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5.0 von 5 Sternen
großer Bronte-Roman, 31. März 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Herrin von Wildfell Hall (Gebundene Ausgabe)
Die Herrin von Wildfell Hall ist meiner Meinung nach der beste Roman der Bronte Schwestern (Vilette und Shirly habe ich noch nicht gelesen). Er ist reifer als Agnes Grey, nicht mit so wilden Unwarscheinlichkeiten gespickt wie Jane Eyre, die Charaktere werden differenzierter dargestellt als in Sturmhöhe und die Handlung finde ich packender als den Professor. In die Hauptfigur kann man sich hereinversetzen. Sie handelt nach hohen moralischen Grundsätzen aber logisch, vernünftig oder zumindest menschlich und sie heiratet am Ende keinen zornigen, Süßholz raspelnden Invaliden.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannendes Lesevergnügen, 9. Juli 2003
Der Anfang erinnert an Jane Austen. Das Leben in der ländlichen Oberschicht verläuft behaglich. Jeder kennt jeden, man besucht sich gegenseitig ... - alles ist geordnet. Doch die beschauliche Idylle brodelt (ansatzweise). Den gesellschaftlichen Hintergrund wird AB im Verlauf der weiteren Handlung nicht völlig vernachlässigen, aber im Unterschied von Austen legt sie den Hauptakzent auf die Darstellung der beiden Hauptpersonen und deren Beziehung zu einander. -- Helen, eine bemerkenswerte Frau - sie passt ideal in die Galerie beeindruckender Frauengestalten, die die Bronte-Schwestern, geschaffen haben -, zieht mit ihrem Sohn auf Wildfellhall ein. Die neue Pächterin versucht sich als „Alleinerzieherin" (auch gegen die Vorstellungen des gesellschaftlichen Umfelds), sie ist vielleicht etwas überbesorgt, was die Entwicklung ihres Sohnes betrifft (aber das hat seine Gründe), sie arbeitet als Malerin (verdient sich ihren Lebensunterhalt mit eigener Arbeit), sie scheint verwitwet zu sein (jedenfalls ohne männlichen Schutz) ... - kurz, es umgibt sie ein Geheimnis. Die Person, die ihr Vertrauen und später auch ihre Liebe gewinnt und daher dieses Geheimnis erfährt, ist Gilbert, ein junger, wohlhabender Mann aus der Nachbarschaft, aus dessen Blickwinkel die Handlung erlebt wird. Aber ist er, zu Beginn eigensinnig, aufbrausend und noch ziemlich unreif, wirklich bereit, sich auf diese Frau einzulassen. ------ Der Roman ist voll Spannung, stellenweise herrlich humorvoll, lässt sich stellenweise hinterfragen und hat trotzdem klare Konturen. Was wünscht man sich mehr? Gerade die beiden Hauptfiguren mit ihren charakterlichen Stärken bzw. Schwächen finde ich besonders gelungen. (Dass er kein zweiter Heathcliff oder sie eine zweite Jane Eyre ist, ist doch wirklich kein Einwand.) Zusätzlich verpackt AB noch eine Menge interessanter Themen (Genderrollen, Ehe, Erziehung ...) in ihre Romanhandlung, ohne diese damit unnötig zu beschweren.
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5.0 von 5 Sternen
Großartiger Roman, 16. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Herrin von Wildfell Hall (Gebundene Ausgabe)
Die Herrin von Wildfell HallAnne Bronte, die jüngste und unbekannteste der drei berühmten Bronte-Schwestern, versteht es in ihrem Roman "Die Herrin von Wildfell Hall" eine positive Figur (den Farmer Mr. Malkham) und eine geheimnisvolle, vordergründig zunächst düstere und geheimnisvoll wirkende Figur (Helen Huntington, Die Herrin von Wildfell Hall) nicht nur zu etablieren und einzuführen, sondern auch durch die Erzählung und Beleuchtung der Vergangenheit der Heldin interessant und packend, vor allem auch authentisch, weiterzuerzählen. Durch den glänzend gelungenen Wechsel der Erzählperspektive (Sie übergibt Mr. Malkham, der sich in Helen verliebt hat, ihr Tagebuch, der es sich daraufhin durchliest.) fühlen und leiden wir mit der Heldin bzw. Antiheldin bedingungslos mit, begleiten wir sie durch alle ihre schrecklichen und bizarren Erlebnisse mit ihrem gewalttätigen und trunksüchtigen Ehemann und wissen als Leser am Ende, dass Helen Huntington nicht das ist, für das sie die meisten Menschen des Dorfes halten. Sie ist keine kaltherzige Einsiedlerin oder kratzbürstige Hexe, sondern eine liebevolle Frau und Mutter und gläubige Christin, die bewusst ihren Sohn allein und selbst erzieht (ohne Gouvernante oder Kindergarten), nach dem sie durch ihren Ehemann vorher die Hölle erlebt hatte. Ein absolut brilliant und flüssig erzählter Roman von Anne Bronte, den ich mit großem Vergnügen und Leidenschaft gelesen habe und der die bekannteren Romane ihrer Schwestern "Jane Eyre"(Charlotte Bronte) und "Sturmhöhe"(Emily Bronte) qualitativ deutlich übertrumpft. Absolut empfehlenswert. Volle 5 Punkte!
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