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Die Hexe von Buchenwald: Der Fall Ilse Koch
 
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Die Hexe von Buchenwald: Der Fall Ilse Koch [Taschenbuch]

Arthur L. Smith , Beate Felten
2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Arthur Lee Smith
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ilse Koch, die Frau des Kommandanten, erlangte als 'Hexe von Buchenwald' nach der Befreiung des Konzentrationslagers traurige Berühmtheit. Der Autor unternimmt den Versuch, diesem persönlichen Schicksal und dessen historiographischen Verfälschungen auf die Spur zu kommen. Er deckt mit der Korrektur der überkommenden Interpretationen Mechanismen auf, die gerade heute, nach dem Zerfall des östlichen Imperiums, wieder von höchster Aktualität sind. In welchem Maße Beispielsweise verselbstständigt sich die Geschichte einer Person, wenn unter ein und demselben Namen plötzlich eine Diskrepanz zwischen öffentlicher und privater Biographie entsteht? Wie einfach läßt sich ein Name für politisch motivierte Zwecke mißbrauchen - in diesem Fall so geschehen während des Kalten Krieges? Die Untersuchung stützt sich auf erst dreißig Jahre nach Kriegsende zugänglich gewordene Dokumente und zeigt auf anschauliche Weise die enge Verknüpfung von Normalität und Schrecken.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ilse Koch war die Ehefrau eines der berüchtigsten KZ-Kommandanten, den das Dritte Reich jemals hervorbrachte: SS-Standartenführer Karl Koch, von 1937-1943 Kommandant von Buchenwald, wurde wegen zahlreicher Verbrechen - er ließ sogar SS-Mitglieder beseitigen, um seine Unterschleife zu vertuschen - von einem SS-Gericht zum Tode verurteilt und noch kurz vor Kriegsende erschossen. Ilse Koch wiederum hat sich den Buchenwaldhäftlingen ins Gedächtnis geprägt, weil sie sich häufig zu Pferde im Lager sehen ließ. Dabei soll sie die Häftlinge durch teils aufreizende Bekleidung provoziert und solche, die ihr "auffielen", ihrem Ehemann zur Meldung gebracht und ihn dazu veranlaßt haben, barbarische Strafen vollziehen zu lassen. Mehrere Häftlinge sollen auf ihre Veranlassung hin ermordet worden sein. Als Buchenwald im April 1945 von US-Truppen befreit wurde, erinnerten sich noch viele Häftlinge an sie, obwohl sie seit der Verhaftung ihres Ehemannes im November 1943 nicht mehr vor Ort war. Die Amerikaner machten sie im Mai 1945 ausfindig, verhafteten sie und stellten sie 1947 in Dachau vor Gericht. U.a. wurde ihr vorgeworfen, daß sie tätowierte Häftlinge ermorden ließ, um sich aus deren Haut Lampenschirme und Bucheinbände fertigen zu lassen. Obwohl damals schon zwei Jahre in amerikanischem Gewahrsam, wurde vor dem Prozeß festgestellt, daß Ilse Koch schwanger war, was einen riesigen Skandal auslöste. Die US-Medien hatten sich nämlich schon seit Kriegsende der "Bitch of Buchenwald" (bitch = läufige Hündin, eine üble Verunglimpfung) angenommen und ihr zahlreiche, teils sexuell gefärbte, Verbrechen unterstellt. Die strikte Weigerung von Koch, den Vater zu benennen und die geradezu abenteuerliche Version der unter massiven Beschuß geratenen US-Militärbehörden (angeblich hatte ein ehemaliger KZ-Häftling einen unterirdischen Gang zu Ilse Kochs Zelle gegraben und sich ihr genähert) trugen nicht gerade dazu bei, die Wogen der Empörung zu glätten. Das besondere Interesse der US-Medien an ihrer Person scheint letztlich auch ihr Untergang gewesen zu sein. Ilse Koch wurde am 12.8.1947 von einem US-Militärgericht zu Lebenslänglich verurteilt, aber schon am 8.6.1948 unter Anrechnung der Untersuchungshaft zu 4 Jahren Gefängnis begnadigt, die Entlassung auf Oktober 1949 festgesetzt. Als die US-Medien von dieser lange geheimgehaltenen Entscheidung erfuhren, brach ein Sturm der Entrüstung los. Ein eilends zusammengestellter Ausschuß von US-Senatoren kam zu der Empfehlung, Ilse Koch den westdeutschen Behörden zu übergeben, zumal sich die Amerikaner schon länger mit Auslieferungsanträgen der Sowjetunion und der ostdeutschen Behörden herumzuschlagen hatten. Ilse Koch wurde am 17.10.1949 der bayerischen Justiz übergeben, die sie am 15.1.1951 in Augsburg zu Lebenslänglich verurteilte. 