Noch nie habe ich einen solchen Krimi gelesen. Dieser Wissenschaftsthriller ist nicht nur äußerst spannend (ich habe ihn ohne nennenswerte Pause verschlungen), er ist auch sehr gut geschrieben. Dem Autos gelingt es, anspruchsvolle Literatur lesbar zu machen. Mehr als einmal musste ich an Umberto Eco denken oder an Friedrich Dürrenmatt.
Im wesentlichen geht es um einen Journalisten, der sich daran macht, den rätselhaften Tod seines früheren Kommilitonen und späteren Physik-Nobelpreisträgers aufzuklären.
Das Buch beginnt also als klassische Detektivgeschichte. Unmerklich wandelt sie sich aber zu einem atemberaubende Thriller, der von Seite zu Seite an Tempo gewinnt, bis er auf einen mehrfachen und ganz und gar unerwarteten Höhepunkt zusteuert
Man erfährt einiges über die Vergangenheit der wichtigsten Akteure. Verschiedene Handlungsstränge werden über die Jahre der zurückliegenden Geschichte entwickelt und verflechten sich, bis sie ein klares und - wie gesagt - überraschendes Bild ergeben. Auch wenn die Handlung in der Gegenwart angesiedelt ist, erfährt man von einem Vierteljahrhundert zurückliegender Geschichte. Was also auf den ersten Blick als Rückblende anmuten mag, ist nichts anderes als der eigentliche Erzählstrang.
Ich kann das Buch jedem ans Herz legen, der sowohl Spannung als auch Anspruch mag. Wenn man sich für die deutsche Studentenbewegung, Wissenschaft (und hier insbesondere Physik) interessiert, dann umso besser!
Ich werde das Buch in meinem Deutschunterricht als moderne Form von Dürrenmatts Physiker behandeln.