Kann mich dem Urteil meiner Vorrezensenten nicht anschließen und mich nur mühsam zu drei Punkten durchringen, denn als ich die ersten Stücke gehört habe, dachte ich, ich schlafe ein. Der Untertitel klingt ja gut: "Beliebte Chöre" von Beethoven, Schubert, Bruckner, Bizet, Bach, Gounod u.a. Aber warum um Gottes Willen gleich drei Ave Marias hintereinander? Das von Franz Schubert, das von Bach/ Gounod (wohl das bekannteste) und das von Anton Bruckner. Lichtblick bei den ersten Stücken ist "Transeamus usque Bethlehem" von Joseph Schnabel - das ist ganz frisch gesungen. "Die Ehre Gottes aus der Natur" von Beethoven, "Heilig ist der Herr" von Franz Schubert und das "Agnus Dei" von Bizet finde ich viel zu getragen und die Ave Marias müssen schon von einer sehr guten Sopranistin vorgetragen werden, die ich hier nicht höre. Lisa Otto schleift die Töne so. Donald Grobe ist als Tenor im "Agnus Dei" auch nicht besser.
Interessant wird es im Grunde erst mit den Regensburger Domspatzen und "Ehre sei Gott in der Höhe" von Franz Schubert. Da hört man junge Stimmen heraus, der Vortrag ist frisch und munter. Das "Halleluja" aus "Der Messias" von Händel ist natürlich der Hit, auch gut vorgetragen. Ich nehme mal an vom Münchner Bach-Chor mit Bach-Orchester, denn das geht aus dem CD-Cover nicht so eindeutig hervor, also noch ein Punktabzug. Schöne Bach-Trompeten und zügig vorgetragen das "Gloria" aus der "Messe in h-moll" von Bach unter dem Dirigenten Karl Richter. Im "Kyrie B-dur" und in "Salva Regina B-dur" von Franz Schubert lassen es die Regensburger Domspatzen schon sehr triefen ...
Für einen wirklich schönen Chorsatz halte ich "Die Himmel erzählen" aus der "Schöpfung" von Haydn. Das bringen der Wiener Singverein und die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan auch gut rüber. Ebenso die "Paukenmesse", interpretiert vom Chor und Symphonie-Orchester des Bayrischen Rundfunks, unter der Leitung von Rafael Kubelik. Der abschließende Ausschnitt aus dem "Deutschen Requiem" - "Denn alles Fleisch" (Anfang) von Johannes Brahms, auch vom Wiener Singverein (wie oben), ist zumindest ein würdiger Abschluss.
Die CD umfasst eine Gesamtdauer von knapp 60 Minuten. Das CD-Cover gibt nicht viel her. Die Aufnahmen stammen von 1961 bis 1969, was man schon an der Klangqualität hört. Hat mich leider nicht überzeugt. So können die Meinungen auseinander gehen.