Ich fand, dass sich die Inhaltsbeschreibung der 3 Bände recht interessant angehört hat. Und wurde eigentlich auch nicht enttäuscht. Ich will aber auch gleich vorne weg sagen: Meine Erwartungen waren auch nicht übermäßig hoch angesetzt, einfach, weil bei einer so niedrigen Seitenanzahlt schon vorher klar ist, dass die Stories kurz gehalten sind und sich nur auf die wesentlichen Punkte konzentrieren.
Am besten gehe ich einzeln auf die Bände ein:
Teil 1 Fessel mein Herz
Kein schlechter Einstieg, wenn auch nicht so überzeugend wie erhöfft. Ich bin eigentlich ein Fan von Zeitreisen, doch hier wurde dieses Element etwas zusammenhangslos gewählt - einfach um beide Protagonisten zusammenzuführen - andererseits muss ich zugeben, dass ich auch nicht genau wüsste, wie ich jetzt als Autorin für so eine kurze Geschichte eine plausible Erklärung bereitstellen sollte, außer, dass es wohl eine Art Schicksal war. Wie dem auch sei, man erfährt eigentlich relativ wenig über die beiden Protagonisten, dennoch reichen die vorhandenen Information aus, um ihnen eine gewisse Sympathie entgegen zu bringen. Die Beziehung der beiden wirkt allerdings wirklich ziemlich flach, besonders, da sie relativ schnell zusammen im Bett landen ohne irgendwas außer der körperlichen Anziehung als Hintergrund und auch danach ist es eher so von wegen: "Ich liebe sie/ihn einfach! Keine Ahnung warum..." Ich weiß, das klingt jetzt wieder sehr negativ. Das "Buch" ist nicht unzumutbar, aber man sollte einfach nicht so viel erwarten. Da die Story zwar angenehm, aber wie gesagt, recht kurz ist, passiert nicht wirklich viel, aber ein oder zwei spannende Stellen gibt es dennoch.
Teil 2 Bezwinge mein Herz
Oh ja, dieser Teil hat die ganze Trilogie für mich gerettet! Zugegeben auch hier erfahren wir wieder nicht allzu viel und einige Stellen sind auch etwas vorhersehbar, aber dafür kann man wunderbar miträtseln, was es denn nun mit unserem männlichen Protagonisten auf sich hat! Ich will damit nicht sagen, dass die Überraschung am Ende so groß war, dass ich aus allen Wolken gefallen wäre, aber es war ein angenehmer "Aha"-Effekt. Auch hier hat die Liebesentwicklung wieder nicht ganz so viel Tiefgang, ist für mich allerdings um einiges "authentischer" als in Teil 1 - vielleicht einfach, weil die Protagonisten vom Charakter her erahnen lassen, dass diese natürliche Körperanziehung zwischen ihnen irgendwie zu ihnen passt. Beide Protagonisten sind mir von allen 3 Paaren der Trilogie wirklich am sympathischsten.
Teil 3 Rette mein Herz
Ehrlich gesagt, der für mich am wenigsten durchdachte Part von den drei Teilen, wenn auch trotzdem nicht so unsympathisch. Was mich hier einfach so stört ist wirklich Maries Charakter. Erst das stille Mädchen, dass trotz Kinder für mich noch zu naiv rüberkommt, und dann auf einmal das wilde Geschöpf, dass sich nach Leidenschaft sehnt, aber dann doch wieder so schwach und jämmerlich ist, wie ein frisch geborenes Fohlen? Irgendwie passte das für mich nicht so richtig zusammen. Ich hätte eine Art Charakterentwicklung erwartet, jetzt, wo sie den Mann gefunden hat, der in ihr diese neuen Gefühle erweckt hat, doch da war einfach nichts! Der andere Faktor der mich hier einfach so sehr gestört hat, war die Sprachwahl unseres männlichen Protagonisten - ganz ehrlich, wenn ich eine Geschichte schreibe, die in der Vergangenheit spielt, sollte ich wenigstens annähernd versuchen, die Sprache authentisch rüberzubringen, was auch größten Teils geklappt hat. Aber die Wahl der vulgären Worte war schon echt der Stimmungskiller - nicht weil sie vulgär waren, sonder einfach weil sie modern sind und in der Geschichte nichts verloren haben. Ich muss auch gestehen, dass ich ich größtenteils die modernen Ausrücke dieser Art um einiges niveauloser finde, als die historischen. Hätte man nicht auch einfach statt "mich killt" "mich aufschlitzt" nehmen können oder sowas in der Art? Das hätte viel besser in den Sprachfluss gepasst. Einmal hätte ich das ignorieren können, aber wiederholt... Ich will jetzt auch keine weiteren Beispiele geben, weil ich selbst mich so auch nie ausdrücken würde. Nun ja, wieder einmal hört sich diese Bewertung sehr negativ und sicherlich auch pingelig an. Die Story hat sicherlich einige Schwachstellen, doch die Kernidee ist eigentlich recht interessant und nicht ganz so schlecht durchstrukturiert, es sind halt diese etwas banalen Kleinigkeiten, die mich hier gestört haben. Dennoch will ich nicht sagen, dass der Teil schlecht war: Er war eben durchschnittlich.
Ich weiß nicht, wie hilfreich meine Beurteilung ist, immerhin spielen da viele persönliche Vorlieben mit, aber wer kein Meisterwerk erwartet und etwas braucht um sich die eine oder andere Minute angenehm zu vertreiben, der wird mit dieser Trilogie sicherlich nicht totunglücklich sein, besonders, da der Preis dafür wirklich annehmbar ist!