Alle Jahre wieder... und auch dieses Jahr habe ich mich ganz besonders auf die beiden neuen Werke der Band Untoten gefreut. Begleiten tun die beiden Künstler mich schon seit meiner Kindheit und auch dieses Mal wissen sie, wie keine andere Band, mich gleich beim ersten Hören in ihren Bann zu ziehen. Düstere, dunkle Märchen, voller Melancholie und Kindheitserinnerungen... mal düster, traurig, aber auch voller Power und etwas spanischem Flair. Dieser Cocktail aus vielen Stimmungen ist ihnen auch dieses Mal mehr als gelungen. Greta verzaubert, von Anfang an, den Zuhörer mit ihrer einzigartiger Stimme und schlüpft wie gewohnt in verschiedene Rollen (die von der kleinen Lili, die der Hexe, des Kindermädchens, um nur einige zu nennen ...). Was die Musik angeht, auch David weiss hier wie kein zweiter, Märchen und Geschichten musikalisch umzusetzen, den passenden Ton zum Geschehen zu finden... Effekte wurden an die richtigen Stellen gesetzt und somit ist
auch hier die Stimmung passend mal rockig, mal akustisch. Auch wurden Zwischenstücke, wie z.B. das ergreifende ,die schwarze Brücke' passend platziert und helfen der Geschichte beim Vorankommen.
Untoten gehören einfach in die kalte Jahreszeit und dementsprechend kommt auch dieses Märchen im passenden Gewand daher. Erzählt und vertont wurde die Geschichte der kleinen Waise namens Lili die mit ihrem Vater so wie dem temperamentvollen und magiegierigem Kindermädchen Xiorgina in einem kleinen Häuschen in der Nähe des Märchenwaldes lebt. Aber nicht nur dieses Dreiergespann kommt in der Geschichte vor, sondern auch die ,Fortsetzung' der einer wohl bekanntesten Hexengeschichte Hänsel und Gretel (aber von wehe die HeX ist tot und alles ist wieder im grünen Bereich). Erzählt wird auch die Geschichte von der ursprünglich im Knochenhaus lebenden Hexe... aber was hatte es sich gerade mit Lili und diesem Haus auf sich? Schon alleine der Hausname jagt es einem kalt den Rücken herunter und genau so tiefgründig und traurig ist diese Geschichte.
Obschon die heXe, wie auch schon die anderen Untoten-Alben als Gesamtwerk zu verstehen ist, und man sich am besten die Alben am Stück anhören soll, gibt es aber auch Herzstücke wie Orphelins, Hasenherz, am dunklen Wasser, die Hex' ist tot, Love of my life oder das ergreifende Duett Ei, Ihr lieben Kinder.... Begleitet wird die Musik wie gewohnt durch ein künstlerisch hochwertiges Begleitbuch, sprich Booklet welches auch dieses Mal die Geschichte sehr schön untermalt, ohne sie jedoch zu überladen und dem Zuhörer keinen Raum mehr für eigene Interpretationen lassen würde.
Auch die kleine Schwester der deluxe Version kommt eigenständig daher... und so beinhaltet das Uncut-Album komplett andere Songs. Welches der beiden Alben mir am besten gefällt ist schwer zu sagen, denn beide sind hervorragend und geben andere Aspekte/Geschehnisse der Geschichte wieder.
Jedem, der eine Vorliebe für dunkle, einfühlsame Märchen hat, kann ich die beiden Alben nur wärmstens empfehlen... und auch wenn Untoten meist der schwarzen Szene zugeordnet werden, sollte man sich davon nicht ,abschrecken' lassen. Denn was gibt es schöneres als sich im Herbst/Winter mit einer Kanne Tee am lodernden Kaminfeuer hinzusetzen und sich von diesen Klängen (auch hin und wieder in französisch oder gar in spanisch) verzaubern zu lassen...
Vielen Dank euch beiden für schöne, romantische Stunden in unverwechselbarer Untoten-Atmosphäre
Euer Hasenherz