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Dabei hat Kyra Berg mit ihrem Privatleben bereits genug Probleme. Der liebenswerte, aber etwas dickliche Kollege Franz Pawlak rückt ihr doch zu sehr auf die Pelle. Und an die Liebesnacht mit dem ausnehmend hübschen Kellner kann sie sich überhaupt nicht mehr erinnern. Von dem Abenteuer mit dem großmäuligen Töchterchen des verschiedenen Chefredakteurs ganz zu schweigen...
Thea Dorn verläßt sich allerdings nicht nur auf eine spannende Handlung und gekonnt in Szene gesetzte Situationskomik. Sie sucht -- und findet -- stilistische Entsprechungen für das auf den ersten Blick recht außergewöhnliche Seelenleben ihrer Täterfigur. Anfängliche Befürchtungen, es mit einer weiteren, als Krimi getarnten, bildungsbürgerlichen Spielerei zu tun zu haben, erweisen sich als grundlos. Ganz im Gegenteil: Das Finale erlaubt sich eine ansonsten eher angloamerikanische Freizügigkeit, die den Krimi mit den Traditionen des Schauerromans verbindet.
Bisher hatte sich die Berliner Autorin dem Universitätsleben (Berliner Aufklärung) und des Opernmilieaus (Ringkampf) angenommen. Dieses Mal ist die Presse dran, und auch hier scheint sie sich blendend auszukennen. Ohne Luft zu holen setzt sie ihre Leser mittenrein in Arbeit und Alltag ihrer Hauptfiguren und liefert damit den soliden Hintergrund für eine mehr als ungewöhnliche Geschichte. Blut, Wahnsinn und Berliner Schnauze -- beste Voraussetzungen für einen gelungenen Leseabend. --Felix Darwin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die Autorin Thea Dorn hat Theaterwissenschaften studiert und war Dozentin für Philosophie in Berlin. Im Buch äußert sich das so, das kaum eine Figur oder Situation von einem Vergleich mit Persönlichkeiten der antiken griechischen Mythologie verschont bleibt, Athene, Elektra, Ilias & Co. geben sich die Hand. Selbst die heruntergekommene Hausbesetzerin zitiert noch Niobe. Das überrascht, ist aber auch mal was anderes. Im gleichen Absatz kommt es übrigens auch oft zu kräftigen Ausdrücken unter der Gürtellinie, es gibt also ausgleichende Kontraste. Und statt Beziehungen gibt es Affairen satt.
Bei der Hirnkönigin handelt es sich schon um eine ganz besondere Persönlichkeit, die, wenngleich abstrus konstruiert, als Figur schön und interessant ist. Am Ende frage ich mich wie schon häufiger bei Krimis, warum Kyra nicht einfach die Polizei anruft, als der Mörder bekannt ist. Deshalb musste es dann so dramatisch kommen, na ja, selbst schuld und noch 999,90 DM bezahlt. Insgesamt fand ich es nicht so schlecht wie erwartet und ich freue mich über ein deutsches Werk mit Berliner Szene. Wer mal nicht den klassischen Inspektor XY-Krimi lesen will und was Unkonventionell-Ekliges mit kultureller Keule sucht, ist hier eigentlich nicht schlecht bedient. In diesem Sinne: andra moi ennepe, Musa, warum nicht ? (habe ich abgeschrieben :-)
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