1967 beging Ilse Koch mit 62 Jahren in der Justizvollzugsanstalt Aichach Selbstmord. Das sehr sachlich geschriebene Buch des amerikanischen Autors hält sich streng an die beweisbaren Fakten, die in den jeweiligen Prozessen gegen Ilse Koch zur Verurteilung führten. Er hat auch keine Scheu, das klägliche Versagen des US-Anklägers von 1947 anzuprangern, der groß angekündigt hatte, als Beweismittel einen Lampenschirm mit tätowierter Menschenhaut aus dem beschlagnahmten Besitz von Ilse Koch vorzulegen, aber dann zu Protokoll geben mußte, daß der Lampenschirm nicht mehr auffindbar sei. Nach Meinung des Autors gab es keine Beweise dafür, daß die Angeklagte jemals etwas mit der Tötung von Häftlingen zu tun hatte, um in den Besitz von tätowierter Haut zu kommen und auch die sonstige Beweislage für die Anstiftung zu Körperverletzung und Mord sei relativ dürftig gewesen. Er bescheinigt Ilse Koch zwar amoralisches Verhalten und "bestenfalls völlige Gleichgültigkeit" gegenüber dem Schicksal der Häftlinge, hält allerdings auch sie für ein Opfer der Zeitumstände. Wie dem auch sei, es gibt dazu ganz andere Ansichten. So beschreibt der französische ehemalige Buchenwaldhäftling Pierre Durand in seinem Buch "Die Bestie von Buchenwald" eine Ilse Koch, die noch um Vieles schlimmer gewesen sei, als es in den Prozessen jemals zur Sprache kam. Zahlreiche Zeugen, die sich nach dem Krieg im Osten niedergelassen hatten, konnten nämlich in beiden Verfahren nicht vernommen werden, weil ihnen die Behörden des Ostblocks die Ausreise verweigerten. Der Kalte Krieg hatte begonnen, man bestritt die Zuständigkeit des Westens für diesen Prozeß und hielt deshalb vorhandenes Beweismaterial zurück. Manch anderer Zeuge wurde von den Amerikanern und der bayerischen Justiz erst gar nicht gehört. Aus diesen Gründen sollen viele Verbrechen vor Gericht nicht zur Sprache gekommen sein. Wer sich für die Thematik interessiert, sollte unbedingt beide Bücher lesen, um sich ein Bild über Ilse Koch machen zu können.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
warum... 24. Februar 2012
Format:Taschenbuch
Warum wird hier versucht, den Opfern von Buchenwald Hohn zu sprechen? Als eine der wenigen ist Ilse Koch, selbst nach ihrer Begnadigung durch die amerikanische Justiz, auf Grund der drückenden Beweislage von der deutschen Nachkriegsjustiz zu lebenslangerr Haft verurteilt worden. Mehrere Versuche ihrerseits vorzeitig die Haft zu verlassen waren auch nach 22 Jahren Inhaftierung erfolglos. Die Zeugen haben damals unabhängig von einander die Qualen geschildert unter denen sie durch den Kommandanten und seine Frau Ilse in Buchenwald litten. Es wird hier versucht aktenkundige Beweise zu verdrehen und Ilse Koch als verkannt, unverstanden und zu unrecht verurteilt dar zu stellen. Diese Buch ist eine Schande...
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Empfehlenswert 26. Februar 2010
Format:Taschenbuch
Weit empfehlenswerter als der Buchenwaldreport ist dieses Buch. Es vermittelt nicht nur Fakten und Aussagen von Zeitzeugen, sondern wartet auch mit einer objektiven Genauigkeit auf, die beeindruckend ist. Hier wird nichts beschönigt, nichts weggelassen und nichts in eine bestimmte Richtung kommentiert.
Ich kann dieses Buch aus diesem Grunde nur empfehlen.
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