Vor 100 Jahren wußte man über die Hethiter nicht viel mehr als das, was in der Bibel über sie erzählt wird, nämlich daß Abraham in Hebron von ihnen ein Stück Land für eine Grabstätte kaufte. In "Meyers Neuem Konversationslexikon" aus dem Jahre 1871 stand unter dem Stichwort Hethiter: "Kanaanitische Völkerschaft, welche die Israeliten in Palästina antrafen, wohnte in der Gegend von Hebron unter und neben den Amoritern, später weiter nördlich in der Gegend von Bethel, und wurden von Salomo dienstpflichtig gemacht; doch gab es noch später einen unabhängigen, monarchisch regierten hethitischen Stamm nach Syrien hin."Diese bescheidene und außerdem falsche Information ist deshalb so erstaunlich, weil im 2. Jahrtausend v. Chr. fünfhundert Jahre lang ein hethitisches Großreich auf dem Gebiet der heutigen Türkei existierte, dessen Heer Babylon , das Zentrum der vorderasiatischen Hochkulturen, eroberte und die Armee des ägyptischen Pharao Ramses II. in die Flucht schlug, dessen diplomatische Korrespondenz auf Tausenden von Keilschrifttafeln festgehalten ist, dessen Könige völlig neue Aspekte in die damalige Politik brachten, weil sie die unterworfenen Völker durch Bündnisverträge zu innenpolitisch weitgehend unabhängigen Bundesgenossen machten, dessen König Hattuschili III.1278 v. Chr. mit Ramses II. den ersten überlieferten Friedensvertrag der Geschichte schloß. Johannes Lehmann schildert die Entdeckungsgeschichte dieses Volkes, berichtet von den Ausgrabungen ihrer Städte und erzählt die Geschichte Kleinasiens vor der Einwanderung der indogermanischen Hethiter. Er berichtet von der allmählichen Konsolidierung der staatlichen Verhältnisse, den Thronwirren im althethitischen Reich, dem Aufstieg zur Großmacht, der Kultur und Religion dieses Volkes, das sich selbst das "Volk der tausend Götter" nannte und dessen Reich schon von seiner geographischen Lage her eine natürliche Kulturbrücke zwischen dem Orient und dem Okzident bildete. Mit sehr viel Bildmaterial. Einen Stern Abzug nur aufgrund der fehlenden Aktualität, das Buch hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel...