„Du musst wissen: Sie war keine Hexe. Ihr einziger Fehler mag gewesen sein, dass sie nicht in der Weise gelebt hat, wie es die Welt von einer Frau erwartet" (S. 8).
Im Mittelalter hatten es Frauen wirklich nicht leicht und schon gerad' gar nicht, wenn sie nicht dem damals gängigen Frauenbild entsprachen. Catharina Stadellmenin war das krasse Gegenteil: Wissbegierig, mit eigenem Kopf und Willen und nach langer, unglücklicher Ehe endlich unabhängig und glücklich. Bis zu Ihrem Prozess....
Astrid Fritz hat nach eigenen Angaben sieben Jahre für diesen Roman recherchiert. Herausgekommen ist dabei eine wunderbare, interessante, wahre und bedrückende Geschichte einer Frau, im Zeitalter des Hexenwahns versucht hat, unabhängig zu sein. Anschaulich erzählt, fast wie ein Zeitzeugenbericht, aber ohne dabei den „Unterhaltungsfaktor" zu verlieren.
Am Martinstor in Freiburg gibt es eine Plakette, mit der die Stadt Freiburg stellvertretend für alle Frauen, die der Hexenverbrennung zum Opfer gefallen sind, u.a. auch Catharina Stadellmenin ehrt. Nachdem ich „Die Hexe von Freiburg" gelesen habe, weiss ich endlich, wer hinter diesem Namen steckt! Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und kann daher es unbedingt weiter empfehlen!