig angelegt. Eine Momentaufnahme scheinbar, eine kluge Reflexion über Menschheits-Geschichte, der es auch gelingt Lebensläufe in das Thema zu integrieren. Er handelt somit auch von den Belangen und Prägungen junger Menschen durch Herkunft und Erziehung. Er zeigt den hohen Druck nach Leistung. Beleuchtet aufkommende vitale Dynamiken wie Sex und Liebe und schliesst seine intellektuelle Reise melancholisch mit Erinnerung und Dasein.
Der Film braucht ein bisschen um Fahrt zu bekommen, glänzt dann aber mit wirklich beeindruckenden Dialogen zu diesem Themenkomplex.
Vielleicht eine sympathische Seifenblase wie auch der "Club der toten Dichter", aber die Antwort werde ich nur retrospektiv beantworten können.