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Ein japanisches Sofortbild vom Times Square in die Mongolei, 20. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Hingabe, endloser Kokon: Gedicht (Taschenbuch)
Diese Zeile steht stellvertretend für das gesamte Gedicht Jan Volker Röhnerts. In zwölf Kapiteln umspannt es - räumlich - die ganze Welt und - zeitlich - doch nur wenige Wochen, angefangen vom „goldenen Herbst" (EINS) bis zu den Tagen, an denen „ohne zu zögern... der Wind das Laub von den Ästen" (ELF) reißt. „Die Hingabe, endloser Kokon" richtet sich an das Geschehen, an die Sinneseindrücke selbst, aber auch an eine immer phantomhaft bleibende Frau.
Auffällig ist das Tempo des Textes. Bilder, Fotografien und Filme halten nichts fest, sondern sind Teil der Rastlosigkeit, die sie zeigen. Medien dienen nicht mehr der Abbildung und Speicherung, sondern dem Stimulans: Ein „Video [wird] vor dem Schlaf injiziert", damit es „anderntags im Gespräch mit Zitaten versorgt, als wäre ein Drehbuch unser Gepäck" (SECHS). „Ein vergriester Morgen in Schwarz-Weiß" (ZWEI) beschreibt sowohl die Stimmung eines verlorenen Tages im Hotel, erinnert aber gleichzeitig an einen defekten Schwarzweißfernseher, der nur noch ‚Schneesturm' empfängt. Alte, auf einem Dachboden gefundene Fotografien sind „mit dem Bügeleisen des Verstandes nicht zu plätten" (FÜNF) und Märchengestalten tanzen „auf dem Laminat, wo die bunten Strümpfe gescheuert haben" (ZWEI)...
Fast zu spät, denn erst im Nachwort, warnt der Herausgeber den Leser: „Wer sich Zeit für das Gedicht nimmt, sich einschwingt in dessen Takt, wird rauschhafte Erfahrungen machen."
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